GUTE ERNÄHRUNG FÜR KINDER WIRKLICHKEIT WERDEN LASSEN
Donnerstag, 10. September 2020, 16:45 Uhr
von Lulutani Tembo | 0 Kommentare

Fünf Jahre nachdem sich die Weltgemeinschaft in der Agenda 2030 dazu verpflichtet hat, Hunger, Ernährungsunsicherheit und alle Formen der Mangelernährung zu beenden, leiden noch immer rund 690 Millionen Menschen unter Hunger. Allein 144 Millionen Mädchen und Jungen sind wegen chronischer Mangelernährung unterentwickelt und damit zu klein für ihr Alter.

Gemeinsam gegen Mangelernährung

Auch in Malawi leiden viele Menschen unter Mangelernährung. UNICEF und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) helfen gemeinsam, um die Situation nachhaltig zu verbessern – damit mehr Kinder in Malawi gesund aufwachsen können.

Malawi: Elizabeth stillt ihre Tochter Estery.

Gesund und Glücklich: Elizabeth aus Malawi mit ihrer kleinen Tochter Estery
© UNICEF/UNI280915/

So wie die acht Monate alte Estery aus Malawi: Ihre Mutter Elizabeth besucht eine Elterngruppe, in der sie lernt, wie sie ihr Baby gesund und ausgewogen ernährt und welche Hygieneregeln sie dabei beachten muss.

„Die Leiterinnen der Elterngruppe kommen alle zwei Wochen zu uns nach Hause“, sagt Elizabeth. „Ich habe viel von ihnen gelernt. Sie geben uns Tipps zur Gesundheit und Ernährung von Kindern.“

Malawi: Vorstellung der wichtigen Lebensmittelgruppen für eine gesunde Ernährung.

Die Leiterinnen der Elterngruppen sprechen mit den Müttern und Vätern vor allem über eine ausgewogene Ernährung, die Bedeutung von Lebensmittelgruppen, Nährstoffen und vieles mehr.
© UNICEF/UNI280936/

Jedes dritte Kind in Malawi ist wegen Mangelernährung unterentwickelt

Doch längst nicht allen Kindern in Malawi geht es so gut wie Estery. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2016 hat gezeigt, dass in dem Land mehr als jedes dritte Kind unter fünf Jahren aufgrund von Mangelernährung unterentwickelt ist.

Doch Wachstumsstörungen und Unterernährung sind nicht nur auf einen Nahrungsmangel zurückzuführen. Unzureichende Sanitäranlagen und Hygiene zählen ebenfalls zu den Hauptursachen für die Krankheiten, wie Sangita Jacob Duggal, Leiterin des Ernährungsprogrammes von UNICEF Malawi, erklärt.

„Es ist absolut wichtig, dass Gemeinden, insbesondere in ländlichen Gebieten, die richtige Unterstützung und Bildung erhalten, um sicherzustellen, dass ihre Familien sich gesund ernähren und nicht krank werden", so Sangita Jacob Duggal.

Von Eltern für Eltern: Wissen über Hygiene und eine gesunde Ernährung stärken

Ganizani Mhone ist sebst Mutter und leitet die Elterngruppe, die auch Elizabeth besucht. Ganizani wurde zum Thema Ernährung geschult und gibt in den Kursen ihr Wissen an andere Mütter und Väter weiter. Ganizani ermutigt in ihren Kursen Eltern, Toiletten zu bauen und auf regelmäßiges Händewaschen zu achten.

Malawi: Ganizani erklärt Elizabeth und ihrer Tochter, wie sie sich ausgewogen ernähren können.

Ganizani besucht Elizabeth und Estery zuhause und erklärt das Wichtigste zur Ernährung von Babys und kleinen Kindern.
© UNICEF/UNI280938/

 „Unser Ziel ist es, Krankheiten vorzubeugen, die unsere Kinder bekommen können“, erklärt Ganizani. „Wenn sie dafür sorgen, dass ihre Kinder gesund sind, sparen die Familien auch Geld, das sie dann für andere Zwecke verwenden können."

Malawi: Eine Familie zeigt ihre frisch geernteten Tomaten aus eigenem Anbau.

Daisley, ihr Sohn und ihr Ehemann mit frisch geernteten Tomaten aus ihrem Garten
© UNICEF/UNI280933/

Ganizani berät auch schwangere Frauen wie Daisley Banda und empfiehlt ihnen beispielsweise ab dem dritten Schwangerschaftsmonat Geburtskliniken zu besuchen und sich abwechslungsreich zu ernähren, damit die heranwachsenden Babys möglichst alle Nährstoffe erhalten, die sie benötigen.

Malawi: Elizabeth sitzt lächelnd mit ihrer Tochter auf der eigenen Gartenmauer.

Elizabeth vor ihrem Garten, in dem sie heimisches Gemüse anpflanzt
© UNICEF/UNI280923/

In den Elterngruppen erfahren Mütter und Vater auch, wie wichtig es ist, eigenes Obst und Gemüse anzubauen. Auch Elizabeth hat einen kleinen Garten hinter ihrem Haus angelegt und sagt: „Dem selbstgemachten Brei für Estery füge ich Gemüse aus meinem Garten hinzu, denn ich habe gelernt, dass ein Kind gutes Essen braucht um gesund zu sein.“

Malawi: Esterys Wert auf dem MUAC-Maßband ist im grünen Bereich.

Alles im grünen Bereich: Ganizani überprüft mit einem Maßband, ob Estery mangelernährt ist
© UNICEF/UNI280918/

Der Kampf gegen Mangelernährung wirkt

In Malawi unterstützt das Bundesentwicklungsministerium in sechs Distrikten ein mehrjähriges UNICEF-Programm gegen Mangelernährung und Unterentwicklung.

Das Programm trägt dazu bei, die Bemühungen zur Ernährungssicherung der malawischen Regierung im Rahmen der internationalen Initiative „Scaling Up Nutrition“ (kurz „SUN“) umzusetzen und somit die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen zu erreichen. Weltweit haben sich 61 Länder der SUN-Initiative angeschlossen, mit dem Ziel, alle Formen von Unterernährung im eigenen Land zu beseitigen und Ernährungssicherheit zu erreichen.

     
       

Die SUN-Initiative ist in Malawi von entscheidender Bedeutung im Kampf gegen Mangelernährung und die Unterentwicklung von Kindern. Die Unterstützung des BMZ trägt maßgeblich dazu bei, den Kindern vor Ort zu helfen.

Sangita Jacob Duggal

       

Dank der Unterstützung des BMZ konnte UNICEF Elterngruppen ausbilden, um Gemeinden in den Bereichen Ernährung, Gesundheit, sanitäre Grundversorgung und Hygiene zu unterstützen.

Malawi: Eine Mutter ist glücklich, dass ihre drei Kinder alle wieder gesund sind.

Die beiden Geschwister von Chisomo Gondwe (rechts) haben sich nach einer Mangelernährung wieder erholt
© UNICEF/UNI280919/

Und die Investition zahlt sich aus: Der Ernährungszustand von Frauen und Kindern, die im Rahmen des Programms erreicht wurden, hat sich deutlich verbessert. Über 309.000 Kinder und mehr als 403.000 Frauen haben 2019 von dem Programm profitiert.

Auch Elizabeth ist froh, dass sie die Elterngruppe besucht hat und sagt, dass sich dank der Unterstützung, die sie dort erhalten hat, ihr Leben zum Besseren verändert hat.

** Der Blogbeitrag von Lulutani Tembo erschien im Original am 27. Februar 2020 hier und wurde übersetzt und bearbeitet von Jenifer Stolz.

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