WM 2014 - FAIR PLAY FÜR JEDES KIND!

10. Juni 2014 von Rudi Tarneden 0 Kommentare

PROFIFUSSBALLER TINGA UNTERSTÜTZT KINDERSCHUTZKAMPAGNE

Paulo Cézar Tinga kennt in Brasilien jedes Kind. Der frühere Mittelfeldstar von Borussia Dortmund hat geschafft, wovon Millionen Heranwachsende in seiner Heimat träumen: eine Karriere als Profi-Fußballer.

Doch Erfolg schützt nicht vor Demütigungen. Im Februar ahmten Zuschauer während eines Matches der lateinamerikanischen Champions League bei jedem Ballkontakt des dunkelhäutigen Spielers Affenlaute nach. Der Ausbruch von Rassismus machte kurz vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft die Schattenseiten Lateinamerikas sichtbar: Armut, Perspektivlosigkeit, Diskriminierung und Gewalt.

Es ist zu befürchten, dass während des Sportevents die Probleme für die benachteiligten Kinder und Jugendliche in den Favelas sogar noch zunehmen. Wenn Schulen geschlossen sind und viele Heranwachsende in großen Menschenmassen sich selbst überlassen sind wächst die Gefahr von Kinderarbeit, sexueller Ausbeutung, Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Mobil gegen Kinderrechtsverletzungen

UNICEF-Brasilien hat deshalb vor dem Anpfiff eine landesweite Kinderschutzkampagne gestartet. Dazu wurde die App „Proteja Brasil“ für mobile Endgeräte entwickelt.

Mit der App können Nutzer einfach und schnell Kinderrechtsverletzungen oder Beobachtungen von Gewalt gegen Kinder an Kinderschutzeinrichtungen in ihrer Nähe melden. Die App "Proteja Brasil" zeigt auf Portugiesisch, Spanisch und Englisch die nächstgelegene Anlaufstelle für Betroffene an und weist den Nutzer auf die nationale Hotline „Disque 100“ hin. „Tinga“ persönlich ließ es sich nicht nehmen die App vorzustellen. Dabei erklärte er: „Als ich mit Rassismus konfrontiert war und dagegen ankämpfte haben mich viele unterstützt. Jetzt ist es in Ihrer Hand, unsere Kinder vor Gewalt und Diskriminierung zu schützen – jedes von ihnen.“

Hintergrund der Initiative ist die tiefe soziale Kluft in Brasilien. So wächst trotz wirtschaftlicher Erfolge der vergangenen Jahre mehr als ein Drittel der rund 21 Millionen zwölf und 17 Jährigen in Armut auf. Vielen bleibt eine gute Schul- oder Berufsausbildung verwehrt.

Recht auf Spiel und Sport

UNICEF will die WM nutzen, diesen Mädchen und Jungen Gehör zu verschaffen, und ihr Recht auf Spiel und Sport zu stärken. Zum Beispiel wirbt an den zwölf Austragungsorten ein Netzwerk von minderjährigen Aktivisten für Spiel- und Bildungsangebote für die ärmsten Kinder. Ende Mai beteiligten sich viele von ihnen am internationalen Straßenfußball-Festival in Fortaleza. Und Hunderte Sportlehrer wurden im vergangenen Jahr geschult, um behinderte Kinder in Schulen und Vereinen einzubeziehen.

Sport kann die sozialen Probleme eines Landes nicht lösen. Aber er kann den Mädchen und Jungen wichtige Erfahrungen eröffnen. Sie können dabei Disziplin, Respekt, Verantwortung und Solidarität lernen – Werte, die ihnen Kraft und Orientierung geben können.

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