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Bundesregierung muss Kinder und ihre Rechte in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie stärken

Köln

Stellungnahme von UNICEF Deutschland zur Dialogfassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2021

In einer Stellungnahme zur Dialogfassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2021 begrüßt UNICEF Deutschland das Bekenntnis der Bundesregierung zu einem verstärkten gemeinsamen Handeln für die Umsetzung der in der Agenda 2030 festgehaltenen 17 Nachhaltigkeitsziele („Sustainable Development Goals“, SDGs). Gleichzeitig fordert UNICEF, Kinder und ihre Rechte dabei stärker zu berücksichtigen.

„Eines muss uns allen klar sein: So lange Kinder unter Armut, Gewalt oder den Auswirkungen des Klimawandels leiden, kann das Ziel einer nachhaltigen und gerechteren Welt nicht Wirklichkeit werden“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Die Bundesregierung muss daher die Perspektive von Kindern und Jugendlichen in der Nachhaltigkeitsstrategie stärker berücksichtigen. Nur wenn die Kinderrechte im Aktionsplan der Bundesregierung fest verankert sind, können wir die SDGs in den nächsten zehn Jahren erreichen und dem Leitprinzip der Agenda 2030 ‚Leave no one behind‘ gerecht werden.“

Die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung und die UN-Kinderrechtskonvention

Die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung und die UN-Kinderrechtskonvention

© UNICEF

Heutige Entscheidungen haben auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen weitreichende Auswirkungen. UNICEF Deutschland macht in der Stellungnahme deutlich, dass die Interessen junger Menschen in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie stärker beachtet werden müssen und nur mit ihnen gemeinsam zukunftsfähige Antworten auf die globalen Herausforderungen gefunden werden können.

UNICEF Deutschland appelliert daher an die Bundesregierung, Kinder und Jugendliche in der Nachhaltigkeitsstrategie als zentrale Akteure nachhaltiger Entwicklung anzuerkennen und ihre Interessen und Meinungen stärker zu berücksichtigen. So müssen beispielsweise durch Konsultationen oder Beteiligungsprojekte weitere Möglichkeiten geschaffen werden, damit Kinder und Jugendliche ihre Zukunft direkt mitgestalten können.

Dies bedeutet auch, Kinderrechte in den Zielen und Indikatoren der Nachhaltigkeitsstrategie adäquat zu verankern. Denn bislang finden zahlreiche wichtige Zielsetzungen der Agenda 2030 in der Dialogfassung keine Berücksichtigung, wie beispielsweise das Ziel, alle Formen von Gewalt gegen Kinder zu beenden (SDG 16.2).

Darüber hinaus müssen in der Strategie verbindliche Investitionen in den Schutz, die Förderung und die Beteiligung von Kindern festgehalten werden, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Nur durch eine konsequente Berücksichtigung von Kindern und ihren Rechten in allen Dimensionen nachhaltiger Entwicklung – der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen – und auf lokaler, nationaler sowie globaler Ebene kann die Agenda 2030 in den kommenden zehn Jahren Wirklichkeit werden.

Service für die Redaktionen

Die Bundesregierung entwickelt derzeit die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) weiter. Bis zum 31. Oktober können Bürgerinnen und Bürger sowie Organisationen und Institutionen den aktuellen Entwurf der DNS, die sogenannte Dialogfassung, kommentieren. Im Frühjahr 2021 soll die weiterentwickelte Strategie beschlossen werden.

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