DIE WELT, DIE IHR VERDIENT
Donnerstag, 4. Dezember 2014, 10:17 Uhr
von Lena Dietz | 0 Kommentare

UNICEF-EXEKUTIVDIREKTOR ANTHONY LAKE AUF DEUTSCHLAND-BESUCH 

Der Dialog mit Kindern und Jugendlichen ist ihm besonders wichtig. Deshalb traf UNICEF-Chef Anthony Lake während seines Deutschlandbesuchs nicht nur Minister, Staatssekretäre und Bundestagsabgeordnete, sondern diskutierte auch mit Jugendlichen über Beteiligung und Zukunftsfragen.

UNICEF-Exekutivdirektor Anthony Lake beim BMZ-Expertenforum

© Ralf Rühmeier/Graphic Recording: Marie Jacobi

Kinderrechte Non-Stop

Ein volles Programm und ein enger Zeitplan – UNICEF-Chef Anthony Lake hat sich viel vorgenommen. Wie schon bei seinem letzten Besuch in 2011 begleite ich ihn während seines zweitägigen Aufenthaltes in Berlin. Damals schwirrte mir noch tagelang der Kopf von „The Cup“, dem neuen Monitoring-System von UNICEF, von dem er ausführlich berichtete. Ich bin gespannt, was Mr. Lake dieses Mal als Herzensangelegenheit mit im Gepäck hat.

UNICEF-Exekutivdirektor Anthony Lake

© GIZ/Thomas Ecke

Allerdings merke ich schnell, dass sein Enthusiasmus gedämpft ist. Auch das Augenzwinkern, mit dem er seine humorvollen Erklärungen oft begleitet hat, fehlt anfangs. Seine ganze Kraft und Aufmerksamkeit scheint einem Thema zu gelten: Ebola. Er ist sichtbar mitgenommen von den Ausmaßen der Epidemie und ihren Folgen und will ständig auf dem Laufenden gehalten werden. Sein Telefon ist selten still, er selbst hat keine Pause. Denn abends, wenn die Termine in Berlin vorbei sind, wacht New York auf und die UNICEF-Zentrale ruft.

Enthusiasmus für Jugendbeteiligung

Trotz aller Hektik und Verantwortung ist er bei seinen Treffen mit Politikern und Jugendlichen immer „voll da“. Und bei seinem Treffen mit Jugendlichen aus Deutschland und der ganzen Welt blitzen sie dann auch wieder auf: seine Begeisterungsfähigkeit, sein Enthusiasmus und sein Humor, der die Pausen zwischen den schweren Themen wie Ebola, Mangelernährung und das Leiden von Kindern im Krieg so viel leichter macht.

Aber er bringt dennoch die Dinge auf den Punkt: „The world you inherit is not the world you deserve“ – Die Welt, die ihr erbt, ist nicht die Welt, die ihr verdient – so beginnt Anthony Lake seine Rede auf der Zukunftscharta-Veranstaltung des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und widmet sie den zahlreichen Kindern und Jugendlichen im Raum. Auf der Veranstaltung, bei der sich alles um die Frage dreht wie wir unsere Zukunft nachhaltig gestalten können, stellen sie von den über 3.000 Teilnehmerinnen einen beträchtlichen Anteil - das machen die Handzeichen auf Nachfrage von Mr. Lake deutlich.

"Das ist der beste Teil meiner Arbeit - Mischt mit!"

Trotz der wachsenden Ungleichheiten auf der Welt, der Bedrohung durch Naturkatastrophen und Klimawandel, trotz der steigenden Anzahl an Krisen, möchte er mit Optimismus in die Zukunft schauen. Und mit Hoffnung.

Die Hoffnung zieht er nicht zuletzt aus den Treffen mit den vielen jungen Leuten, die sich für ihre Zukunft engagieren, sich einsetzen für eine bessere Welt. „Das ist der beste Teil meines Jobs. Der Enthusiasmus der jungen Leute ist ansteckend“, sagt Lake. Sei es auf der Zukunftscharta-Veranstaltung oder einer weiteren Diskussion mit Jugendlichen am nächsten Tag zur Feier des 25-jährigen Geburtstags der Kinderrechtskonvention – er hat vor allem einen Tipp für sie: „Educate, agitate, organise“ – „Bildet Euch, mischt mit, organisiert Euch“!

Sein Kredo ist: Wir müssen den Jugendlichen keine Stimme geben, sie haben schon eine. Wir müssen ihnen zuhören und sie müssen weiter dafür kämpfen gehört zu werden. Erwachsene sollten Kinder nicht fragen, was sie tun sollen für sie – die Kinder sollen es ihnen sagen!

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