ABOUD AUS SYRIEN: MUSIK VERBINDET
Samstag, 25. Juli 2020, 09:00 Uhr
von Jenifer Stolz | 0 Kommentare

EINE GESCHICHTE ÜBER GRENZENLOSE TRÄUME UND SOLIDARITÄT

Dies ist die Geschichte über Aboud Kablo, dessen größter Traum es ist, eines Tages ein berühmter Geiger zu werden. Selbst Krieg und Vertreibung konnten ihm diesen Traum nicht nehmen. Und es ist die Geschichte über die Menschen, die Aboud dabei unterstützen, seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Von Aleppo nach Sydney

Aboud wurde in Aleppo geboren, die Stadt im Norden Syriens, die vor einigen Jahren zum Symbol für den grausamen Krieg im Nahen Osten wurde. Wie viele andere Familien musste auch Aboud mit seinen Eltern und seinen Geschwistern sein Zuhause verlassen, um der eskalierenden Gewalt zu entkommen. Zu dem wenigen Hab und Gut, das die Familie auf ihrer Flucht mitnehmen konnte, gehörte Abouds alte Kindergeige.

Ihre Flucht führte sie ins benachbarte Libanon, wo Aboud und seine Familie in einem Bergkloster unterkamen. Sie waren nun zwar in Sicherheit, doch ihr Leben war völlig auf den Kopf gestellt worden. Fast zwei Jahre lang konnten Aboud und seine beiden Brüder nicht zur Schule gehen.

Aleppo: Ein zerstörtes Haus inmitten des Bürgerkrieges.

Ein Haus in der syrischen Stadt Aleppo liegt in Trümmern.
© UNICEF/UN066074/Rostkowski

Der heute 16-jährige Aboud beschloss, das Beste aus der Situation zu machen: Nachdem er in Syrien nur einige wenige Stunden Geigenunterricht gehabt hatte, brachte er sich das Spielen des Instruments selbst bei – indem er sich YouTube-Videos ansah.

     
       

Die Musik hat mir im Libanon sehr geholfen. Wenn ich Geige spielte, konnte ich alles um mich herum vergessen. Ich konnte meine Gefühle mit der Musik ausdrücken.

Aboud

       

Eine zufällige Begegnung mit der BBC-Journalistin Susie Attwood gab Abouds Leben eine neue Wendung. Susie, die ebenfalls Geige spielt, war beeindruckt von seinem Talent und bat die Universität Oxford Aboud zu unterstützen. Ohne lange zu zögern, beschloss die Universität Aboud eine Geige aus dem 19. Jahrhundert zu überlassen. Ein unglaubliches Geschenk! Doch das wahre Geschenk war Susies Glaube an ihn.

Neue Saiten – neue Horizonte

Abouds Familie beantragte ein Visum für Australien und nach zwei langen Jahren des Wartens im Libanon wurde ihr Antrag schließlich genehmigt. Ein neues Kapitel im Leben der Familie konnte beginnen – in einem neuen Zuhause.

Der Start in einer neuen Schule, eine neue Sprache lernen – für Aboud war all dies eine große Herausforderung. Aber auch in Australien konnte Abouds Liebe zur Musik die Menschen um ihn herum begeistern. Der Geigenlehrer Leigh Middenway zum Beispiel sah Abouds unglaublichen Lerneifer und förderte ihn ehrenamtlich.

Australien: Der junge Syrer Aboud spielt auf seiner Geige.

Der junge Syrer Aboud spielt konzentriert auf seiner Geige.
© UNICEF Australia/Ziaziaris

Dank seines Talents und der großen Unterstützung eröffnete sich Aboud in Australien eine Welt voller neuer Möglichkeiten. Nur wenige Monate nachdem seine Familie in Sydney ankam, erhielt Aboud ein Stipendium beim renommierten „Sydney Youth Orchestra“, mit dem er nun regelmäßig auftritt. Seinem Traum, ein berühmter Geiger zu werden, kommt Aboud Stück für Stück näher.

Mit seiner Musik möchte er anderen Menschen etwas zurückgeben und ihr Leben mit seiner Kunst bereichern. Vor allem aber möchte er anderen geflüchteten und migrierten Kindern Mut machen und Hoffnung geben. Besonders wichtig ist es ihm, dass Kinder wie er, mit all ihren Facetten, Träumen und Potenzialen gesehen werden und Menschen erkennen, was all diese Kinder erreichen können.  

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