Liberia:: Schule in Liberia

Netzwerk für Mädchen

Besuch an der Lango Lippaye Schule


Hoch konzentriert sitzen sie im Klassenzimmer – das GEEAP-Programm an der Lango Lippaye Schule hilft besonders den Mädchen, einen guten Schulabschluss zu machen („GEEAP“ = Gender Equitable Education Achievement Programm). UNICEF konnte es mit unserer Hilfe starten: In den Sommerferien wurden die ersten 20 Lehrer darin geschult, zusätzlichen Nachhilfeunterricht zu geben. Er soll gezielt Mädchen der 7. und 8. Klasse fördern und in der Schule halten. Sie werden in Liberia traditionell früh verheiratet und brechen oft vorzeitig ab. UNICEF fördert deshalb auch Schulclubs für die Mädchen und hat 190 Elternvertreter und 30 Dorfhelfer geschult. „Wenn ein Kind nicht mehr kommt, frage ich bei den Eltern nach“, sagt Dorfhelferin Helen Bedell. „Manche Familien wohnen ein, zwei Stunden Fußweg entfernt – aber wir wollen jedem Kind Bildung ermöglichen!“

Liberia:: Schule in Liberia

Aufholklasse für Mädchen und Jungen: Lopu, 16, kann im „GEEAP“-Kurs endlich nachfragen, wenn sie etwas nicht versteht. Sie möchte später Krankenschwester werden.

© UNICEF/DT2013-23212/Kerstin Bücker

Die Kinder der GEEAP-Klasse in Lango Lippaye erzählen uns, was diese Hilfe für sie bedeutet. „Endlich kann ich Fragen stellen.“ „Ich hatte viel Schulstoff verpasst, jetzt kann ich aufholen.“ „Meine Noten sind viel besser geworden“, hören wir von allen Seiten. Schulleiter Robert Zaza bewegt hier eine Menge: Seit unserem letzten Besuch vor einem Jahr hat er den Computerraum erweitert und eine komplette Schulbibliothek eingerichtet. Wir sind sehr berührt von den Träumen und der Energie der Schülerinnen und Schüler. Das ist genau die junge Generation, die das Land nach 14 Jahren Bürgerkrieg braucht!

Eine Schule, bei der alle mitmachen

Schule in Liberia

Bild 1 von 8 | Ibrahim (9, links) und Manihua (10, rechts) sind begeisterte Schüler. In Liberia konnten wir mit UNICEF schon 63.000 Kinder mit Schulbüchern versorgen.

© UNICEF
Findel zu Besuch in Liberia

Bild 2 von 8 | Schulleiter Robert Zaza und Madia von UNICEF erklären den Kindern, dass wir ihnen helfen, zu lernen – alle sind aufgeregt und dankbar, dass wir gekommen sind!

© UNICEF
Computerraum Liberia

Bild 3 von 8 | In diesem Jahr wurde der Computerraum erweitert. Insgesamt 16 Schulen und Jugendclubs sind mit unserer Hilfe am Netz, 175 junge Freiwillige wurden als Computertrainer ausgebildet.

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Computerunterricht Liberia

Bild 4 von 8 | Comfort Sumo, 19, erzählt Susan, wie begeistert sie vom Computerunterricht ist. Sie stellt eigene Texte und Fotos ins Web und träumt davon, Ärztin zu werden.

© UNICEF
GEEAP-Programm Liberia

Bild 5 von 8 | Patzies, 15, ist stolz, im GEEAP-Programm zu sein. Mit ihren Schulclubs werben die Mädchen dafür, dass auch jüngere Kinder wie die neunjährige Darisa lernen können.

© UNICEF
Dorfhelferin Liberia

Bild 6 von 8 | Helen Bedell ist Dorfhelferin für das GEEAP-Programm. Wenn ein Mädchen oder Junge nicht mehr zum Unterricht kommt, besucht sie die Eltern zu Hause und setzt sich für das Kind ein.

© UNICEF
Schulhof mit Brunnen in Liberia

Bild 7 von 8 | Hier holen die Schüler Wasser zum Trinken und Händewaschen. Unsere Spenden haben schon an 80 Schulen in besonders armen Gemeinden für Latrinen und Brunnen gesorgt.

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Reisetagebuch Findel: Lippaye Schule Liberia

Bild 8 von 8 | Mädchen und Jungen an der Lango Lippaye Schule fühlen sich wohl – weil die Lehrer gut ausgebildet sind und die Eltern sich engagieren.

© UNICEF/DT2013-23214/Kerstin Bücker

Zehn Jahre nach Kriegsende ist Liberia noch immer traumatisiert, das spüren wir in vielen Gesprächen. Aber es geht voran: 2003, direkt nach dem Bürgerkrieg, ging gerade einmal jedes vierte Kind zur Schule. Bei unserem letzten Besuch 2011 war es schon jedes dritte. Mittlerweile sind fast die Hälfte aller Kinder zumindest eingeschult – auch wenn der Unterricht oft noch schlecht ist. Aber in einem Land, in dem über die Hälfte der Menschen Analphabeten sind, ist das ein großer Fortschritt. Wir glauben fest daran, dass wir hier zusammen mit UNICEF viel bewegen können. Denn UNICEF ist nah bei den Familien, hat aber auch Zugang zu den Ministern und zu Präsidentin Ellen Johnson. Sozusagen mit einem Fuß im Schlamm, mit dem anderen im Regierungsbüro – so wirkt die Hilfe direkt und langfristig!

Bildung in Liberia

Mädchen gelten in Liberia wenig - UNICEF-Bildungsexpertin Madia Reeves will die Einstellung in ihrem Land verändern.

© UNICEF