Rohingya in Bangladesch: Tausende Familien sind von starken Überschwemmungen bedroht.

Corona & Monsun bedrohen Rohingya – jetzt spenden!

Corona im Rohingya-Flüchtlingscamp

Das Coronavirus hat sich über die Welt ausgebreitet. Auch in den Rohingya-Flüchtlingscamps in Bangladesch sind Menschen an Covid-19 erkrankt. Für die Kinder und Familien hier bedeutet das Virus eine besonders große Gefahr.

Corona in Rohingya-Camps: Familien halten Abstand, während sie Schlange stehen in einem Ernährungszentrum.

Schlange stehen mit Abstand: In den von UNICEF unterstützten Ernährungszentren wurden Hygieneregeln zum Schutz vor Covid-19 eingeführt.

© UNICEF/UNI367198/Jean

In den provisorischen Hütten in den Camps leben etwa 850.000 Rohingya dicht an dicht. Abstand halten ist nahezu unmöglich. Die hygienischen Verhältnisse sind teils katastrophal, und es gibt derzeit keine ausreichende medizinische Versorgung. Während der Monsun-Zeit (etwa von Juni bis Oktober) ist die Lage durch die starken Regenfälle und Stürme noch schwieriger. 

Hunger in Rohingya-Camps: Ein Kind wird per Oberarmmessung auf Mangelernährung hin untersucht.

Doppelte Gefahr: Mangelernährung plus Corona-Pandemie bedrohen die Rohingya-Kinder. 

© UNICEF/UNI367199/Map

Viele Rohingya wären dem Virus und seinen Folgen schutzlos ausgeliefert, sollten sie sich infizieren. Für mangelernährte und durch andere Krankheiten geschwächte Kinder ist die Situation besonders bedrohlich.  

Die Kinder in den Rohingya-Camps brauchen zum Schutz vor Covid-19 dringend Seife und andere Hilfsgüter. Helfen Sie mit Ihrer Spende!

Gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Bangladesch

Wir von UNICEF helfen seit Beginn der Corona-Pandemie Kindern und Familien in einem weltweiten Nothilfe-Einsatz. Auch in den Rohingya-Camps in Bangladesch haben sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einen Ausbruch von Covid-19 vorbereitet. Da es seit Mitte Mai die ersten bestätigten Corona-Fälle gibt, haben wir unsere Hilfsmaßnahmen weiter verstärkt.

Händewaschen ist der beste Schutz vor COVID-19.

Im größten Flüchtlingscamp der Welt: Gründliches Händewaschen ist der beste Schutz vor COVID-19. 

© UNICEF/UNI315490/Himu

Corona-Pandemie: So helfen wir den Rohingya vor Ort

  • Für Covid-19-Patienten haben wir in der Region Cox's Bazar gemeinsam mit unseren Partnern ein spezielles Corona-Behandlungszentrum aufgebaut. Es umfasst 200 Betten und ist medizinisch voll ausgerüstet. 
  • Wir haben in den Camps Wasser- und Sanitäranlagen für Hunderttausende eingerichtet. Mittlerweile gibt es auch mehrere Tausend Handwaschstationen mit Seife und sauberem Wasser. 
  • Wir rüsten Gesundheitshelfer mit Schutzkleidung wie Masken, Einmalhandschuhen und Schutzanzügen aus.
  • Angesichts der Corona-Pandemie haben wir unsere Hygiene-Aufklärung in den Camps noch verstärkt: UNICEF-Helfer üben mit den Kindern, wie sie sich richtig die Hände waschen – und sie erklären ihnen, was sie sonst noch über Hygiene wissen müssen. 
  • Die Lernzentren sind als Vorsichtsmaßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus vorübergehend geschlossen. Wir unterstützen Mädchen und Jungen aber dabei, von zuhause aus zu lernen – zum Beispiel indem wir ihnen Arbeitsbücher und Lernmaterial bereitstellen.  

Dramatische Lage für Rohingya in den Flüchtlingscamps

Größtes Flüchtlingslager der Welt in Bangladesch

Kutupalong ist mit mehr als 600.000 Rohingya das größte Flüchtlingslager der Welt. Wie gigantisch groß das Lager ist, zeigt unser Drohnen-Video:

Die Unterkünfte der Rohingya in den Camps sind noch immer provisorisch und teils in katastrophalem Zustand. Sie bestehen vor allem aus Bambus, Wellblech und Zeltplanen. Nach der Ankunft der Geflüchteten im Sommer 2017 waren die Hütten in aller Eile gebaut worden. Hunderttausende Rohingya sind damals vor der Gewalt in der Region Rakhine in Myanmar nach Bangladesch geflohen.

Gefahr durch Monsun: Zerstörte Schulen und Toiletten  

Regelmäßig werden die Rohingya-Camps in den Sommermonaten vom Monsun heimgesucht. In diesem Jahr fällt er bislang besonders heftig aus. Anhaltende Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche können in den provisorischen Camps große Zerstörung anrichten.

Monsun im Flüchtlingslager: Ein Rohingya-Mädchen sucht unter Regenschirm Schutz vor den Regenfällen

Der jährliche Monsun überschwemmt Teile der Flüchtlingslager. 

© UNICEF/UN0219067/Modola

Denn die einfachen Hütten aus Bambus und Planen haben dem Wetter nicht viel entgegenzusetzen. Auch Latrinen und Kinderschutzzentren können durch Sturm und Regen stark beschädigt werden. Im vergangenen Jahr wurden viele der von UNICEF eingerichteten Notschulen getroffen und waren zwischenzeitlich nicht mehr funktionsfähig.

Während der Monsun-Zeit kümmern sich unsere Helfer ständig darum, beschädigte Einrichtungen zu reparieren oder neu aufzubauen. Insbesondere zerstörte Toiletten-Anlagen sind eine große Gefahr, da sich durch verunreinigtes Wasser schnell Krankheiten wie zum Beispiel die gefährliche Cholera übertragen können.

UNICEF bringt in großen Trucks sauberes Trinkwasser in die Lager.

Zweimal täglich bringt UNICEF in großen Trucks sauberes Trinkwasser in die Camps. In langen Schlangen stehen die geflüchteten Rohingya an: Jeder erhält pro Tag zwei Liter Wasser.

© UNICEF/UN0216997/LeMoyne

Nur Notunterricht für Rohingya-Kinder

Die meisten Kinder in den Rohingya-Camps hinken in ihrer schulischen Bildung stark hinterher. Damit die Mädchen und Jungen weiter lernen können, haben wir Notschulen eingerichtet und altersgerechte Lernprogramme für sie entwickelt. Für viele Kinder in den Flüchtlingscamps ist es ihr größter Wunsch, wieder lernen zu können. "Mit einer guten Ausbildung können wir sein, wer wir sein wollen", sagt etwa die 14-jährige Ashadia.

Rohingya in Bangladesch: Mädchen lernen in einer Notschule
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Wissbegierig nehmen sie am Unterricht teil: Vier Rohingya-Mädchen in einer Notschule.

© UNICEF/UN0326969/Brown
Rohingya: Ein Junge steht auf einem Hügel in Kutupalong in Bangladesch, wo derzeit viele Rohingya Zuflucht suchen.
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Die Zukunft für diesen Jungen und Tausende andere Rohingya-Kinder ist ungewiss: Wie lange werden sie noch in den provisorischen Camps leben müssen?

© UNICEF/UN0120411/Brown
Rohingya in Bangladesch: Notdürftige Hütte im Flüchtlingscamp
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Die Lebensbedingungen in den Flüchtlingscamps der Rohingya sind schlecht. Die behelfsmäßigen Siedlungen wurden innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft. Sie sind eng und total überfüllt.

© UNICEF/UN0226413/Patrick Brown
Rohingya-Bangladesch: Eine junge Mutter mit ihrem unterernährtem Kind.
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Dieser kleine unterernährte Junge heißt Anamul. Seine 20-jährige Mutter wartet mit ihm darauf, in einem UNICEF-Zentrum Medikamente und Nahrung zu bekommen.

© UNICEF/2017-57500/Matthew Smeal
Wasserpumpe für Rohingya im Flüchtlingscamp
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Hygiene ist unter den vorherrschenden Bedingungen im Camp besonders wichtig: Schon ein Stück Seife und einfaches Händewaschen können das Risiko für viele Krankheiten stark verringern. 

© UNICEF/UN0152885/Noorani
Rohingya Bangladesch: Zwei Kinder teilen sich einen Regenschirm
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Flüchtlingscamp hin oder her – die Kinder bleiben Kinder. Sie wollen spielen, lernen, schließen Freundschaften und haben Träume.

© UNICEF/UN0219099/Siegfried Modola
Ein Rohingya Mädchen sitzt in einem dunklen Hauseingang
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Doch die Rohingya-Kinder in den Camps sind in Gefahr, zu einer "verlorenen Generation" zu werden. UNICEF will das verhindern und deshalb vor allem ihre Bildung sicherstellen.

© UNICEF/UN0219075/Modola

"Wenn wir nicht jetzt in die Bildung investieren, stehen wir vor der sehr realen Gefahr, dass eine 'verlorene Generation' von Rohingya-Kindern heranwächst", sagt der Leiter von UNICEF Bangladesch, Edouard Beigbeder. Die Mädchen und Jungen brauchen Bildung, um sich später ein eigenes Leben aufbauen zu können. 

UNICEF-Hilfe für die geflüchteten Rohingya

Die Situation der Rohingya ist bis heute unverändert schwierig. Ob und wann sie in ihre Heimat Myanmar zurückkehren werden, ist nach wie vor unklar.

Unsere Mitarbeiter sind seit dem Anfang der Rohingya-Flüchtlingskrise 2017 vor Ort. Tag für Tag helfen sie den Kindern in den Flüchtlingscamps.

So unterstützen wir die Rohingya in Bangladesch

Mangelernährten Kindern helfen wir mit Spezialnahrung. Und wir zeigen Eltern, wie sie mit einer Oberarmmessung selbst überprüfen, ob ihre Kinder zugenommen haben.

Um die Gefahr von ansteckenden Krankheiten wie Cholera zu minimieren, hat UNICEF Hunderttausende Kinder in den Camps gegen die gefährliche Durchfallerkrankung geimpft.

Wir haben zahlreiche Notschulen in den Camps eingerichtet. Zehntausende Kinder können dadurch weiter zur Schule gehen.

Hunderttausende Rohingya erhalten von UNICEF sauberes Trinkwasser. UNICEF hat in den Camps außerdem einfache Toiletten-Anlagen installiert.

UNICEF hat in den Camps Kinderzentren aufgebaut, in denen die Kinder spielen können. Die Jugendlichen können sich in eigenen Jugendclubs treffen.

Jetzt für die Rohingya aus Myanmar spenden

In ihrer Heimat Myanmar und auf der Flucht haben die Rohingya-Kinder teils Schreckliches erlebt. Einige mussten mitansehen, wie ihre Eltern, Geschwister oder andere Angehörige starben. Manche Kinder sind deshalb schwer traumatisiert. Im Camp sind vor allem Mädchen in Gefahr, sexuell ausgebeutet zu werden. Manche von ihnen werden schon als Kinder verheiratet. 

In den UNICEF-Kinderzentren finden diese Kinder einen Ort, an dem sie das Erlebte verarbeiten, spielen und lachen können. Hier erhalten sie auch psychosoziale Hilfe und lernen, welche Rechte sie haben.

Rohingya: Ein Junge lacht in einem UNICEF-Kinderzentrum in Bangladesch

Dieser Junge ist stolz auf das Wandbild, das er gemeinsam mit anderen Mädchen und Jungen in einem UNICEF-Kinderzentrum gemalt hat. Mit Ihrer Spende können wir noch mehr Kindern wie ihm unbeschwerte Augenblicke schenken.

© UNICEF/UN0213496/Brian Sokol
Info

Wer sind die Rohingya?

Die Rohingya sind eine muslimische Minderheit, die im überwiegend buddhistischen Myanmar lebt. Sie sind staatenlos – werden also von Myanmar nicht als Staatsbürger anerkannt. In Myanmar werden sie seit Jahrzehnten diskriminiert und verfolgt. Sie dürfen z.B. dort nicht wählen und haben keinen Zugang zu höherer Bildung. Die meisten Rohingya sind deshalb sehr arm. Die Vereinten Nationen bezeichnen sie dadurch als die "am stärksten verfolgte Minderheit der Welt".

Die Vorfahren der Rohingya waren vermutlich zumindest teilweise muslimische Bengalis. Ab dem 16. Jahrhundert siedelten sie sich im Norden des heutigen Myanmars an. Seit August 2017 sind Hunderttausende von ihnen vor der gegen sie gerichteten Gewalt in Myanmar geflohen – überwiegend aus der Region Rakhine nach Bangladesch.