Statement

Israel/Gaza: Kinder zahlen den höchsten Preis

Statement von UNICEF-Sprecher James Elder bei der heutigen Pressekonferenz im Palais des Nations in Genf zu den aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten

Genf/Köln

„Hunderte Kinder wurden getötet und verletzt. Mit jeder Stunde steigt die Zahl der getöteten Kinder in Gaza. Das Töten von Kindern muss aufhören.

Die Bilder und Berichte sind eindeutig: Kinder mit entsetzlichen Verbrennungen, die durch Mörser verwundet wurden und Gliedmaßen verloren haben. Die Krankenhäuser sind zu überlastet, um sie zu versorgen. Und doch steigen die Zahlen weiter an.

Israelische Kinder, die in Gaza als Geiseln gehalten werden, müssen sicher und unverzüglich mit ihren Familien und Angehörigen zusammengeführt werden.

Die humanitäre Situation hat einen tödlichen Tiefpunkt erreicht, und dennoch deuten alle Berichte auf weitere Angriffe hin. Mitgefühl – und das Völkerrecht – müssen jetzt Vorrang haben.

UNICEF ruft zu einem sofortigen Waffenstillstand auf. 1,1 Millionen Menschen – fast die Hälfte davon Kinder – wurden aufgerufen, ihr Zuhause zu verlassen, angesichts eines zu erwartenden Bodenangriffs auf eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Welt, in dem es jedoch für die Zivilbevölkerung keinen sicheren Ort gibt.

Nach tagelangen Luftangriffen und der Unterbrechung aller Versorgungswege haben Kinder und Familien im Gazastreifen praktisch keine Nahrungsmittel, kein Wasser, keinen Strom, keine Medikamente und keinen sicheren Zugang zu Krankenhäusern mehr.

Dem einzigen Kraftwerk in Gaza ging am Mittwochnachmittag der Treibstoff aus, so dass die Strom- und Wasserversorgung sowie die Abwasseraufbereitung abgeschaltet wurden. Die meisten Menschen können kein Trinkwasser mehr über Dienstleister oder Wasserleitungen beziehen.

Mindestens sechs Brunnenanlagen, drei Wasserpumpstationen, ein Wasserreservoir und eine Entsalzungsanlage, die mehr als eine Million Menschen versorgen, wurden durch Luftangriffe beschädigt.

Humanitäre Teams müssen in der Lage sein, Kinder und ihre Familien sicher mit lebensrettenden Diensten und Hilfsgütern zu versorgen – ganz gleich, wo sie sich befinden.

In jedem Krieg sind es die Kinder, die am meisten leiden. Dies ist auch heute auf tragische Weise der Fall.“

Christine Kahmann

Christine KahmannSprecherin - Aktuelle Themen, Nothilfe

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