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Fotoreportagen

Corona-Ausbruch in Indien: So hilft UNICEF jetzt vor Ort

Indien wird von einem heftigen Corona-Ausbruch erfasst. Die Krankenhäuser sind überfüllt, Sauerstoff ist rar. UNICEF hilft den betroffenen Familien – auch mit der Unterstützung von Spenderinnen und Spendern aus Deutschland. Sehen Sie, wofür die Spenden eingesetzt werden. 

Mittwoch, 19.05.2021, 10:00 Uhr

von Laura Sandgathe  •  2 Kommentare

Teils über 400.000 Neuinfektionen in 24 Stunden: Zahlen wie diese verdeutlichen, wie heftig der aktuelle Corona-Ausbruch in Indien ist. "Die Welle ist etwa vier Mal so stark wie die erste Corona-Welle, und das Virus breitet sich rasend schnell aus", sagt Yasmin Haque, Leiterin von UNICEF in Indien.

"Der Ausbruch setzt das Gesundheitssystem enorm unter Druck", fährt Haque fort. "Kinder verlieren Eltern und Angehörige an das Virus." 

Wir von UNICEF sind vor Ort, um den betroffenen Familien und dem Gesundheitspersonal in den Krankenhäusern zu helfen. Dabei unterstützen uns auch zahlreiche Menschen in Deutschland mit ihrer Spende.

Corona in Indien: Yasmin Haque, Leiterin UNICEF Indien

Viele von Ihnen waren zur Stelle, als wir Ihre Unterstützung am dringendsten brauchten. Danke!

Yasmin Haque, Leiterin von UNICEF Indien

So helfen wir von UNICEF angesichts des Corona-Ausbruchs in Indien

Das knappe Gut: Sauerstoff

Eines unserer zentralen Ziele ist es, mehr Erkrankten Zugang zu überlebenswichtigem Sauerstoff zu ermöglichen. Bis Anfang Mai haben wir 3.000 Sauerstoffkonzentratoren zur Verfügung gestellt. "2.000 weitere Konzentratoren sollen noch diesen Monat eintreffen", sagt Haque. Eine dritte Lieferung wurde bereits bestellt. 

Corona Indien: Ein Mann trägt einen Behälter für Sauerstoff

Ein Mann trägt einen Sauerstoffbehälter zu einer Nachfüllstation in Neu Delhi.

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Weitere Hilfsgüter: Schutzkleidung und Tests

Vor allem das Gesundheitspersonal in den Krankenhäusern braucht dringend Schutzkleidung, damit es die Erkrankten weiter versorgen kann und sich nicht selbst ansteckt. Wir liefern zwei Millionen Schutzvisiere für Ärzt*innen und Pfleger*innen, zudem 200.000 medizinische Masken. 

Corona Indien: Eine Gesundheitshelferin gibt einer Kollegin Schutzkleidung
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Gesundheitshelferin Ritika (25) gibt einer Kollegin ein Paket mit Schutzkleidung. "Die Pandemie hat die medizinische Infrastruktur im Land überwältigt", sagt Ritika. "Wir arbeiten unermüdlich, um den Menschen in dieser schwierigen Zeit zu helfen."

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Corona Indien: Eine Lieferung Hilfsgüter ist angekommen
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Ein Mitarbeiter der UNICEF-Logistik verschafft sich einen Überblick über die Hilfsgüter-Lieferung, die gerade eingetroffen ist.

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Unscheinbare Maschine – große Wirkung

Viel testen und möglichst viele der positiven Fälle erkennen – das ist ein wichtiges Mittel, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Deshalb finanzieren wir Maschinen zur Auswertung von PCR-Tests, die die Testkapazitäten erhöhen sollen. Auch bei der Installation der Maschinen unterstützen wir.

Eine von ihnen steht jetzt in der Stadt Raipur in Zentralindien. Auf den ersten Blick mag sie etwas unscheinbar aussehen: 

Eine PCR-Maschine für Coronatests steht in Raipur in Indien
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Die Maschine soll helfen, mehr PCR-Tests auszuwerten und mehr positive Fälle zu erkennen.

© UNICEF/UN0454376/India Country Office
Corona in Indien: Ein Helfer macht einen Schnelltest bei einem Jungen
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Ein Helfer macht bei einem Jungen einen Rachenabstrich. Die Probe soll im PCR-Verfahren ausgewertet werden – mithilfe einer Maschine wie der in Raipur.

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Corona in Indien: Eine Mitarbeiterin des Virologie-Labors zeigt die Maschine zur Auswertung von PCR-Tests
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Die Maschine untersucht, ob die Probe Bestandteile des Coronavirus enthält. Weil mehrere Proben gleichzeitig geprüft werden können, schaffen die Mitarbeiter*innen im Virologie-Labor nun mehr Tests als zuvor. 

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Mithilfe der neuen Maschine können in dem Labor nun deutlich mehr Tests ausgewertet werden als zuvor. 

Corona Indien PCR Test Maschine_UN0454401

Die Maschine wird unsere Testkapazitäten um 600 bis 700 Tests pro Tag steigern. 

Dr. Dharmendra Gahwai, Beamter des Bundestaats Chhattisgarh im staatlichen Labor für Virologie in Raipur.

Aufklärung auf vielen Wegen

Wie kann ich mich und meine Familie schützen? Was soll ich tun, wenn ich mich krank fühle? Wie bekomme ich einen Impftermin? Diese Fragen haben wir alle, ob in Deutschland oder in Indien. Wer die Antworten kennt, kann helfen die Ausbreitung des Virus einzudämmen. 

Deswegen haben wir gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen unsere Aufklärungsarbeit in Indien noch einmal verstärkt. Wir erreichen die Menschen auf vielen verschiedenen Wegen – mit Plakaten, im Radio, digital oder auf dem Marktplatz: 

Corona in Indien: Ein Helfer klärt Menschen auf einem Marktplatz auf

Ein Helfer erklärt einer Frau in Mumbai, wie sie sich mithilfe der CoWin App für einen Impftermin anmelden kann.

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Corona in Indien: Über die App CoWin kann man sich für einen Impftermin anmelden

Die App hilft, die Impfkampagne zu koordinieren. Für die Menschen ist dieses Vorgehen nicht ungewohnt. Indien hat bereits jahrelange Erfahrungen mit der Nutzung digitaler Plattformen für Impfkampagnen.

© UNICEF/UN0459609/Koyande
Corona in Indien: Aufklärung per Mikrofon

Der Helfer nutzt ein Mikrofon, um die Menschen an Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand halten und das Tragen von Masken zu erinnern.

© UNICEF/UN0459642/Koyande
Corona in Indien: Aufklärung mit einer umgebauten Rikscha

Mit dieser umgebauten Rikscha fahren die Helfer durch die Stadt.

© UNICEF/UN0459600/Koyande
Corona in Indien: Helfer erklären einer Familie, wie sie sich schützen kann

Helfer*innen gehen auch von Haus zu Haus und erklären den Familien, was sie tun sollen, wenn sie Symptome haben, und wie sie sich schützen können.

© UNICEF/UN0459629/Koyande

COVAX: Unterstützung bei der Impfkampagne

Wie in zahlreichen Ländern weltweit, helfen wir auch in Indien bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen. Hier lesen Sie mehr zur Initiative COVAX und wie Sie sie unterstützen können.

    

Corona in Indien: Ein Mann wird geimpft

Ein Mann wird gegen Covid-19 geimpft.

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Steigende Infektionszahlen: UNICEF hilft auch in Nepal

Auch in Indiens Nachbarland Nepal ist die Corona-Lage zunehmend ernst. Zahlreiche nepalesische Arbeiterinnen und Arbeiter, die ihre Jobs in Indien in Folge des Corona-Ausbruchs verloren haben, kehren in ihr Heimatland zurück. Nun steigen auch in Nepal die Infektionszahlen. 

An der Grenze: Viele nepalesische Familien, die in Indien gearbeitet hatten, kehren in ihre Heimat zurück.

© UNICEF/UN0458773/Nepal

Das Gesundheitssystem in Nepal ist ungleich schwächer als das indische. Auch die nepalesischen Krankenhäuser kommen nun an ihre Grenzen. Sauerstoff und andere Hilfsgüter werden knapp, zudem fehlen qualifizierte Gesundheitshelfer*innen. 

Wir von UNICEF helfen, möglichst viele Corona-Infektionen aufzudecken und die Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. So haben wir gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium, Partnerorganisationen und mit Unterstützung der nepalesischen Armee und Polizei an den Grenzstationen Testzentren und Handwaschstationen aufgebaut. Wir verteilen Trinkwasser und haben einfache sanitäre Anlagen installiert. Wir helfen auch dabei, positiv getestete Personen zum Arzt oder ins Krankenhaus zu bringen. 

Corona in Nepal: Ein Mann wäscht sich die Hände

Ein Mann wäscht sich die Hände. UNICEF unterstützt auch dabei, die Menschen an der Grenze zu testen und Fieber zu messen, um Corona-Fälle zu erkennen.

© UNICEF/UN0458723/Nepal

Für Nepal geht es jetzt darum zu verhindern, dass sich das Virus ähnlich stark ausbreiten kann wie in Indien.

Corona in Nepal: UNICEF-Helfer koordinieren den Einsatz an der Grenze

Lagebesprechung an der Grenze: Der Hilfseinsatz muss gut koordiniert sein.

© UNICEF/UN0458748/Nepal

Corona-Nothilfe in Indien und der Region: Jede Spende zählt

All diese und weitere Hilfsmaßnahmen sind nur möglich dank der großzügigen Unterstützung von Spenderinnen und Spendern. Vielen Dank, dass Sie helfen!

Auf unserer Projektseite finden Sie immer aktuelle Informationen zur Lage in Indien und der Region und zur UNICEF-Hilfe.

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