Pressemitteilung
ALEPPO: ZWEI MILLIONEN MENSCHEN OHNE TRINKWASSER
Köln / Damaskus
Mittwoch, 10. August 2016, 11:30 Uhr

Im syrischen Aleppo sind zwei Millionen Menschen ohne Zugang zu fließendem Wasser. Bei Kämpfen und Angriffen in der Stadt wurden die Stromnetze der Stadt schwer beschädigt und Pumpen zur Wasserversorgung sind ausgefallen.

Am 31. Juli wurde bei schweren Angriffen das Stromnetzwerk für die Versorgung der westlichen und östlichen Stadtteile zerstört. Vier Tage später gelang es syrischen Behörden eine alternative Stromversorgung aufzubauen und die Wasserversorgung wieder in Gang zu setzen. In weniger als 24 Stunden zerstörten jedoch erneute Angriffe die Leitungen und verhindern seitdem alle weiteren Reparaturversuche. Aus diesem Grund ist die ganze Stadt seit vier Tagen ohne fließendes Wasser.

Zwei syrische Jungen sitzen neben einem Wasserkanister in einem provisorischen Zelt in Aleppo.

Zwei syrische Jungen sitzen neben einem Wasserkanister in einem provisorischen Zelt in Aleppo. Zu diesem Zeitpunkt war die Wasserversorgung noch intakt. Inzwischen sind zwei Millionen Menschen seit vier Tagen ohne Zugang zu fließendem Wasser.
© UNICEF/UN027713/Al-Issa

„Kinder und Familien in Aleppo befinden sich in einer katastrophalen Situation. Die Unterbrechung der Wasserversorgung passiert mitten in einer Hitzewelle. Die Kinder sind durch Krankheiten durch verschmutztes Wasser bedroht“, sagt Hanaa Singer, UNICEF-Leiterin in Syrien. "Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser kann nicht warten bis die Kämpfe beendet sind. Kinderleben sind in ernster Gefahr.“

UNICEF und seine Partner weiten ihre Hilfsmaßnahmen aus, um die Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Besonders dringend ist jedoch die Wiederherstellung des Stromnetzes. Denn nur durch den Betrieb von Pumpen   können letztlich zwei Millionen Menschen in der Stadt ausreichend Wasser erhalten. Wenn die Pumpen nicht rasch wieder in Betrieb genommen werden können, müssen die Bewohner der Stadt auf unsichere Wasserquellen zurückgreifen.

"Wir fordern die Konfliktparteien auf, unverzüglich den Technikern einen sicheren Zugang zu den zerstörten Stromnetzen zu ermöglichen, um Reparaturen an den Strom- und Wassersystemen durchzuführen. Dies ist die einzige Möglichkeit die Menschen in der ganzen Stadt mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Zivile Infrastruktur wie Strom- und Wasserpumpstationen darf niemals das Ziel von Angriffen sein“, erklärt Singer.

Rudi Tarneden

RUDI TARNEDEN

Abteilungsleiter Presse / Sprecher
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