SYRIEN: ÜBERLEBEN IN RUINEN
Dienstag, 1. Juli 2014, 10:54 Uhr
von Ninja Charbonneau | 0 Kommentare

Ibaa (Name geändert) ist 13 und steht vor einem Trümmerhaufen. Ein Großteil seiner Heimatstadt Homs, wie so viele Städte in Syrien, ist völlig zerstört, und Gefahren drohen überall. Aber der tapfere Junge beklagt sich nicht. Er durchsucht jeden Tag die Schuttberge von Homs nach Brauchbarem, das er verkaufen kann, und hilft seiner Familie so zu überleben.

Ibaa aus Homs

© UNICEF/NYHQ2014-0817/Ali

„Die Ratten beißen mich dauernd“

„Ich bin seit letztem Jahr nach der siebten Klasse nicht mehr zur Schule gegangen“, sagt Ibaa. „Mein Vater hat wenig Einkommen und viele Schulden und konnte die Familie nicht mehr allein ernähren. Ich habe mich entschieden, Lumpensammler zu werden. Was wir zu Hause zu Essen auf dem Tisch haben, hängt davon ab, wie viel Glück ich an dem Tag beim Sammeln hatte. An einem guten Tag verdiene ich mit dem Verkauf der Sachen bis zu 1.000 syrische Pfund (etwa fünf Euro). An anderen Tagen kann ich nur ein paar Metallteile für 500 Pfund verkaufen.“

Homs: Ibaa durchsucht Schuttberge

© UNICEF/NYHQ2014-0818/Ali

Ibaa hat vor einem Jahr angefangen, die Schuttberge auf der Straße zu durchsuchen – während in der Stadt heftig gekämpft wurde. Er hat gelernt, den bewaffneten Männern aus dem Weg zu gehen, vor Blindgängern auf der Hut zu sein und sich vor Ratten und anderen Nagern in Acht zu nehmen. „Die Ratten beißen mich dauernd“, sagt Ibaa. Immerhin herrscht in Homs eine Art Waffenruhe, so dass nach und nach Familien in die Stadt zurückkommen und damit beginnen, ihre Häuser – oder das, was davon geblieben ist – wieder bewohnbar zu machen.

Homs – eine einst blühende Stadt in Schutt und Asche

Jetzt, da die Kämpfer der Opposition sich aus Homs zurückgezogen haben und die Regierung die monatelange Belagerung aufgehoben hat, wird das ganze Ausmaß der Zerstörung erst sichtbar.

Wir tun alles, was wir können, um den Kindern in Syrien zu helfen. In ganz Syrien haben wir ein Netzwerk aus Notschulen, Kinderzentren und Jugendclubs aufgebaut, in denen die Mädchen und Jungen lernen und spielen können. Die Zukunft einer ganzen Generation von Kindern steht auf dem Spiel. Wir müssen ihnen jetzt helfen, damit sie später in der Lage sind, ein friedliches Land wiederaufzubauen.

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