Niemals Gewalt gegen Kinder!
„Aus dir wird nie etwas.“
„Wer nicht hören will, muss fühlen.“
„Du hat doch gar keinen Grund zum Heulen.“
Alles nicht so gemeint? Sätze wie diese hören Kinder jeden Tag. Es sind keine Schläge – aber auch ständige Drohungen und Erniedrigungen sind Gewalt. Sie zeigen eine weitverbreitete Haltung gegenüber Kindern – mit fatalen Folgen. UNICEF möchte erreichen, dass jede Form von Gewalt gegen Kinder ein Ende hat.
Nicht nur Schläge: Was ist Gewalt?
Sprechen wir von häuslicher Gewalt gegen Kinder, meinen wir häufig, dass ein Kind geschlagen wird. Gewalt gegen Kinder kann jedoch viele Formen haben:
- körperliche Misshandlung
- psychische Misshandlung
- körperliche und emotionale Vernachlässigung
- sexualisierte Gewalt
Kinder, die Gewalt ausgesetzt sind, erleben häufig mehrere dieser Formen. Die Konsequenzen sind fatal: Mittlerweile ist erwiesen, dass Gewalterlebnisse die Gesundheit und die Entwicklung von Kindern stark beeinträchtigen können, ganz gleich, welchen Formen von Gewalt sie ausgesetzt sind oder waren. Wann Gewalt beginnt und welche Folgen sie für Kinder hat, erfahren Sie in unseren Häufigen Fragen zum Thema Gewalt gegen Kinder.
Jedes zweite Kind weltweit erlebt Gewalt
Auch wenn wir es im Alltag oft nicht wahrnehmen, ist das Ausmaß der Gewalt erschreckend: Nach UNICEF-Daten von 2024 erleben sechs von zehn Kindern unter fünf Jahren weltweit Gewalt durch Bezugspersonen. Das sind fast 400 Millionen Kinder, die Schlägen, Mobbing, emotionaler Vernachlässigung oder sexualisierter Gewalt durch ihre Eltern oder andere enge Bezugspersonen ausgesetzt sind.
Auch in Deutschland ist Gewalt gegen Kinder stärker verbreitet, als viele von uns vielleicht glauben. Jeder zweite hierzulande ist einer Studie zufolge der Meinung, dass ein Klaps auf den Hintern Kindern nicht schadet. Dabei haben Kinder in Deutschland seit dem Jahr 2000 einen gesetzlichen Anspruch auf eine gewaltfreie Erziehung.
Kinder haben ein Recht darauf, ohne Gewalt aufzuwachsen!
Der Schutz von Kindern vor Gewalt ist ein internationales Anliegen, das sich auf die Kinderrechte und die nachhaltigen Entwicklungsziele der UN gründet. In Deutschland ist er sogar gesetzlich festgeschrieben.
In der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen ist der Schutz von Kindern vor Gewalt seit 1989 fest verankert. In Artikel 19 heißt es etwa: "Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen, um das Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenszufügung oder Misshandlung, vor Verwahrlosung oder Vernachlässigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschließlich des sexuellen Missbrauchs zu schützen (…).“
Die internationale Gemeinschaft hat sich 17 nachhaltige Entwicklungsziele gesetzt, die bis 2030 erreicht werden sollen. Zum Kinderschutz ist in Ziel 16 festgelegt, "Missbrauch und Ausbeutung von Kindern, den Kinderhandel, Folter und alle Formen von Gewalt gegen Kinder“ zu beenden.
Seit 20 Jahren gilt in Deutschland Paragraf 1631 des Bürgerlichen Gesetzbuchs: "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“
Hilfe bei Gewalt: Beratungsstellen für Kinder und Erwachsene
Nicht immer können Kinder und Jugendliche sich selbst helfen. Wenn es Anzeichen dafür gibt, dass ein Kind Gewalt erfährt, sollte gehandelt werden. Deutschlandweit stehen zahlreiche kostenlose Anlaufstellen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Verfügung, die Beratung und Unterstützung im Schutz gegen Gewalt bieten. Hier finden Sie eine Übersicht:
Wie kann man Kinder gegen Gewalt schützen?
Gemeinsam mit UNICEF können Sie dazu beitragen, dass Gewalt gegen Kinder ein Ende hat!
- Helfen Sie mit, indem Sie auf die oft übersehenen Tatsachen aufmerksam machen.
- Teilen Sie unser Video zur UNICEF-Kampagne #NiemalsGewalt und unsere Beiträge auf Facebook und Instagram.
- Oder engagieren Sie sich ehrenamtlich in einer UNICEF-Gruppe und klären Sie gemeinsam mit anderen auf, zum Beispiel mit der Aktion "Gewalt nicht unter den Teppich kehren".
- Schauen Sie nicht weg, wenn Sie ein ungutes Bauchgefühl haben, seien Sie aufmerksam. Hilfe finden Sie bei den bestehenden Beratungsangeboten.
Danke, dass Sie dazu beitragen, Kinder weltweit vor Gewalt zu schützen – damit #NiemalsGewalt Wirklichkeit wird!
Downloads: Infomaterialien zur UNICEF-Kampagne gegen Gewalt
- Broschüre: Informationen zur UNICEF-Kampagne #NiemalsGewaltStand: (PDF 1,52 MB)
- Studie: "Einstellungen zu Körperstrafen"Stand: (PDF 4,54 MB)
- "#NiemalsGewalt" Anzeigen 105x135Stand: (PDF 2,35 MB)
- "#NiemalsGewalt" Anzeigen 210x148Stand: (PDF 3,3 MB)
- "#NiemalsGewalt" Anzeigen 210x297Stand: (PDF 4,32 MB)
- "#NiemalsGewalt" Anzeigen 92x92Stand: (PDF 2,11 MB)
"Niemals Gewalt": Rede von Astrid Lindgren
"Niemals Gewalt!" – diese berühmten Worte prägte Astrid Lindgren 1978 in ihrer Rede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. "Könnten wir es nicht vielleicht lernen, auf Gewalt zu verzichten? Könnten wir nicht versuchen, eine ganz neue Art Mensch zu werden? Wie aber sollte das geschehen, und wo sollte man anfangen?", fragte die Schriftstellerin in der Frankfurter Paulskirche. "Ich glaube, wir müssen von Grund auf beginnen. Bei den Kindern."
UNICEF verwendet Lindgrens Worte in der Kampagne #NiemalsGewalt mit freundlicher Genehmigung des Verlags Friedrich Oetinger und der Astrid Lindgren Company. Dafür danken wir herzlich.
