NIGERIA: NEUES LEBEN IM EHEMALIGEN TERRORGEBIET

26. Januar 2017 von Ninja Charbonneau 2 Kommentare

Zwei Jahre lang hatte die Terrormiliz Boko Haram die Familie von Modu (13) wie viele andere aus ihrer Heimat im Nordosten Nigerias vertrieben. Jetzt konnte Modu endlich nach Hause – aber etwas Wichtiges fehlte ihm noch. 

Nigeria: Modu in der Schule

© UNICEF/UN039587/Vittozzi

Als der Terror nach Monguno kam, floh Modu mit seiner Familie in die Provinzhauptstadt Maiduguri. Für kurze Zeit ging er in eine neue Schule, doch dann wurden die Kämpfe auch in Maiduguri bald zu heftig, und die Schulen schlossen. Seit Jahren verbreitet Boko Haram in Nigeria, Kamerun, Niger und Tschad Angst und Schrecken, ganze Dörfer wurden abgebrannt und immer wieder Kinder zu Selbstmordattentaten gezwungen. Auch vor gezielten Angriffen auf Schulen und vor Entführungen von Kindern schreckten die Milizionäre nicht zurück.

„Ich hätte weinen können“ ohne Schule: Modu (13) aus Nigeria

Seit nigerianische Regierungstruppen die Terror-Miliz aus Teilen der Region zurückgedrängt haben, konnten viele geflüchtete Familien zurückkehren. Auch wenn der Terror nicht zu Ende ist, gibt es in vielen Orten wieder mehr Sicherheit. Modu war endlich zurück zu Hause. Trotzdem war er anfangs traurig: „Ich hätte weinen können, als ich andere Kinder mit ihren Schuluniformen und Taschen auf dem Weg zur Schule gesehen habe“, sagt der 13-Jährige.

Wo immer es nötig und möglich ist, richtet UNICEF Notschulen ein, damit auch Kinder in Krisengebieten weiter lernen können und die Chance auf eine bessere Zukunft haben. Modu ist stolz und glücklich, jetzt wieder ein Schüler zu sein. In einer Grundschule, die als Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert werden musste, können vier Klassenräume wieder für ihren eigentlichen Zweck genutzt werden: zum Lernen.

„Wenn ich groß bin, die Schule abschließe und dann Arzt werde, werden mir Englisch und Mathe dabei helfen“, sagt Modu.

Nigeria: Modu beim Lernen an der Tafel

© UNICEF/UN039586/Vittozzi

Klassenraum im Flüchtlingscamp

Mit Unterstützung von UNICEF haben rund 90.000 Kinder im Nordosten Nigerias wieder sichere Orte zum Lernen und über 150.000 Mädchen und Jungen haben Schulmaterial wie Taschen, Hefte und Stifte erhalten.

Nigeria: Mädchen in einer Grundschulklasse

© UNICEF/UN038614/Naftalin

Ein solcher Ort ist zum Beispiel der Klassenraum im Muna Garage-Flüchtlingscamp. Der Raum ist zwar nur eine große Strohhütte mit Matten auf dem Boden und einer Tafel – aber für die Kinder ist es eine neue Welt. „Viele von ihnen waren noch nie in der Schule“, erklärt Yusef Ismail, Bildungsexperte von UNICEF Nigeria.

Einige sind traumatisiert durch die Gewalt, die sie miterleben mussten. Sie zu motivieren, ist nicht immer leicht. „Aber als sie gesehen haben, wie die anderen Kinder Schulrucksäcke bekommen haben und wie sie lachen und singen, wollten fast alle Kinder im Camp zum Unterricht kommen. Jetzt habe ich den Eindruck, dass sie Schule sogar noch mehr lieben als ich!

LETZTE CHANCE FÜR EINE KINDHEIT

Im Krieg und auf der Flucht gibt es keine Kindheit mehr. Gewalt und Verzweiflung bestimmen den Alltag. Schule ist nicht mehr möglich - und damit keine Zukunft.

Unterzeichnen Sie jetzt den UNICEF-Appell – damit jedes Kind in Krisengebieten Schutz und Bildung erhält. Danke!

KOMMENTARE

  • anonym
    05. April 2017 10:52 Uhr

    2015 und 2016 war ich in Nigeria und konnte mir selber ein Bild machen.Die Menschen brauchen unsere Unterstützung besonders die 'Hilfe zur Selbsthilfe'.Das Land ist sehr gross und es ist nicht überall Hungersnot.Kleine Betriebe bes.in der Landwirtschaft haben durch unsere Mithilfe Chancen zur Existenz und können schließlich eigene Hilfe im Land leisten.Die Nachhaltigkeit muss durch unser Engagement gewährleistet sein.

  • anonym
    22. Februar 2017 11:14 Uhr

    Auch in Deutschland wird ständig seitens unserer Regierung von uns als Wertegemeinschaft gesprochen, das solle aber zur Folge haben, dass mehr für die armen Kinder der Welt als Hauptlasttragende getan wird.

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