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IM NORDEN ÄTHIOPIENS DROHT EINE HUNGERSNOT
New York/ Köln
Freitag, 11. Juni 2021, 17:10 Uhr

33.000 LEBENSBEDROHLICH MANGELERNÄHRTE KINDER IN UNZUGÄNGLICHEN GEBIETEN DER REGION TIGRAY

UNICEF, das Welternährungsprogramm und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen warnen vor einer drohenden Hungersnot in der äthiopischen Region Tigray.

Die UN-Organisationen rufen dringend dazu auf, die Ernährungshilfe und die Unterstützung von Lebensgrundlagen sowie andere lebensrettende Maßnahmen aufzustocken. Der ungehinderte Zugang humanitärer Organisationen muss gewährleistet und die Gewalt beendet werden.

Äthiopien: Baby beißt in einen High Energy Keks

Der 7 Monate alte Natan Hailay beißt in einen Spezialkeks, der viele Nährstoffe liefert. UNICEF unterstützt die Ernährung von Kindern im Norden Äthiopiens, um Mangelernährung entgegenzuwirken.
© UNICEF/UN0412581/Leul Kinfu

Laut den Ergebnissen der aktuellen „Integrated Food Security Phase Classification“ (IPC) – mit der das Hungerrisiko gemessen und in fünf Phasen eingeteilt wird – befinden sich 350.000 Menschen in Tigray in einer katastrophalen Situation (Phase 5). Dies ist die höchste Anzahl von Menschen, die im letzten Jahrzehnt in einem einzigen Land in die IPC-Stufe 5 „Katastrophe“ eingestuft wurden.

„UNICEF ist zutiefst besorgt über die Situation in Tigray, denn wir beobachten, dass immer mehr kleine Kinder und Babys unterernährt und von Krankheit oder sogar Tod bedroht sind“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Wir arbeiten mit unseren Partnern zusammen, um Unterstützung in den Bereichen Ernährung, Gesundheitsversorgung und sauberes Wasser zu leisten. Doch ohne humanitären Zugang, um unsere Hilfe auszuweiten, sind schätzungsweise 33.000 schwer mangelernährte Kinder in den derzeit unzugänglichen Gebieten in Tigray einem hohen Todesrisiko ausgesetzt. Das darf die Welt nicht zulassen.“

Seit Februar wurden in Tigray mit Unterstützung von UNICEF 250.000 Kinder auf ihren Ernährungszustand untersucht und 7.000 von ihnen behandelt. UNICEF benötigt 10,7 Millionen US-Dollar, um therapeutische Nahrung für Kinder in Tigray und Nachbargebieten in den Regionen Amhara und Afar bereitzustellen und die Behandlung betroffener Kinder zu ermöglichen. Weiter werden Medikamente beschafft.

Chrisitine Kahmann, UNICEF Deutschland

CHRISTINE KAHMANN

Pressesprecherin - Aktuelle Themen, Nothilfe
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