Kinderarbeit

Gemeinsam gegen Kinderarbeit: UNICEF hilft im Kampf gegen Ausbeutung

Arbeitenden Kindern eine Perspektive geben

Schaufeln, bis die Hände wund und voller Blasen sind. Im Staub und mit gebücktem Rücken den ganzen Tag arbeiten, bis sie sich kaum noch auf den Beinen halten können vor Erschöpfung: Viele Mädchen und Jungen leisten täglich Schwerstarbeit, um den Lebensunterhalt der Familie zuhause zu sichern. Kinderarbeit ist an vielen Ecken zu finden, manchmal ganz offensichtlich, manchmal abgeschottet vom Rest der Welt.

Kinderarbeit stoppen!

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Gefährliche Arbeitsbedingungen – bis hin zur Sklaverei

Weltweit arbeiten etwa 160 Millionen Kinder. Extrem lange Arbeitszeiten und gesundheitsgefährdende Tätigkeiten sind jedoch schädlich für die Entwicklung von Kindern. Häufig werden die Mädchen und Jungen brutal ausgebeutet: Sie schuften auf Plantagen und Müllkippen, in Bergwerken, Steinbrüchen oder Textilfabriken. Viele Kinder arbeiten in Minen, wo die Arbeitsbedingungen besonders gefährlich sind. Andere Kinder, vor allem Mädchen, arbeiten als Haushaltsangestellte hinter verschlossenen Türen. Oder müssen sogar als Prostituierte ihren Körper verkaufen.

160 Mio.
Kinder weltweit

müssen arbeiten

70 %
der arbeitenden Kinder

schuften in der Landwirtschaft

3x
mehr Kinder

arbeiten in ländlichen Gebieten als in Städten

Laut den Vereinten Nationen zählen Kinderhandel, Sklaverei und Zwangsarbeit (einschließlich Kinderprostitution und der Rekrutierung von Kindersoldaten) zu den schlimmsten Formen der Kinderarbeit. Sie gefährden die Sicherheit und die Gesundheit der Kinder massiv und sind damit ein klarer Verstoß gegen die Kinderrechtskonvention.

Kinderarbeit Syrien: Ein Junge arbeitet in einer Mechanikerwerkstatt, um seiner Familie zu helfen.
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Syrien: Hussein ist erst zehn, aber schon seit zwei Jahren arbeitet er in einer Mechanikerwerkstatt. In der Schule war er nur einen Monat, dann musste er anfangen, Geld zu verdienen. Seine älteren Brüder hatten das Land verlassen, deshalb muss Hussein seitdem arbeiten, um seine Familie zu unterstützen. Er träumt davon, eines Tages ein eigenes Geschäft zu eröffnen.

© UNICEF/UNI310533/Romenzi
Kinderarbeit im Kongo: Kinder arbeiten in einer Mine beim Abbau von Kobalt mit.
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Zehntausende Kinder in der Demokratischen Republik Kongo arbeiten als Minenarbeiter*innen. Sie graben nach Kobalt, einem Schwermetall, das in den Akkus von Handys und Elektroautos verwendet wird. In den Minen stürzen immer wieder Tunnel ein und töten alle, die sich darunter befinden.

© UNICEF/UN0402419/Brown
Kinderarbeit in Burkina Faso: Zwei Kinder schlagen in einer Mine Steine klein.
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Burkina Faso: Kinder zerschlagen in einer Granitmine in einem Vorort von Ouagadougou Steine. Mehrere Hundert Kinder zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten in dieser Mine. Man sieht auch Babys und Kleinkinder, die neben ihren arbeitenden Müttern zwischen den Steinbrocken spielen.

© UNICEF/UNI394746/Dejongh
Kinderarbeit Burkina Faso: Ein Junge schleppt auf seinem Kopf schwere Steinbrocken.
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Burkina Faso: Ältere Kinder und Jugendliche werden eingespannt, um schwere Gesteinsbrocken zu schleppen. Die Arbeit ist gefährlich, und oft kommt es zu schweren Unfällen.

© UNICEF/UNI394756/Dejongh
Kinderarbeit Türkei: Ein Junge arbeitet auf einem Feld als Erntehelfer.
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Türkei: Ibrahim (13) ist mit seiner Familie aus Syrien geflüchtet. Jetzt arbeitet er als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft: Er erntet Paprika, um damit zum knappen Familieneinkommen beizutragen. "Wenn ich hier nicht arbeiten müsste, würde ich mehr Zeit in der Schule verbringen und könnte mehr lernen", erzählt er.

© UNICEF/UN064359/Feyizoglu
Kinderarbeit in Afghanistan: Ein Junge arbeitet als Bananenverkäufer.
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Afghanistan: Der 12-jährige Rafiqullah verkauft in Tarinkot, der Hauptstadt der Provinz Uruzgan, Bananen. Er geht nicht zur Schule, weil seine Familie zu arm ist.

© UNICEF/UN0401745/Fazel
Kinderarbeit in Bangladesch: Ein Junge arbeitet als Gepäckträger an einem Bahnhof.
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Bangladesch: Der 12-jährige Mohammad arbeitet als Gepäckträger am Bahnhof Kamalapur. Er braucht das Geld, um sich davon Essen zu kaufen. Nach seiner Arbeit besucht er ein von UNICEF unterstütztes Zentrum für Straßenkinder.

© UNICEF/UN0392044/Satu
Kinderarbeit in Indien
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Indien: Reshmi Prabhu (12, links im Bild) arbeitete lange Zeit auf einem Baumwollfeld nahe dem Dorf Bijanegere in Indien. Inzwischen geht sie mit ihren Freundinnen auf eine von UNICEF unterstützte Schule.

© UNICEF/INDA2010-00056/Crouch

Schule statt Kinderarbeit

Weil sie zum Überleben ihrer Familien beitragen, haben arbeitende Kinder gar keine oder nicht genug Zeit für den Schulbesuch. Viele Kinder brechen die Schule vorzeitig ab. Schätzungsweise ein Drittel der arbeitenden Kinder geht gar nicht zur Schule.

Somit ist Kinderarbeit nicht allein eine Folge von Armut, sondern trägt auch zu ihrer Verfestigung bei. Kinder, die heute nicht zur Schule gehen, können als Erwachsene ihr Leben nicht eigenständig bewältigen und ihre eigenen Kinder nur schlecht vor Kinderarbeit schützen. Es entsteht ein Teufelskreis der Armut.

Kinderarbeit in Burkina Faso

Ein Mädchen in einer Goldmine in Burkina Faso: Die Arbeit ist anstrengend und führt häufig zu gefährlichen Unfällen.

© UNICEF/NYHQ2014-0673/Nesbitt

Was kann man gegen Kinderarbeit tun?

Wirksame Gesetze und politische Programme im Kampf gegen Kinderarbeit

Weltweit haben viele Regierungen Gesetzesvorhaben gegen Kinderarbeit entwickelt und umgesetzt. Trotzdem sind längst nicht in jedem Land alle Formen der Kinderarbeit verboten. Und bessere Gesetze allein reichen nicht aus. Die Umsetzung der Gesetze muss kontinuierlich überwacht und durch zusätzliche Maßnahmen begleitet werden. UNICEF unterstützt die Länder dabei, ihre Gesetzesvorhaben umzusetzen und bei allen Erwachsenen und Kindern bekannt zu machen.

Stärkung des Umfeldes der Kinder

Ausbeutung wird durch Armut, Diskriminierung und familiäre Probleme begünstigt. Finanzielle Unterstützungsprogramme und soziale Hilfen in den Gemeinden sind wirksame Mittel, um benachteiligten Familien zu helfen. In Brasilien sank zum Beispiel durch das Programm "Bolsa Familia", durch das vor allem alleinerziehende Mütter einen kleinen Zuschuss zum Lebensunterhalt erhalten, die Arbeitszeit der Kinder um die Hälfte.

UNICEF sorgt dafür, dass arbeitende Kinder wieder zur Schule gehen können.

Der 13-jährige Ahmad aus Palästina geht morgens nicht zur Schule, sondern zur Arbeit: Er sucht in den Trümmern kaputter Häuser nach Altmetall und Kies und verkauft das Material auf dem Markt.

© UNICEF Palästina/2017/El Baba

Kostenlose, kinderfreundliche Schulen gegen Kinderarbeit

Kinderarbeit verhindert, dass Kinder zur Schule gehen und dort erfolgreich lernen können. Es ist zwingend erforderlich, nicht nur den Zugang zu Bildung zu verbessern, sondern auch die Organisation der Schulen und die Qualität des Unterrichts. Kleine Lernzentren mit flexiblen Unterrichtszeiten ermöglichen arbeitenden Kindern, neben der Arbeit Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. UNICEF hilft, Lehrer*innen auszubilden und stellt Bücher, Hefte und Stifte bereit.

Ausbeutung und Gewalt bei Kinderarbeit sichtbar machen

Kinderarbeit kann nur zurückgedrängt werden, wenn Politik und Öffentlichkeit das Schicksal der betroffenen Heranwachsenden wahrnehmen. Doch die Ausbeutung von Kindern wird zu oft übersehen. Oder man hat sich an das Phänomen Kinderarbeit gewöhnt und hält es für selbstverständlich. Deshalb müssen gerade in benachteiligten Regionen laufend Informationen gesammelt und Probleme dokumentiert werden.

Besonders schwierig ist die Situation von geschätzt weit über zehn Millionen Kindern und Jugendlichen, die in privaten Haushalten arbeiten. Der Großteil von ihnen sind Mädchen. Viele von ihnen haben extrem lange Arbeitszeiten, werden für kleine Vergehen geschlagen und häufig sexuell missbraucht. Diesen Heranwachsenden muss dringend eine Stimme gegeben werden.

Kinderarbeit in Bangladesch: Mainuddin auf dem Weg zu seiner Arbeit.
Kinderarbeit in Bangladesch: Mainuddin auf dem Weg zu seiner Arbeit.
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Mainuddin (11) lebt in Sylhet Sadar in Bangladesch. Jeden Morgen macht er sich auf den Weg zur Arbeit.

© UNICEF/BANA2011-01545/Siddique
Kinderarbeit in Bangladesch: Mainuddin verkauft vormittags Kekse.
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Den gesamten Vormittag über verkauft Mainuddin Kekse in Läden und auf Marktplätzen.

© UNICEF/BANA2011-01550/Siddique
Kinderarbeit Bangladesch: Mainuddin verkauft Kekse und verdient damit ein bisschen Geld.
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Noch schmackhafter als die Kekse, die er selbst verkauft (linkes Foto), seien aber die proteinreichen Kekse, die er von UNICEF bekommt, erzählt Mainuddin lächelnd (rechtes Foto).

© UNICEF/UNI124341/Siddique
Kinderarbeit: UNICEF unterstützt Schulbildung für arbeitende Kinder.
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Denn nach seiner Arbeit besucht Mainuddin eine von UNICEF unterstützte Schule. Dort lernt er wichtige Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Dank Spender*innen wie Ihnen kann UNICEF in vielen Ländern weltweit solche Lernzentren für Kinder einrichten.

© UNICEF/BANA2011-01542/Siddique

Mainuddin, der Keksverkäufer

Mainuddin lebt in Bangladesch – einem der Länder, in denen Kinderarbeit für Millionen Kinder alltäglich ist. Zum Glück ist Arbeiten aber nicht alles, woraus das Leben des 11-Jährigen besteht. 

Kinderarbeit bekämpfen: Unternehmen sollen Kinderrechte stärken

UNICEF hat gemeinsam mit der Kinderrechtsorganisation "Save the Children" Grundätze entwickelt, wie die Privatwirtschaft die Rechte von Kindern schützen und fördern kann. Dazu gehört unter anderem, dass Unternehmen in allen Geschäftsbereichen zur Abschaffung von ausbeuterischer Kinderarbeit beitragen. Global tätige Unternehmen wie beispielsweise H&M oder IKEA haben sich dies zum Ziel gesetzt.