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KINDERGESUNDHEIT WELTWEIT IN GEFAHR
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Mittwoch, 19. Februar 2020, 00:30 Uhr

WHO, UNICEF, LANCET-STUDIE ZUR GESUNDHEITLICHEN SITUATION VON KINDERN

Die Gesundheit und das Lebensumfeld der nachfolgenden Generation werden nicht angemessen geschützt, warnen die Weltgesundheitsorganisation WHO, das UN-Kinderhilfswerk UNICEF und das medizinische Fachjournal Lancet in einer heute veröffentlichten Studie zur gesundheitlichen Situation von Kindern. Erarbeitet wurde die Untersuchung von einer Expertenkommission von 40 internationalen Experten für Kindergesundheit. 

Kambodscha: Ein kleines Mädchen sitzt Huckepack auf dem Rücke eines älteren Mädchens

Kinder bei einer Impfkampagne in Siem Reap, Kambodscha. 
© WHO

Laut der Studie "A Future for the World's Children?" ist die Gesundheit und die Zukunft von Kindern weltweit akut bedroht durch fortschreitende Umweltzerstörung, die Folgen des Klimawandels sowie aggressive Marketingpraktiken für Fast Food, stark zuckerhaltige Getränke, Alkohol und Tabak.

So sind viele Fortschritte bei der gesundheitlichen Situation von Kindern und Jugendlichen in den letzten zwei Jahrzehnten zum Stillstand gekommen oder drohen rückgängig gemacht zu werden. Es besteht die Gefahr, dass schätzungsweise 250 Millionen Kinder unter fünf Jahren in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ihr volles Potenzial nicht entfalten können. Dies verdeutlichen Erhebungen zu Armut und chronischer Mangelernährung. Darüber hinaus bedrohen der Klimawandel und schädliche kommerzielle Werbung die existenziellen Lebensbedingungen von Kindern.

Die Autoren der Studie fordern ein Umdenken von Ländern in ihrer Gesundheitsstrategie für Kinder und Jugendliche, um sowohl die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu fördern, als auch unseren Planeten für zukünftige Generationen zu erhalten.

„Klimawandel, Übergewicht und schädliche Werbe- und Marketingpraktiken führen dazu, dass Kinder Gefahren ausgesetzt sind, die vor einigen Jahrzehnten noch undenkbar schienen“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Deshalb sind tiefgreifende Veränderungen nötig: Jede Regierung muss die Rechte von Kindern ins Zentrum ihrer Politik stellen und ihr Wohlergehen zum Maßstab ihres Handelns machen.“

Die Studie beinhaltet einen neuen globalen Index, der die Daten von 180 Ländern zu Gesundheit und Wohlergehen von Kindern sowie zu Nachhaltigkeit und Chancengleichheit zusammenfasst. Ausgangspunkt der Untersuchung war die Frage, in welchem Maße die jeweiligen Länder die Gesundheit von Kindern, ihre Umwelt und ihre Zukunft schützen.

Der internationale Vergleich zeigt, dass die ärmsten Länder zwar mehr dafür tun müssen, um Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen, Industrieländer allerdings überproportional für klimaschädliche Emissionen verantwortlich sind, die die Zukunft und die Gesundheit aller Kinder weltweit gefährden.

Darüber hinaus zeigt der Report, dass schädliche Werbe- und Marketingpraktiken ernste Folgen für die Gesundheit von Kindern haben können. So sind Kinder in einigen Ländern mehr als 30.000 Werbeanzeigen im Fernsehen pro Jahr ausgesetzt. Die Werbung für Fast Food und stark zuckerhaltige Getränke führt dazu, dass Kinder zunehmend ungesunde Lebensmittel konsumieren. In der Folge nehmen Übergewicht und Fettleibigkeit von Kindern und Jugendlichen weltweit zu. Im Vergleich zu 1975 sind heute elf Mal so viele Kinder und Jugendliche übergewichtig. 

Die Expertenkommission fordert unter anderem:

  • den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren, um Kindern eine Zukunft zu ermöglichen;
  • Kinder und Jugendliche ins Zentrum aller Maßnahmen zur Verwirklichung der nachhaltigen Entwicklungsziele zu stellen;
  • neue politische Initiativen und verstärkte Investitionen in Kindergesundheit und die Umsetzung der Kinderrechte;
  • Kinder und Jugendliche an allen relevanten politischen und gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen;
  • schädliche Werbemaßnahmen auf nationaler Ebene strenger zu regulieren und die UN-Kinderrechtskonvention um ein neues Zusatzprotokoll zu ergänzen.

SERVICE FÜR REDAKTIONEN

» Die vollständige Pressemitteilung und die englischsprachige Studie stehen Ihnen hier zum kostenfreien Download zur Verfügung.

» Bildmaterial für die Berichterstattung finden Sie hier. 

Chrisitine Kahmann, UNICEF Deutschland

CHRISTINE KAHMANN

Pressesprecherin - Aktuelle Themen, Nothilfe
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E-Mail: presse(at)unicef.de