MIT DEM ZDF INS JORDANISCHE FLÜCHTLINGSLAGER
Donnerstag, 12. September 2013, 16:32 Uhr
von Lisa-Marie Ullrich | 0 Kommentare

Das ZDF berichtet heute in seinen aktuellen Sendungen von “ZDF-Morgenmagazin” bis “heute nacht” schwerpunktmäßig über die Lage der syrischen Flüchtlinge und die Arbeit der Hilfsorganisationen. Lisa Marie Ullrich, die zur Zeit ein Praktikum bei UNICEF in Jordanien macht, war bei dem Besuch des Fernsehteams in einer Schule und bei einer Familie im Za’atari Camp dabei.

Seit gut anderthalb Monaten arbeite ich mittlerweile als Praktikantin im UNICEF-Regionalbüro für Nah-/Mittelost und Nordafrika in Amman – also mittendrin in der UNICEF-Krisenarbeit für die Flüchtlingskinder und ihre Familien aus Syrien. Auch wenn es in meiner Arbeit um die Auswirkungen des Konflikts auf die gesamte Region geht, so sind auch direkt hier vor Ort in Jordanien die Folgen der Syrienkrise massiv zu spüren.

Mit rund 430.000 Flüchtlingen, die in den vergangenen Wochen und Monaten über die syrisch-jordanische Grenze kamen, sind aktuell schon rund 10 Prozent der Bevölkerung hier in Amman und in anderen Teilen des Landes syrischen Ursprungs. Viele von ihnen konnten bei Freunden oder Verwandten unterkommen. Anderen jedoch bleibt als Zuflucht nur eines der Flüchtlingslager, die an der Grenze errichtet wurden. Das größte davon ist das Za’atari Camp, das mittlerweile zum Zuhause von mehr als 100,000 syrischen Flüchtlingen geworden ist.

Dieses Camp habe ich heute auch mit einem Reporter-Team des Zweiten Deutschen Fernsehens besucht. Am 15. Mai wird der TV-Sender in einem Themenspezial in unterschiedlichen Sendungen über die Lage der syrischen Flüchtlinge berichten – und darüber, wie UNICEF und andere Organisationen ihr Möglichstes tun, um den Alltag dieser Menschen ein kleines Stückchen erträglicher zu machen.

Beispielsweise im Rahmen des Programms zur Säuglings- und Kleinkindernährung, welches UNICEF gemeinsam mit Save The Children im Camp durchführt. Bei diesem Projekt werden täglich rund 100 bis 170 Mütter aus dem Lager in die Technik des Stillens eingewiesen, um ihrem neugeborenen Kind möglichst schon ab dem ersten Tag Muttermilch zukommen zu lassen, die für eine gesundes Aufwachsen so wichtig ist. Ab dem 6. Monat wird die Muttermilch dann durch besonders nahrhafte Kekse ergänzt, welche UNICEF im Rahmen des Programms an betroffene Familien austeilt. Bei Bedarf können Mütter auch über längere Zeit professionell betreut und beim Heranwachsen ihres Kindes begleitet werden.

Gemeinsam mit dem Kamerateam begleiten wir heute eine solche Betreuerin zu einer Familie, die erst vor wenigen Wochen ihr zweites Kind im Camp zur Welt gebracht hat. Einmal pro Woche schaut die Mitarbeiterin hier vorbei, um zu sehen, ob sich das Neugeborene gut entwickelt. Auch hilft sie der jungen Mutter dabei, das Kleine richtig zu stillen und bringt ein paar nahrhafte Kekse für das anderthalbjährige Geschwisterchen mit.

Durch solche Besuche kann eine angemessene frühkindliche Ernährung sichergestellt werden, die ausschlaggebend dafür ist, wie sich ein Kind auch Jahre später noch entwickelt. Umso entscheidender ist dies unter den bedrückenden Umständen des Za’atari Camps, in dem die Kleinsten der syrischen Flüchtlinge ihre ersten Lebensjahre verbringen müssen.

Lisa Marie Ullrich studiert ab Herbst Internationale Beziehungen in Berlin und engagiert sich schon seit ihrer Schulzeit für UNICEF. Unter anderem schreibt sie regelmäßig Blogs für die UNICEF-Jugendseite Younicef. Zur Zeit macht sie ein Praktikum im UNICEF-Regionalbüro in Amman.

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