Pressemitteilung

IMMER MEHR ROHINGYA-KINDER LEIDEN AN LEBENSGEFÄHRLICHER MANGELERNÄHRUNG

Köln / Genf / Cox‘s Bazar / New York, 03. November 2017

Immer mehr Rohingya-Kinder in den Flüchtlingslagern in Bangladesch leiden laut UNICEF an schwerer akuter Mangelernährung. Eine Reihenuntersuchung von Kindern im Lager Kutupalong in der Region Cox‘s Bazar ergab, dass 7,5 Prozent der Mädchen und Jungen lebensgefährlich mangelernährt sind. Damit hat sich der Anteil seit der ersten Fluchtwelle im Frühjahr 2017 verdoppelt.

„Die Rohingya-Kinder, die den Horror im Bundesstaat Rakhine in Myanmar und die gefährliche Flucht überlebt haben, befinden sich in einer katastrophalen Situation“, sagte der Leiter von UNICEF Bangladesch, Edouard Beigbeder.  „Die Kinder mit akuter schwerer Mangelernährung sind jetzt zusätzlich durch vermeidbare und behandelbare Krankheiten in Lebensgefahr.“

UNICEF-Helfer messen die Köpergröße eines Rohnigya-Mädchens

In einem therapeutischen Ernährungszentrum von UNICEF messen Helfer die Köpergröße eines Rohnigya-Mädchens.
© UNICEF/UN0139596/LeMoyne

Bereits vor der aktuellen Fluchtwelle war der Anteil mangelernährter Kinder im Bundesstaat Rakhine in Myanmar alarmierend hoch. Der Zustand der Kinder hat sich durch die lange Flucht und die Situation in den Lagern weiter verschlechtert.

Im Lager Kutupalong leben derzeit rund 26.000 Menschen. Zwischen dem 22. und 28. Oktober wurden 405 Haushalte mit Kindern untersucht. Zwei weitere Untersuchungen in anderen Lagern sind im November geplant. Die Ergebnisse sind Grundlage für die Planungen der weiteren Hilfsmaßnahmen in den kommenden Monaten. 

Gemeinsam mit Partnern behandelt UNICEF in den Lagern in Cox‘s Bazar derzeit über 2.000 mangelernährte Kinder in 15 Behandlungszentren. Zusätzliche sechs solcher Einrichtungen werden aufgebaut. UNICEF unterstützt auch die Untersuchung und Behandlung von Kindern mit Krankheiten wie Durchfall und Lungenentzündung. Weitere Untersuchungen zum Ernährungszustand der Kinder und eine Massenimpfkampagne sind für diesen Monat geplant.

„Die Hilfsorganisationen müssen in die Lage versetzt werden, viel mehr zu tun, um diese extrem gefährdeten Kinder zu behandeln und zu schützen“, sagte Edouard Beigbeder. „Deshalb muss diese Krise viel mehr Aufmerksamkeit bekommen, und viel mehr Mittel müssen bereitgestellt werden, um darauf zu reagieren. Die Kinder brauchen jetzt Hilfe.“

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Rudi Tarneden

RUDI TARNEDEN

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