Rohingya in Bangladesch: Tausende Familien sind von starken Überschwemmungen bedroht.

ROHINGYA-KRISE: MONSUN IM FLÜCHTLINGSCAMP

FLÜCHTLINGSKINDER IN BANGLADESCH – JETZT SPENDEN & HELFEN

Der Monsun trifft die Menschen in Bangladesch und anderen Ländern Asiens: Tagelange Regenfälle in den Rohingya-Flüchtlingscamps haben zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Regen und Sturm hinterlassen starke Schäden. Tausende Familien sind in Gefahr.

Rohingya in Bangladesch: Junge mit Regenschirm im überschwemmten Camp.

© UNICEF/UN0325324/Brown

Noch immer leben fast eine Million Rohingya in großen provisorischen Camps in Bangladesch, die meisten von ihnen in der Küstenregion Cox's Bazar. Über die Hälfte sind Kinder. UNICEF-Mitarbeiter sind vor Ort und kümmern sich während des Monsuns intensiv um die Familien. Die Situation in den Camps könnte sich noch zuspitzen: Für die nächsten Wochen werden weitere, noch schwerere Regenfälle erwartet.

Die Kinder in den Camps brauchen uns jetzt! So unterstützen Sie die Arbeit unserer Helfer vor Ort:

1 Familien-Hygieneset mit Seife, Zahnpasta und Co.
20.000 Reinigungstabletten für Trinkwasser
5 Erste-Hilfe-Pakete mit Medikamenten und Nährstoffpulver

HILFE FÜR DIE GEFLÜCHTETEN ROHINGYA

Unsere Mitarbeiter sind seit dem Anfang der Rohingya-Flüchtlingskrise vor Ort und an der Seite der Kinder. Bereits die ersten Flüchtlinge im August 2017 wurden von unseren Teams schnell und gezielt mit Wasser und Medikamenten versorgt. Kinder erhielten feste Anlaufstellen und Betreuung durch geschultes Personal. Mittlerweile ist UNICEF in den Flüchtlingscamps fest eingerichtet und versorgt die Kinder jeden Tag mit Wasser, Nahrung und medizinischer Hilfe.

Ein paar Beispiele, was wir für die Rohingya in Bangladesch tun:

Um die Gefahr von ansteckenden Krankheiten wie Cholera zu minimieren, hat UNICEF 900.000 Rohingya in den Camps gegen die gefährliche Durchfallerkrankung geimpft.

Wir haben zahlreiche Notschulen in den Camps eingerichtet. Zehntausende Kinder können dadurch weiter zur Schule gehen.

Hunderttausende Rohingya erhalten von UNICEF sauberes Trinkwasser. UNICEF hat außerdem über 1.000 neue Toiletten-Anlagen installiert.

UNICEF hat in den Camps Kinderzentren aufgebaut, in denen die Kinder spielen können. Die Jugendlichen können sich in eigenen Jugendclubs treffen.

BANGLADESCH: LEBEN IM FLÜCHTLINGSCAMP

Regenfälle erschweren den Alltag

Durch den Monsun ist in den Camps viel zerstört worden: Viele der eingerichteten Notschulen sind betroffen, und auch Latrinen und Kinderschutzzentren sind durch Sturm und Regen beschädigt worden. Sie müssen dringend repariert oder neu aufgebaut werden. Vor allem die zerstörten Toiletten-Anlagen sind eine große Gefahr: Durch verunreinigtes Wasser können sich Krankheiten wie z.B. Cholera schnell übertragen. Für Kinder ist das Risiko besonders hoch.

 

Während der Monsun-Zeit (ca. Juni bis Oktober) machen die starken Regenfälle die Bedingungen in den Camps zeitweilig katastrophal. Einige Teile der Flüchtlingscamps befinden sich in Hanglage. Die Rohingya, die hier leben, sind bei Regenfällen von Erdrutschen bedroht. UNICEF hat Tausende Menschen innerhalb der Lager an sicherere Orte umgesiedelt. Unsere Mitarbeiter vor Ort haben außerdem lebenswichtige Vorräte aufgestockt – zum Beispiel Wasserreinigungs-Tabletten, Hygiene-Kits und Medikamente.

Wir richten auch weitere Toiletten-Anlagen in den Camps ein und sorgen für sauberes Trinkwasser. Damit sich gerade jetzt in der Regenzeit keine übertragbaren Krankheiten verbreiten, impfen wir die Menschen – zum Beispiel gegen Cholera. Die Rohingya-Familien bekommen auch schützende Regenkleidung wie Gummistiefel oder Regenumhänge von uns.

Schon im letzten Jahr (2018) hatte UNICEF sich intensiv auf die Überschwemmungen und Erdrutsche während des Monsuns vorbereitet.

UNICEF bringt in großen Trucks sauberes Trinkwasser in die Lager.

Zweimal täglich bringt UNICEF in großen Trucks sauberes Trinkwasser in die Camps. In langen Schlangen stehen die geflüchteten Rohingya an: Jeder erhält pro Tag zwei Liter Wasser.
© UNICEF/UN0216997/LeMoyne

Notschulen sind wichtig

Die meisten Kinder hinken in ihrer schulischen Bildung stark hinterher. Damit die Mädchen und Jungen weiter lernen können, haben wir Notschulen eingerichtet und altersgerechte Lernprogramme für sie entwickelt. Für viele Kinder in den Camps ist es ihr größter Wunsch, wieder lernen zu können. "Mit einer guten Ausbildung können wir sein, wer wir sein wollen", sagt etwa die 14-jährige Ashadia. Die Klassen sind deshalb oft überfüllt.

"Wenn wir nicht jetzt in die Bildung investieren, stehen wir vor der sehr realen Gefahr, dass eine 'verlorene Generation' von Rohingya-Kindern heranwächst", sagt der Leiter von UNICEF Bangladesch, Edouard Beigbeder. Die Mädchen und Jungen brauchen Bildung, um sich später ein eigenes Leben aufbauen zu können.

Größtes Flüchtlingslager der Welt in Bangladesch

Viele der geflüchteten Rohingya leben in riesigen Flüchtlingslagern. Die meisten Einwohner hat Kutupalong: Rund 600.000 Rohingya leben hier in ihren notdürftig zusammengebauten Hütten. Kutupalong ist damit aktuell das größte Flüchtlingscamp weltweit. Wie gigantisch groß das Lager ist, zeigt unser Drohnen-Video:

Die Unterkünfte der Rohingya in den Camps sind noch immer provisorisch. Sie bestehen vor allem aus Bambus, Wellblech und Zeltplanen. Nach der Flucht im Sommer 2017 waren die Hütten in aller Eile gebaut worden. Hunderttausende Rohingya sind damals vor der Gewalt in Myanmar nach Bangladesch geflohen. 

Die Situation der Rohingya ist bis heute unverändert schwierig. Ob und wann sie in ihre Heimat Myanmar zurückkehren werden, ist nach wie vor unklar.

JETZT FÜR DIE ROHINGYA AUS MYANMAR SPENDEN

In ihrer Heimat Myanmar und auf der Flucht haben die Rohingya-Kinder teils Schreckliches erlebt. Einige mussten mitansehen, wie ihre Eltern, Geschwister oder andere Angehörige starben. Im Camp sind vor allem Mädchen in Gefahr, sexuell ausgebeutet zu werden. Manche von ihnen werden schon als Kinder verheiratet.

In den UNICEF-Kinderzentren finden diese Kinder einen Ort, an dem sie das Erlebte verarbeiten, spielen, lachen und "einfach Kind sein dürfen", wie William Kollie, Manager im UNICEF-Kinderschutzprogramm, sagt. Hier erhalten sie auch psychosoziale Hilfe und lernen, welche Rechte sie haben.

Möchten Sie den Rohingya-Flüchtlingskindern helfen? Dann spenden Sie jetzt und unterstützen Sie die UNICEF-Arbeit für die Rohingya ganz gezielt. Ihre Hilfe kommt an und wird dringend gebraucht. Vielen Dank!

Rohingya: Ein Junge lacht in einem UNICEF-Kinderzentrum in Bangladesch

Dieser Junge ist stolz auf das Wandbild, das er gemeinsam mit anderen Mädchen und Jungen in einem UNICEF-Kinderzentrum gemalt hat. Mit Ihrer Spende können wir noch mehr Kindern wie ihm unbeschwerte Augenblicke schenken.
© UNICEF/UN0213496/Brian Sokol

Wer sind die Rohingya?

Die Rohingya sind eine muslimische Minderheit, die im überwiegend buddhistischen Myanmar lebt. Sie sind staatenlos – werden also von Myanmar nicht als Staatsbürger anerkannt. In Myanmar werden sie seit Jahrzehnten diskriminiert und verfolgt. Sie dürfen z.B. dort nicht wählen und haben keinen Zugang zu höherer Bildung. Die meisten Rohingya sind deshalb sehr arm. Die Vereinten Nationen bezeichnen sie dadurch als die "am stärksten verfolgte Minderheit der Welt".

Die Vorfahren der Rohingya waren vermutlich zumindest teilweise muslimische Bengalis. Ab dem 16. Jahrhundert siedelten sie sich im Norden des heutigen Myanmars an. Seit August 2017 sind Hunderttausende von ihnen vor der gegen sie gerichteten Gewalt in Myanmar geflohen – überwiegend nach Bangladesch.

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