Ein Mädchen und eine Frau auf einem Sofa und spielen mit einer Spielzeug-Kette aus buntem Plastik.

Kosovo: Lichtblick für Roma-Kinder

Mit Bildung aus dem Abseits

Maria (Name geändert) hat es doppelt schwer: Sie lebt im Kosovo und gehört zur ethnischen Minderheit der Roma. Noch dazu ist sie körperlich und geistig behindert. Dass sie gefördert und unterstützt wird, ist im Kosovo nicht selbstverständlich – denn Roma-Kinder wie sie werden oft ausgegrenzt und diskriminiert. Aber jetzt geht es bergauf für Maria: Im Rahmen eines von UNICEF unterstützten Projektes kommt eine Sozialarbeiterin sie regelmäßig besuchen. Sie spricht und spielt mit ihr und geht individuell auf sie ein.

Roma-Kinder brauchen Chancen

Roma, Ashkali und Kosovo-Ägypter, kurz Roma, gehören überall in Europa zu den am stärksten ausgegrenzten Volksgruppen. Sie leben meist am Rande der Gesellschaft, schon die Kinder werden gemieden und kaum gefördert. Besonders schlimm ist die Situation im Kosovo. Nach den Bürgerkriegen leben hier bis zu 45.000 Menschen in Armenvierteln und Notlagern.

Kosovo: Flüchtlingskinder unterstützen
© UNICEF/Dietz
INFO

So kann UNICEF helfen

  • Bildungsangebote für Kinder: UNICEF unterstützt in Leposavic, in Roma Mahala und weiteren Roma-Vierteln Betreuungsangebote für Kinder im Kindergartenalter. In Gemeindezentren unterstützen Helfer Schulkinder bei den Hausaufgaben und beim Erlernen der serbischen Sprache. Die Kinder spielen und singen gemeinsam oder treiben Sport. UNICEF stattet die Kinder mit Schulmaterial aus und schult die Betreuer. In Bildungskursen können auch die Eltern Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. UNICEF bringt sie mit Lehrern und Gemeindevertretern zusammen, um Vorurteile abzubauen und sich gemeinsam für die Kinder einzusetzen.
  • Gesundes Essen und Betreuung: Für alle Kinder in Leposavic, die an den Bildungsangeboten teilnehmen, stellt UNICEF täglich ein gesundes Mittagessen und Obst bereit. Die zusätzlichen Nährstoffe sind besonders wichtig für Kinder, die von Bleivergiftungen betroffen sind. Ein Psychologe hilft den Familien im Lager, Entwicklungsstörungen ihrer Kinder zu erkennen und sie zu fördern. Freiwillige Helfer aus der Roma-Gemeinde besuchen die Familien regelmäßig. Sie klären auch über Hygiene und gesundheitliche Gefahren auf.
  • Aufklärung und Eingliederung: In Regionen, in denen viele Roma und andere benachteiligte Gruppen leben, klärt UNICEF über ihre schwierige Situation auf und macht Hilfsangebote bekannt. UNICEF schult freiwillige Helfer sowie Mitarbeiter von Gesundheitsstationen und stattet sie mit Informationsmaterial aus. Wir helfen den lokalen Behörden, Aktionspläne zur Wiedereingliederung von Roma-Familien zu entwickeln. So sollen die Familien im Leposavic-Lager schnell umziehen können. UNICEF hilft auch in ihren neuen Wohnvierteln, Bildungsangebote zu schaffen und die medizinische Versorgung zu verbessern.