Elfenbeinküste: UNICEF baut Klassenräume aus recyceltem Plastik.

Elfenbeinküste: Bildungschancen durch Recycling

UNICEF baut Schulen aus Kunststoff-Abfall

Stolz zeigen die beiden Jungen die Ziegel, aus denen ihr neues Schulgebäude besteht. Auf den ersten Blick sehen die Ziegel ganz normal aus – aber sie sind eine echte Innovation: Sie bestehen nicht aus Stein, sondern aus Plastik.

Zwei Millionen Kinder in der Elfenbeinküste haben nur schlechte Chancen auf Bildung. Es gibt bei weitem nicht genug Schulen, und die wenigen vorhandenen Klassenzimmer sind oft vollkommen überfüllt. Noch dazu hat die Elfenbeinküste ein Müllproblem und leidet unter einer extremen Umweltverschmutzung.

Elfenbeinküste: Kind auf einer Müllkippe

Der viele Müll bedroht die Gesundheit der Kinder.

© UNICEF/UN0206928/DEJONGH

Zu viel Müll und zu wenig Bildung – aus beiden Problemen hat UNICEF jetzt ein innovatives Projekt gemacht: Wir wandeln Kunststoff-Abfälle in wertvolle Baumaterialien für Schulen um und ermöglichen Kindern so den Zugang zu Bildung in einer sauberen Umgebung.

Kaum Zukunftschancen für ivorische Kinder

Etwa die Hälfte der rund 24 Millionen Einwohner der Elfenbeinküste sind Kinder und Jugendliche. Doch nur ein Bruchteil von ihnen hat die Chance auf qualitativ hochwertige und langfristige Bildung. Das liegt zum einen an der vorherrschenden Armut des Landes: Fast die Hälfte der Familien kann es sich finanziell nicht leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Zum anderen gibt es einfach nicht genügend Schulen im Land. Die Klassenzimmer sind mit bis zu 60 Schülern pro Klasse oft maßlos überfüllt und die Lehrer überfordert. "Wir arbeiten unter sehr schweren Bedingungen", erklärt ein Lehrer aus Abidjan die Situation. "Es ist, als würden wir die Kinder in einen Pferch sperren."

Elfenbeinküste: Ein Land versinkt im Müll

Da nur fünf Prozent der täglich anfallenden Abfälle in der Elfenbeinküste recycelt werden, steht das westafrikanische Land vor einem enormen Verschmutzungsproblem. Die Wirtschaftshauptstadt Abidjan zum Beispiel produziert jeden Tag 288 Tonnen Kunststoff-Abfälle – und die landen größtenteils auf Deponien in armen Stadtvierteln wie Gonzagueville. Dort verseuchen sie den Boden, die Luft und das Wasser – und können zu schweren, teils tödlich verlaufenden Krankheiten führen.

Plastikbausteine für Bildung: Hilfe für Kinder und Umweltschutz

Gemeinsam mit dem kolumbianischen Unternehmen "Conceptos Plásticos" hat UNICEF eine Technik entwickelt, um Ziegel aus allen Arten von Kunststoff (abgesehen von PVC) herzustellen. Abfälle werden somit zu langlebigen und sicheren Baumaterialien. Normalerweise dauert es mehrere Monate, eine Schule zu bauen. Mit den einfach zu montierenden Kunststoff-Ziegeln kann man innerhalb weniger Tage ein Klassenzimmer errichten.

Elfenbeinküste: Aus recyceltem Plastik entstehen Schulen.
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Diese Schule in Sakassou ist eine der ersten, die aus Plastikziegeln gebaut wurde. Dank der innovativen Bauweise bekommen jetzt mehr Kinder Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung.

© UNICEF/UNI215661
Blick auf eine Baustelle: Der Bau der neuen Schule hat begonnen.
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Hier waren die Bauarbeiten noch mitten im Gange. Was man aber schon sehen konnte: Die neuen Klassenzimmer sind deutlich größer, stabiler und wetterfester als die alten Räume links im Bild.

© UNICEF/UN0266610/Dejongh
Die Recycling-Ziegel sind günstig, stabil und nachhaltig.
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Die recycelten Ziegel sind 40 Prozent günstiger als herkömmliche Materialien. Außerdem halten sie 50 Jahre länger und sind einfach und schnell zu montieren.

© UNICEF/UN0275807/DEJONGH
Ein Mädchen wirft einen ersten Blick in ein neues Klassenzimmer.
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Ein erster Blick in das neue Klassenzimmer: Besonders die benachteiligten Mädchen des Landes profitieren von dem besseren Bildungsangebot durch UNICEF.

© UNICEF/UN0287734/DEJONGH
Die aus Kunststoff-Abfällen hergestellten Gebäude sind innovativ und langlebig.
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Und so sehen die innovativen Gebäude von außen aus: Einfach und funktional, und zugleich langlebig und ökologisch.

© UNICEF/UN0266611/Dejongh
Die recycelten Bausteine tragen zum Klimaschutz bei.
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Kleine Toilettengebäude lassen sich ebenfalls wunderbar aus recycelten Plastiksteinen bauen. Indem wir Plastikabfälle in Baumaterialien umwandeln, tragen wir auch zum Klimaschutz bei.

© UNICEF/UNI211381/Frank Dejongh
Blick in den Raum einer Vorschulkindergruppe.
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Auch Vorschulkinder kommen auf ihre Kosten, denn für sie haben wir in den Schulgebäuden eigene Räume eingerichtet – mit farbenfrohen Wänden und viel neuem Material.

© UNICEF/UN0309355/Frank Dejongh
Fabrikbau: Bald werden die Kunststoffziegel direkt in der Elfenbeinküste produziert.
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Baustelle: Hier entsteht die erste Fabrik für Kunststoffziegel in der Elfenbeinküste. Bisher wurden die Ziegel für den Schulbau in Kolumbien hergestellt. Bald werden sie direkt im Land produziert.

© UNICEF/UNI215599/Frank Dejongh
Elfenbeinküste: Frauen sammeln und verwerten den Plastikmüll auf einer Mülldeponie.
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Ein weiterer Schwerpunkt unseres Projekts: Durch einen offiziellen Recycling-Markt möchten wir Frauen ein sicheres Einkommen bieten für das Sammeln und Verkaufen von Plastikmüll.

© UNICEF/UN0206926/DEJONGH
Mehr Kinder sollen Zugang zu einer guten Grundbildung bekommen.
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Eines von vier Kindern der Elfenbeinküste schließt heute die Grundschule nicht ab. Diese drei Freunde dagegen können sich glücklich schätzen: Sie haben hoffentlich noch viele Jahre Schule vor sich.

© UNICEF/UN0288233/DEJONGH

Die recycelten Materialien sind noch dazu deutlich günstiger. Und sie tragen mit zum Klimaschutz bei: Denn der Großteil des Plastiks würde sonst verbrannt werden – was wiederum Treibhausgase produzieren würde.

Mit Spenden auch aus Deutschland konnten wir in der Elfenbeinküste eine Fabrik errichten, in der die Kunststoff-Ziegel direkt vor Ort hergestellt werden. Dazu werden wir einen von Frauen geführten Recycling-Markt in der Elfenbeinküste schaffen.

Langfristig wollen wir die Lage in der Elfenbeinküste auf drei Ebenen verbessern:

  • Ökologisch: Durch Aufklärung über Umweltschutz, Müllentsorgung und Hygiene sowie das Recycling von Kunststoff möchte UNICEF eine sauberere Umwelt schaffen, in der Kinder gesünder leben, lernen und spielen können. UNICEF bekämpft so auch die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria, Durchfall und Atemwegsinfektionen, die durch unkontrollierte Müllberge und Abwasserkloaken entstehen können.
  • Sozial: UNICEF stärkt Mütter, die von Armut betroffen sind, durch die Schaffung neuer Einkommensmöglichkeiten. Gleichzeitig werden Klassenzimmer gebaut, in denen mehr Kinder Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung haben.
  • Wirtschaftlich: In Zusammenarbeit mit Conceptos Plásticos hilft UNICEF, die Kunststoff-Abfälle der Elfenbeinküste zu sicheren, billigen und nachhaltigen Materialien umzuwandeln und einen funktionierenden Recyclingmarkt aufzubauen.

Elfenbeinküste: Das macht Ihre Spende heute schon möglich

So sehen die alten Klassenzimmer aus ...
... und so sieht ein neues, aus Plastikziegeln gebautes Klassenzimmer aus.

Mit Spenden aus Deutschland können wir anstelle von maroden Klassenzimmern (links) freundliche und nachhaltige Schulräume aus recycelten Ziegeln bauen (rechts). © UNICEF/UN0287771/Dejongh und UNICEF/Frank Dejongh

Mit jedem Spenden-Beitrag helfen Sie mit, Jungen und Mädchen eine gesunde und selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen und den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Gemeinsam können wir in der Elfenbeinküste noch viel erreichen. Das sind unsere konkreten Ziele:

  • Mehrere Tonnen Kunststoff-Abfälle pro Jahr recyceln.
  • 1.000 Müttern die Chance geben, am Recycling-Markt mitzuarbeiten.
  • 30 Klassenräume für 1.500 Kinder bauen. 

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Zwei Mädchen freuen sich über ihre neuen Klassenzimmer.

Jedes Kind zählt – danke für Ihre Unterstützung unserer Arbeit!

© UNICEF/UN0280558
Länderinfo Elfenbeinküste
  • Ca. 24 Mio. Einwohner
    Hauptstadt: Yamoussoukro
    Amtssprache: Französisch
    seit 1960 unabhängig von Frankreich
    weltweit größter Kakaoproduzent
  • Nachbarländer:
    Liberia, Guinea, Mali, Burkina Faso und Ghana
  • Herausforderungen im Land:
    ethnische, kulturelle und religiöse Konflikte
    hohe Arbeitslosigkeit, vor allem unter Jugendlichen
    starke Benachteiligung von Frauen und Mädchen
    Kinderarbeit, insbesondere in der Kakaoproduktion
    Analphabeten-Rate von über 43 Prozent