Statement

Eskalierende Gewalt im Sudan bringt Millionen Kinder in Gefahr

Statement von UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell zur Situation der Kinder im Sudan

New York/ Köln

Fünf Tage heftige Kämpfe und vier gescheiterte Versuche, eine Waffenruhe zu erreichen, haben schon jetzt verheerende Auswirkungen auf Kinder. Wenn die Gewalt nicht aufhört, wird sich ihre Situation weiter verschlimmern.

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Kinder und Familien fliehen inmitten der Kämpfe in Khartum, Sudan, aus ihren Stadtvierteln.

© UNICEF/UN0831619/AFP

Mindestens neun Kinder wurden Berichten zufolge bei den Kämpfen getötet und mehr als 50 Mädchen und Jungen wurden verletzt, da die gewaltsamen Auseinandersetzungen in Khartum, Darfur und Nord-Kordofan anhalten. Aufgrund der gefährlichen Sicherheitslage im ganzen Land ist es schwierig, Informationen zu sammeln und zu überprüfen. Aber wir wissen: Solange die Kämpfe anhalten, werden Kinder dafür den höchsten Preis zahlen.

Viele Familien sind im Kreuzfeuer in ihren Häusern gefangen und haben kaum oder gar keinen Zugang zu Strom. Sie haben schreckliche Angst vor den Kämpfen und sorgen sich, dass ihnen Lebensmittel, Wasser und Medikamente ausgehen könnten. Tausende Familien mussten aus ihrem Zuhause fliehen, um sich in Sicherheit zu bringen.

Wir haben Berichte über Kinder erhalten, die in Schulen und Betreuungseinrichtungen Schutz suchen, während um sie herum gekämpft wird. Über Kinderkrankenhäuser, die evakuiert werden müssen, weil die Kämpfe näher rücken. Und über Krankenhäuser, Gesundheitszentren und andere grundlegende Einrichtungen, die beschädigt oder zerstört wurden, wodurch der Zugang zu lebenswichtiger und lebensrettender Hilfe und Medikamenten eingeschränkt wird.

Durch die Kämpfe wurde die lebenswichtige Behandlung von schätzungsweise 50.000 schwer mangelernährten Kindern unterbrochen. Diese lebensbedrohlich mangelernährten Kinder benötigen eine kontinuierliche Rund-um-die-Uhr-Versorgung, die durch die eskalierende Gewalt gefährdet ist.

Die Kämpfe gefährden auch die Kühlketten im Land, einschließlich Impfstoffen und Insulin im Wert von über 40 Millionen US-Dollar, da die Stromversorgung unterbrochen ist und die Generatoren nicht mit Treibstoff versorgt werden können.

Bereits vor der Gewalteskalation waren mehr Menschen im Sudan auf humanitäre Hilfe angewiesen als je zuvor. Humanitäre Hilfe ist enorm wichtig, aber UNICEF und seine Partner können diese humanitäre Hilfe nicht leisten, solange die Sicherheit unserer Mitarbeiter*innen nicht gewährleistet ist.

Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen unserer Kolleg*innen vom Welternährungsprogramm, die ihr Leben verloren haben oder verletzt wurden.

Räume von UNICEF und anderen humanitären Organisationen wurden von bewaffneten Personen geplündert. Solche Angriffe auf humanitäre Mitarbeiter*innen und Hilfsorganisationen sind Angriffe auf die Kinder und Familien, denen wir helfen.

UNICEF unterstreicht den Appell des UN-Generalsekretärs an die bewaffneten Gruppen, die Feindseligkeiten unverzüglich einzustellen, und fordert alle Konfliktparteien dazu auf, ihre internationalen Verpflichtungen zum Schutz von Kindern einzuhalten und dafür zu sorgen, dass humanitäre Organisationen Kinder in Not sicher und schnell erreichen können. Darüber hinaus ruft UNICEF alle Konfliktparteien dazu auf, Angriffe auf die zivile Infrastruktur zu unterlassen, auf die Kinder angewiesen sind - wie Wasser- und Abwassersysteme, Gesundheitseinrichtungen und Schulen."


*Übersetzung aus dem Englischen durch UNICEF Deutschland. Das Statement im Original finden Sie auf dieser Seite.

Christine Kahmann

Christine KahmannSprecherin - Nothilfe

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Ninja Charbonneau

Ninja CharbonneauSprecherin

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