APPELL ZUM HINSCHAUEN!

14. Januar 2013 von Kristina Müller 0 Kommentare

Es ist ein Milliardengeschäft. Und es geht um Kinder. Um Kinder, die Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung werden. Überall auf der Welt.

„Man möchte eigentlich wegschauen.“ Schauspielerin Nadja Uhl spricht es aus. Eindringlich erzählt sie auf der Pressekonferenz „Unsichtbare Ausbeutung“, wie sie sich bei der Arbeit an ihrem neuen Film „Operation Zucker“ und auf einer Projektreise mit UNICEF nach Rumänien an das Thema Kinder- und Menschenhandel herangetastet hat. Wie sie versucht hat, Hintergründe und Ursachen dieses Phänomens zu verstehen, das nicht nur weit weg passiert, sondern auch vor unserer Haustür.

Pressekonferenz/Berlin: Hintergründe des weltweiten Kinderhandels

Schauspielerin Nadja Uhl (l.) und Produzentin Dr. Gabriele Sperl (r.) berichteten von ihren Erfahrungen während der Dreharbeiten zum ARD-Spielfilm "Operation Zucker".
© UNICEF/Julia Zimmermann

Viele Aspekte des Films beruhen auf konkreten Erfahrungen, zum Beispiel von Streetworkern, die die Produzenten interviewt haben. Er spitzt zu, berührt und irritiert. Da ist das Schicksal von Fee. Sie spricht kaum ein Wort. Das Mädchen wird mit falschen Versprechen an die Familie nach Deutschland verschleppt und gerät dort in die Fänge von Kinderhändlern und Pädophilen. Die Polizistin im Film, die gegen die kriminellen Netzwerke und Machtgefüge des Menschenhandels kämpft, spielt Nadja Uhl.

Immer mehr Opfer sind Kinder

Der Film, der am 16.1. um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt wird, macht aufmerksam auf das Leid der vielen Opfer von Kinder- und Menschenhandel und die großen Herausforderungen bei der Strafverfolgung der Täter. Das kriminelle Geschäft geschieht im Dunklen. Doch jedes vierte Opfer von Menschenhandel, das weltweit von der Polizei gefunden wird, ist ein Kind oder Jugendlicher. Oftmals wollen sie aus Angst oder Scham nicht mit der Polizei sprechen – niemand erkennt, was hinter ihrem Schicksal steht.

Es gibt keine einfachen Lösungen. Strafverfolgung, Hilfe für die Opfer und Prävention müssen Hand in Hand gehen. Wegschauen ist keine Alternative.

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