DIESES MÄDCHEN VERBRINGT 8 STUNDEN AM TAG MIT ETWAS, FÜR DAS WIR NUR SEKUNDEN BRAUCHEN!

10. August 2017 von Vera Mäusbacher 6 Kommentare

Hier kommt mal ein ganz anderes "Ein Tag im Leben von…"-Video, als wir es kennen:

Aysha (13) nimmt uns mit auf ihren langen Weg zum Wasser. Wenn wir hier in Deutschland aufwachen, ist Aysha in Äthiopien schon lange unterwegs. Und erst am späten Nachmittag kommt sie wieder nach Hause.

Aysha läuft acht Stunden am Tag durch karges Land, um den am nächsten gelegenen Fluss zu erreichen. Das lässt ihr nur wenig Zeit, um zu lernen oder zu spielen – um ein Kind zu sein.

Aysha's Tag startet um 6:45 Uhr

Ayshas Weg zum Wasser: In Ayshas Region gibt es kaum sauberes Wasser

© UNICEF/Ethiopia 2016/Hema Balasundaram

Aysha lebt in einer sehr abgelegenen Region in Äthiopien, wo sauberes Wasser nur schwer zu bekommen ist. Die letzten El Niño-Auswirkungen haben die Lage noch verschlimmert. Durch die darauf folgende lange Trockenperiode kämpft das Land mit einer der schlimmsten Dürren in 30 Jahren. 

Ein 8-Stunden-Trip – nur um wenige Liter Wasser zu bekommen!

Ayshas Weg zum Wasser: Ein 8-Stunden-Trip für 5 Liter Wasser startet

© UNICEF/Ethiopia 2016/Hema Balasundaram

Wasser holen – eine so einfache Aufgabe für viele von uns in Deutschland – macht Ayshas ganzes Leben aus. Täglich holt sie literweise Wasser für ihre Familie, ihr einziger Begleiter ist ihr Kamel, das die Kanister trägt.

Aysha erreicht endlich ihr Ziel

Ayshas Weg zum Wasser: Vier Stunden nach Aufbruch erreicht Aysha den Fluss.

© UNICEF/Ethiopia 2016/Hema Balasundaram

Vier Stunden nach Aufbruch erreicht Aysha den Fluss. Es ist sehr gefährlich, Wasser von so weit her zu holen. Auf dem Weg kann viel passieren – Aysha kann verletzt werden, das Wasser kann in der Hitze Bakterien entwickeln. Aysha könnte aber auch überfallen und vergewaltigt werden. Das alles passiert Mädchen weltweit auf ihrem langen und einsamen Weg zu Wasser.

Pause – nach sechs Stunden Wanderung

Ayshas Weg zum Wasser: Nach sechs Stunden Wanderung macht Aysha eine Pause

© UNICEF/Ethiopia 2016/Hema Balasundaram

Weltweit verbringen Mädchen und Frauen rund 200 Millionen Stunden am Tag damit, Wasser für ihre Familien zu holen. Es ist eine große Gefahr für sie – und ebenfalls eine große Verschwendung ihres Potenzials.

Gegen halb fünf ist Aysha zu Hause, kann essen und ausruhen

Ayshas Weg zum Wasser: Um 16 Uhr ist Aysha wieder zu Hause.

© UNICEF/Ethiopia 2016/Hema Balasundaram

Wenn Aysha zurückgekehrt ist, ist sie müde und der Tag beinahe vorbei.
Gegen 18 Uhr hat sie dann noch etwas Zeit, zu lernen. Mädchen, die den ganzen Tag Wasser holen müssen, haben keine Zeit, zu lernen, zur Schule zu gehen oder einfach nur zu spielen. Sie haben keine Kindheit – und kaum eine Chance, ohne Schulbildung der Armut zu entwachsen.

Aysha geht schlafen - morgen fängt alles wieder von vorne an

Ayshas Weg zum Wasser: Um 21:30 geht Aysha schlafen, bevor wieder Wasser holen gehen muss.

© UNICEF/Ethiopia 2016/Hema Balasundaram

Es gibt Hoffnung für Mädchen wie Aysha

UNICEF ist an der Seite von Kindern wie Aysha, die durch die große Dürre in Äthiopien dringend Hilfe brauchen. Wir bauen Brunnen, verlegen Wasserleitungen und liefern sicheres Trinkwasser an zentrale Orte, die für Familien gut zu erreichen sind – auch für Aysha in Zukunft.

Für die Mädchen in Äthiopien können schon wenige Euro von Ihnen mithelfen, Trinkwasser mit Chlor-Tabletten zu reinigen oder mit einem neuen Brunnen eine ganze Gemeinde zu versorgen.

Machen Sie mit?

Aysha verdient etwas Besseres in ihrem Leben

Jedes Kind hat ein Recht darauf, seine Kindheit mit Spielen, Lernen und Freude zu verbringen. UNICEF ist dafür da, dieses Recht für jedes Kind umzusetzen.

Aber die Dürre in Äthiopien und Südost-Afrika bedroht Millionen Kinderleben – für sie gibt es kein sicheres Trinkwasser, nicht genug Nahrung oder Schulen. Viele von ihnen sterben an Infektionskrankheiten, an den Folgen des Hungers oder erhalten keine Schulbildung. Das müssen wir verhindern.

Dieser Blog wurde für Sie übersetzt und adaptiert. ​Er erschien im englischen Original von Rashini Suriyaarachchi.

KOMMENTARE

  • anonym
    16. August 2017 13:12 Uhr

    In Dubai und den Arabischen Emiraten sind Kamelrennen sehr beliebt - da hat man früher Kinder reiten lassen, weil die leicht waren. Allerdings immer Knaben.
    Nun machen das aber auch technische Jockeys ...

  • anonym
    16. August 2017 13:07 Uhr

    Sehr geehrte Frau Mäusbacher, Sie haben schon recht, dass Kamele oft geführt werden, gerade wenn sie etwas transportieren müssen oder wenn Touristen auf ihnen reiten sollen. Aber ich habe schon gesehen, dass man sie auch satteln und aufzäumen kann, und dann kann man sie schon ähnlich wie Pferde reiten. Allerding habe ich so bisher eigentlich nur Männer reiten sehen. Also ich denke, es sind tatsächlich wieder Traditionen und Gepflogenheiten. Ich vermute einfach einmal, dass hat sich nun schon seit Jahrtausenden niemand wirklich Gedanken gemacht, ob man nicht für Frauen und Töchter spezielle Sättel entwickeln könnte - eben Damensättel.
    Töchter haben zu laufen und Söhne dürfen reiten - so taten's unsere Ahnen schon, wir halten strenge Tradition!

  • anonym
    14. August 2017 16:29 Uhr

    Liebe Frau Hofmann - vielen Dank für Ihr Feedback auf den Blog und die berechtigte Frage!

    Sie haben Recht, es ist verständlich, dass die Herangehensweise unpraktisch erscheint und der Gedanke nahe liegt, das Kamel zu reiten, statt es zu Fuß zu begleiten. Kamele sind als Reittiere aber nicht mit Pferden zu vergleichen und brauchen in der Regel einen Kamelführer, um sich in die gewünschte Richtung zu bewegen. Ich könnte mir vorstellen, dass das der Grund für Aysha ist, warum sie nicht selbst reitet. Ich werde das aber auch nochmal erfragen bei meinem nächsten Kontakt mit den UNICEF-Mitarbeitern aus der Region. Viele Grüße und danke für Ihr Interesse, Vera Mäusbacher

  • anonym
    12. August 2017 17:07 Uhr

    Es wäre nicht nur praktischer und zeiteffizienter, auf dem Kamel zu reiten - es wäre für das Mädchen auch viel sicherer. Denn auf einem Kamel sitzt sie erhöht und kann auch schneller die Flucht ergreifen ....
    Vermutlich stehen dieser einfachen Lösung ein weiteres Mal die Traditionen im Weg und Mädchen lernen nicht, selbständig zu reiten oder man will einfach nur das Kamel schonen. Oder das arme Kind ist beschnitten und traut sich aus diesem Grund nicht mehr zu reiten - das wäre dann aber eine Schande!

  • anonym
    12. August 2017 13:59 Uhr

    Wenn man in Bonn im Langen Eugen sitzt ist es schwer über Äthiopien zu schreiben.

    8 Stunden um nur 5 L Wasser zu bekommen?
    Das Kamel trägt zwei 20 L Kanister als 40L Wasser. Das ist auch wenig, aber die Afar leben eben in einer Wüste mit sehr wenig Wasser.
    Überhaupt ist man in Äthiopien sehr unpraktisch veranlagt. Wenn die Menschen in Europa ihre Dörfer an Flüssen und Seen bauen, leben die Menschen in Äthiopien auf ihrem kleinen Stück Land und bringen das Wasser dahin.
    So kommen Weltklasseläufer aus dieser Lebensweise, heraus. Doch fürs tägliche Leben äusserst ungeeignet.

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