MOHAMMED BADRA, SYRIEN

SYRIEN: DIE KINDER, DIE AUSHALTEN MÜSSEN

Duma, die neuntgrößte Stadt Syriens, nicht weit von Damaskus. Auch diese Stadt: eine Stadt im Krieg, voller apokalyptischer Szenen, voller Begegnungen mit Blut, Schmerz und Tod. Auch für die Kinder, und für sie vielleicht noch unfassbarer.

Der in Duma geborene und für die Agentur epa arbeitende Fotojournalist Mohammed Badra hat Architektur studiert. Doch der Krieg wandelte ihn: Er wurde zum Zeugen der Ereignisse, er leistete erste Hilfe für den Roten Halbmond, die Schwesterorganisation des Roten Kreuzes, und engagierte sich in der psychologischen Betreuung von Opfern. Badras Bild der beiden festlich gekleideten Kinder, der feste Blick des Mädchens in Weiß, der unruhige Blick des Mädchens in Rot, die mit Einschusslöchern übersähte Wand – ein fast surrealer Moment im Waffengetöse.

Etwa eine Million Menschen hat der Krieg in Syrien zu Geiseln zwischen den Fronten gemacht, Kinder sterben in bombardierten Schulen, arbeiten in Leichenhallen, letzte Krankenhäuser schließen. In weiteren Fotos seiner Reportage hat Badra Belege eines ebenso rührenden wie fast unglaublichen Überlebenswillen eingefangen: Kinderspielplätze in Erdbunkern, über deren Eingang Mickey-Mouse-Figuren hängen. Eine Kissenburg mit Bällen hinter Gittern. Und ein Riesenrad, montiert aus zersägten Raketenresten, in einem Bunker aus Beton.

Biografie: Mohammed Badra (epa)

Portrait: Mohammed Badra

© Mohammed Badra (epa)

Mohammed Badra was born in Douma, Syria. He studied architecture at Damascus University but had to abandon his studies in his third year due to the war. After working for other news agencies he joined epa (European Pressphoto Agency) in October, 2015 as staff photographer. Mohammed has also worked with the Syrian Red Crescent as a first-aider, psychological supporter and photographer. His strong desire is that his photography contributes to a better awareness of the ongoing crisis in Syria.


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