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BANGLADESCH: ERDRUTSCHE UND ÜBERSCHWEMMUNGEN IN ROHINGYA-CAMPS
Cox's Bazar/Köln
Montag, 30. Juli 2018, 00:00 Uhr

Starke Monsun-Regenfälle haben in den vergangenen Tagen in den Flüchtlingscamps und Notunterkünften für Rohingya in Bangladesch schwere Überschwemmungen und Erdrutsche verursacht. Teile der riesigen Flüchtlingscamps mit ihren improvisierten Behausungen befinden sich auf lehmigem Boden in Hanglage. UNICEF Informationen zufolge wurden fünf Kinder durch die Erdrutsche der letzten Woche getötet. Viele weitere wurden verletzt. Insgesamt 100.000 Kinder in unsicher gelegenen Hütten sind jetzt besonders bedroht.

Rohingya Flüchtlingskinder stehen im Wasser.

Rohingya-Kinder laufen durch das überflutete und schlammige Shamlapur-Flüchtlingscamp im Distrikt Cox's Bazar in Bangladesch.
© UNICEF/UN0213967/Sokol

In der vergangenen Woche erreichte der Niederschlag 463 Millimeter innerhalb von nur 24 Stunden. Die instabilen Hütten, die sich auf schlammigem Lehmboden befinden, können den Menschen kaum Schutz bieten. Hunderte Notunterkünfte konnten den Regenfällen und Erdrutschen bereits nicht mehr Stand halten. Schon 4.000 Menschen wurden obdachlos, darunter viele Kinder. Dabei hat die Regenzeit ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. 

„Die Monsun-Regenfälle verschlimmern die bereits prekäre humanitäre Situation der Kinder in Bangladesch“, sagte Edouard Beigbeder, der Leiter von UNICEF Bangladesch. „Die humanitären Bedingungen in den Flüchtlingscamps waren bereits vor Beginn der Regenzeit problematisch. Viele Menschen leben auf zu engem Raum in dürftigen Unterkünften, in denen Kindern erhöhten Risiken für ihre Gesundheit und Sicherheit ausgesetzt sind."

„Neben der Zerstörung von Unterkünften und anderen Noteinrichtungen, führt der starke Regen zur Überflutung der Zugangsstraßen und erhöht das Risiko von gefährlichen Krankheitsausbrüchen wie Durchfall und Cholera. Für viele Rohingya – darunter auch zahlreiche Kinder und Jugendliche – bedeutet dies, dass sie erneut ihr Zuhause verlassen müssen.“ 

Auch zahlreichen Notschulen und Kinder- und Frauenzentren, die UNICEF und Partner in den Camps betreiben, droht die Schließung.

Humanitäre Organisationen bereiten sich auf die Evakuierung und Umsiedlung von Familien in den besonders bedrohten Teilen der Lager vor und informieren die Familien über die drohenden Gefahren. Über 36.000 Rohingya-Flüchtlinge wurden bereits in sichere Bereiche gebracht, doch es fehlt an Platz. 

UNICEF versorgt Familien mit Hilfsgütern wie Plastikplanen, Hygienepaketen, stellt Spiel- und Lernutensilien bereit und evaluiert die Lage vor Ort, um unter anderem die vorhandenen Lernzentren aufrechtzuerhalten und auszuweiten, damit die Kinder während der Monsunzeit weiter lernen können.

UNICEF ruft dringend zu Spenden auf:

UNICEF, Bank für Sozialwirtschaft KölnIBAN DE57 3702 0500 0000 3000 00BIC BFSWDE33XXXStichwort: Nothilfe Rohingya

Chrisitine Kahmann, UNICEF Deutschland

PRESSEKONTAKT

Christine Kahmann
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E-Mail: presse(at)unicef.de