Kinder weltweit

Dieses Mädchen verbringt 8 Stunden am Tag mit etwas, für das wir Sekunden brauchen

Donnerstag, 25.07.2019, 14:20 Uhr

von Vera Mäusbacher   •  7 Kommentare

Hier kommt mal ein ganz anderes "Ein Tag im Leben von…"-Video, als wir es sonst kennen:

Aysha (13) nimmt uns mit auf ihren langen Weg zum Wasser. Wenn wir hier in Deutschland aufwachen, ist Aysha in Äthiopien schon lange unterwegs. Und erst am späten Nachmittag kommt sie wieder nach Hause.

Ayshas langer Weg zum Wasser

Acht Stunden läuft Aysha am Tag durch karges Land, um den am nächsten gelegenen Fluss zu erreichen. Das lässt ihr nur wenig Zeit, um zu lernen oder zu spielen – um ein Kind zu sein.

Ayshas Tag startet um 6:45 Uhr

Ayshas Weg zum Wasser: In Ayshas Region gibt es kaum sauberes Wasser
© UNICEF/Ethiopia 2016/Hema Balasundaram

Aysha lebt in einer sehr abgelegenen Region in Äthiopien, wo sauberes Wasser nur schwer zu bekommen ist. Die letzten El Niño-Auswirkungen haben die Lage noch verschlimmert. Durch lange Trockenperioden ohne Regen kämpft das Land immer wieder mit verheerenden Dürre-Phasen. 

Ein 8-Stunden-Trip – nur um wenige Liter Wasser zu bekommen!

Ayshas Weg zum Wasser: Ein 8-Stunden-Trip für 5 Liter Wasser startet
© UNICEF/Ethiopia 2016/Hema Balasundaram

Wasser holen, eine so einfache Aufgabe für uns in Deutschland, bestimmt Ayshas ganzes Leben. Täglich holt sie literweise Trinkwasser für ihre Familie, ihr einziger Begleiter ist ihr Kamel, das die Kanister trägt.

Aysha erreicht endlich ihr Ziel

Ayshas Weg zum Wasser: Vier Stunden nach Aufbruch erreicht Aysha den Fluss.
© UNICEF/Ethiopia 2016/Hema Balasundaram

Vier Stunden nach Aufbruch erreicht Aysha den Fluss. Es ist sehr gefährlich, Wasser von so weit her zu holen. Auf dem Weg kann viel passieren – Aysha kann verletzt werden, das Wasser kann in der Hitze Bakterien entwickeln. Aysha könnte aber auch überfallen und vergewaltigt werden. Das alles passiert Mädchen weltweit auf ihrem langen und einsamen Weg zu Wasser.

Pause – nach sechs Stunden Wanderung

Ayshas Weg zum Wasser: Nach sechs Stunden Wanderung macht Aysha eine Pause
© UNICEF/Ethiopia 2016/Hema Balasundaram

Weltweit verbringen Mädchen und Frauen rund 200 Millionen Stunden am Tag damit, Wasser für ihre Familien zu holen. Es ist eine große Gefahr für sie – und eine Verschwendung ihrer Kindheit.

Gegen halb fünf ist Aysha zu Hause, kann essen und ausruhen

Ayshas Weg zum Wasser: Um 16 Uhr ist Aysha wieder zu Hause.
© UNICEF/Ethiopia 2016/Hema Balasundaram

Wenn Aysha zurückgekehrt ist, ist sie müde und der Tag beinahe vorbei. Gegen 18 Uhr hat sie noch etwas Zeit, zu lernen. Mädchen, die den ganzen Tag Wasser holen müssen, haben keine Zeit, zur Schule zu gehen oder einfach nur mal zu spielen. Ohne Ausbildung haben sie kaum eine Chance, später der Armut zu entkommen.

Aysha geht schlafen – morgen fängt alles von vorne an

Ayshas Weg zum Wasser: Um 21:30 geht Aysha schlafen, bevor wieder Wasser holen gehen muss.
© UNICEF/Ethiopia 2016/Hema Balasundaram

Sauberes Wasser für Kinder wie Aysha

UNICEF ist an der Seite von Kindern wie Aysha, die während der langen Dürreperioden in Äthiopien dringend Hilfe brauchen. Unsere Experten verlegen Wasserleitungen, planen den Bau von Brunnen und liefern sicheres Trinkwasser an Orte, die für Familien gut zu erreichen sind. 

Mit unseren Hilfsgütern versorgen wir die Menschen auch in abgelegenen Gebieten. So können wir mit Ihren Spenden Kinder und ihre Eltern mit Wasserreinigungstabletten ausstatten, damit sie aus verschmutztem Wasser Trinkwasser gewinnen können.

Wollen Sie uns bei dieser wichtigen Arbeit unterstützen?

INFO

Folgen von Dürre und Wassernot für Kinder in Afrika

Dürreperioden in Äthiopien und vielen anderen afrikanischen Ländern bedrohen immer wieder Millionen Kinder – für sie gibt es kein sauberes Trinkwasser, nicht genug Nahrung oder ausreichende medizinische Versorgung. Viele Mädchen und Jungen sterben an vermeidbaren Krankheiten oder an den Folgen von Hunger und Mangelernährung. Gemeinsam können wir das verhindern. Helfen Sie mit!

* Dieser Beitrag erschien zuerst am 21.08.2017. Es ist eine Übersetzung und Adaption des im englischen Original von Rashini Suriyaarachchi für UNICEF Australien verfassten Textes.

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