CHANCEN FÜR KINDER AUS KRISENGEBIETEN!
Mittwoch, 3. Februar 2016, 18:15 Uhr
von Kerstin Bücker | 4 Kommentare

„Als Journalisten dürfen wir nicht aufhören, über Kinder als besondere Opfer von Krieg und Flucht zu berichten, nur weil uns dadurch Einseitigkeit vorgeworfen wird“, sagt Anja Reschke, Moderatorin von Panorama.

Und Jaafar Abdul-Karim, der mit seiner Deutsche-Welle-Sendung Shababtalk Millionen arabischsprachiger Jugendlicher erreicht, macht klar: „In der politischen Debatte über Flüchtlinge dürfen wir die Kinder nicht vergessen. Es ist unsere Verantwortung und ihr Recht, dass sie zur Schule gehen und eine Zukunft haben.“

Teilnehmer des UNICEF-Neujahrsgesprächs 2016

Die Teilnehmer des UNICEF-Neujahrsgesprächs (v.l.n.r.): Conny Czymoch (Moderation), Anja Reschke (Journalistin NDR/“Panorama“), Freya von Groote (UNICEF New York), Christian Schneider (UNICEF-Geschäftsführer), Jaafar Abdul-Karim (Journalist, Deutsche Welle), Daniela Schadt (UNICEF-Schirmherrin), Dr. Jürgen Heraeus (UNICEF-Vorsitzender), Leon Sturz (Musiker), Albrecht Brömme (Präsident THW), Fetsum Sebhat (Musiker).
© Bundesregierung/Steffen Kugler

Beim Neujahrsgespräch in Schloss Bellevue wurde deutlich, dass Bildungs- und Betreuungsangebote der Schlüssel zu besseren Perspektiven für Flüchtlingskinder sind. Freya von Groote von UNICEF in New York stellte die Initiative „No lost generation“ vor, mit der UNICEF in Syrien und den Nachbarländern Millionen Kinder erreicht.

UNICEF-Schirmherrin Daniela Schadt berichtete von ihrer Projektreise in die Ukraine und machte klar: „Bildung und psychosoziale Hilfen sind kein Luxus, sie sind für die Entwicklung eines Kindes genauso lebenswichtig wie ein Dach über dem Kopf, Nahrung und Wasser.“

Neujahrsgespräch als Auftakt zum Geburtstagsjahr

Das Publikum fragte bei den Podiumsteilnehmern nach und diskutierte lebhaft mit: Warum sind Kinder allein auf der Flucht, was genau brauchen die Mädchen und Jungen – und warum reagiert die Politik oft erst so spät auf Krisen?

Das Neujahrsgespräch war der Auftakt ins 70. Geburtstagsjahr von UNICEF – und machte deutlich, dass die Aufgaben des UN-Kinderhilfswerks heute genauso drängend sind wie zu seinen Anfängen.

Denn seit dem Zweiten Weltkrieg waren nicht mehr so viele Menschen auf der Flucht wie heute.

KOMMENTARE

  • anonym
    28. März 2016 19:22 Uhr

    Vielen Dank für Ihre Antwort auf unsere Fragen.
    Da uns jede Meinung hilft, haben wir uns gefreut, dass Sie die Zeit gefunden haben unsere Fragen zu beantworten.
    Nochmals danke.

    Mit freundlichen Grüßen

    Julia Majewski und Julia Zakusek

  • anonym
    04. März 2016 13:24 Uhr

    Liebe Julia & Julia,

    hier nun die Antworten auf Eure Fragen - viel Erfolg bei Eurer Präsentation!

    Viele Grüße, Kerstin Bücker

    Wie können Rebellentruppen am Einsetzen von Kindersoldaten gehindert werden?
    UNICEF setzt sich auf politischer Ebene dafür ein, dass Kinder im Krieg geschützt werden. Dazu gehört auch unsere Forderung, dass kein Land Kinder unter 18 Jahren rekrutiert. UNICEF fordert alle Staaten und Rebellengruppen auf, Kindersoldaten zu demobilisieren und ihre Waffen zu vernichten. Die für den Einsatz von Kindersoldaten Verantwortlichen müssen bestraft werden – auch zur Abschreckung für die Zukunft.
    Welche Maßnahmen werden gegen Staaten getroffen, die minderjährige Kinder rekrutieren, trotz Ratifizierung des Zusatzprotokolls der UN Kinderrechtskonvention?
    Das Zusatzprotokoll hat viel bewirkt und unter anderem dazu beigetragen, dass Verantwortliche erstmals vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt wurden. So wurde 2012 der kongolesische Milizenchef Thomas Lubunga vom Internationalen
    Strafgerichtshof in Den Haag wegen der Rekrutierung von Kindersoldaten zu 14 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt – ein wichtiges weltweites Signal. Auch Charles Taylor, der ehemalige Präsident von Liberia, wurde 2012 zu 50 Jahren Gefängnis verurteilt. Ihm
    wurden eine Reihe von Kriegsverbrechen zur Last gelegt, darunter der Einsatz von Kindersoldaten.

    Wie werden betroffene Staaten gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten unterstützt?

    UNICEF fordert, Sanktionen gegen Menschenrechtsverletzer entschiedener durchzuführen, um so Kinder vor der Rekrutierung zu schützen. Außerdem fordern wir, die Strafverfolgung gegen die politisch Verantwortlichen weiter voranzutreiben. Dazu gehört vor allem, den internationalen Strafgerichtshof in Den Haag finanziell und personell in die Lage zu versetzen, solche Verfahren durchzuführen. Lange Zeit gingen Militärs und Milizenchefs, die Kinder als Soldaten missbrauchten, straffrei aus.

    Der Einsatz von Kindersoldaten wird zudem durch den weltweiten Handel mit Kleinwaffen angeschürt. Denn Kleinwaffen sind so leicht und so einfach zu bedienen, dass schon Zehnjährige damit umgehen können. Deshalb brauchen wir ein verbindliches Abkommen zum Waffenhandel, das Kriterien wie Menschenrechte und Konfliktsituationen streng berücksichtigt und die massenhafte Verbreitung von Kleinwaffen deutlich erschwert.
    Welche Hilfe wird Kindern geboten, die Opfer von Zwangsrekrutierung geworden sind?
    Um Kinder aus den kämpfenden Truppen zu holen, verhandelt UNICEF häufig intensiv mit den Kriegsparteien. Mit Unterstützung von UNICEF konnten so seit 1998 mehr als 100.000 Kinder und Jugendliche demobilisiert werden.

    Neben medizinischer und psychologischer Hilfe sind Schul- und Ausbildungsprogramme für ehemalige Kindersoldaten besonders wichtig. Ihre Familien und Dörfer müssen außerdem darauf vorbereitet werden, sie wieder aufzunehmen. Nur wenn es gelingt, ehemaligen
    Kindersoldaten Alternativen zu geben, kann ihre erneute Rekrutierung verhindert werden. Deshalb fördern wir so genannte Übergangszentren, in denen sich Betreuer um die Kinder kümmern und Kontakt zu ihren Familien aufnehmen. Wir sorgen auch dafür, dass sie Unterricht erhalten oder eine Ausbildung machen können. Wir helfen zudem, Kinderclubs und Jugendgruppen in den Gemeinden zu gründen und fördern Kinderschutz-Komitees aus engagierten Freiwilligen. Sie unterstützen die Wiedereingliederung der Kinder in ihrem Dorf und schlagen Alarm, falls es erneut zu Rekrutierungen kommen sollte.

    Aktuell unterstützen wir zum Beispiel Programme für ehemalige Kindersoldaten in Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo und Sri Lanka - Infos dazu findet Ihr unter unicef.de/informieren/projekte

  • anonym
    02. März 2016 17:18 Uhr

    Liebe Julia & Julia,

    vielen Dank für Euer Interesse. Gern beantworten wir Eure Fragen rechtzeitig vor Eurer Präsentation. Wir veröffentlichen Sie im Blog, da es sicher auch andere interessiert.

    Viele Grüße,
    Kerstin Bücker

  • anonym
    28. Februar 2016 20:27 Uhr

    Sehr geehrte Frau Bücker,

    mein Name ist Julia Zakusek. Ich bin Schülerin des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Berlin/Lichtenberg und gehe derzeit in die 10. Klasse. Meine Partnerin und ich stehen kurz vor unserer MSA-Präsentationsprüfung zum Thema „Kindersoldaten in Indien“ und damit verbunden die UN-Kinderrechtskonvention. Im Rahmen unserer ersten Recherchen haben wir auch Ihren Artikel „Chance für Kinder aus Krisengebieten“ gelesen. Laut UNICEF sind Sie Leiterin des Bereichs Kommunikation und Kinderrechte. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen für unseren Eigenanteil an dieser Prüfung einige Fragen stellen. Wir würden uns sehr über eine Antwort von Ihnen oder einem Ihrer Mitarbeiter freuen. Für die Verwendung Ihrer Antworten in unserer Präsentation benötigen wir diese bis 27.03.2016. Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Julia Majewski und Julia Zakusek



    Wie können Rebellentruppen am Einsetzen von Kindersoldaten gehindert werden?

    Welche Maßnahmen werden gegen Staaten getroffen, die minderjährige Kinder rekrutieren, trotz Ratifizierung des Zusatzprotokolls der UN Kinderrechtskonvention?

    Wie werden betroffene Staaten gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten unterstützt?

    Welche Hilfe wird Kindern geboten, die Opfer von Zwangsrekrutierung geworden sind?

KOMMENTAR SCHREIBEN

Herzlich Willkommen im UNICEF-Blog! Für ein faires Miteinander beachten Sie bitte die Verhaltensregeln.
Wir verarbeiten Ihre Daten mit Ihrer Einwilligung gemäß Art. 6 Abs. 1 f DSGVO, damit Sie einen Kommentar hinterlassen können. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
*Pflichtfeld