SYRIENS KINDER BRAUCHEN UNS
Donnerstag, 19. Dezember 2013, 11:30 Uhr
von Christian Schneider | 4 Kommentare

Wie weit kann man menschliches Leid dehnen? Wie viel Grausamkeit und Unmenschlichkeit kann ein Land ertragen?

Jenseits aller Grenzen unserer Vorstellungskraft zittern und ängstigen sich die syrischen Kinder durch den dritten Kriegswinter in Folge. 

Es ist nicht nur die Kälte des schweren Winters

Tiefer als Frost und Feuchtigkeit reichen die fürchterlichen Erlebnisse, die sie mit sich tragen. Es gibt sicher kaum noch ein Kind in diesem Land, das nicht Gewalt, Verstümmelung, Verschleppung, schreckliche Angst selbst erfahren oder unmittelbar miterlebt hat. Am vergangenen Sonntag starben in Aleppo wieder Dutzende Schulkinder unter Bomben. Nehmen wir davon eigentlich noch Notiz?

Ich stelle mir vor: Meine Kinder verlassen morgens das Haus, um zur Schule zu gehen. Wir sind sicher, dass sie dort sicher sind, bei ihren Freundinnen, unter der Betreuung der Lehrerinnen und Lehrer, geschützt. Und wir freuen uns am Abend auf ihre Berichte des Tages, auf die Neuigkeiten vom Pausenhof.

Ich frage mich: Wie muss es den Müttern und Vätern in Aleppo gehen? Trotz all der Gefahren in der kriegsverwüsteten Stadt hielten auch sie die Schule für einen sicheren Ort. Es war ihnen wichtig, dass zwischen Chaos und Not die Schule ihren Kindern ein wenig Hoffnung und Zuversicht gibt, dass sie dort für ein paar Stunden den Terror vergessen.

Aber dann kamen Hubschrauber, und Bomben fielen

Diese Eltern werden ihre Kinder nie wieder morgens zur Schule schicken können. Und sie werden diesen Schultag niemals vergessen.

Unsere UNICEF-Regionaldirektorin Maria Calivis hat in Syrien wiederholt erlebt, wie unsere UNICEF-Kollegen versuchen, die Hilfe unter unglaublich schwierigen Umständen aufrecht zu erhalten. Sie hat gesehen, wie sie und unsere Partner versuchen Kinder impfen, um sie vor lebensbedrohlichen Krankheiten wie Polio zu schützen. Sie musste an diesem Wochenende wieder, wie schon so oft zuvor, die schreckliche, nicht enden wollende Gewalt gegen Kinder verurteilen.

Wir bitten Sie um Ihre Hilfe, um Ihre Spende

Heute wird Maria Calivis bei uns in Berlin sein, um gemeinsam mit unserer Schirmherrin Daniela Schadt gegen das Vergessen anzugehen. Und um uns alle vor Weihnachten auch sehr konkret um Spenden zu bitten, damit diese dringende Nothilfe überhaupt weitergehen kann. Sie appellieren gemeinsam an uns, Solidarität zu zeigen, die Augen nicht zu verschließen vor einer humanitären Katastrophe, die alles übersteigt, was die Welt in den letzten Jahren erleben musste.

Für jedes einzelne Kind – in Aleppo, in Damaskus, in den Flüchtlingslagern des Libanon oder in einer Notunterkunft in Jordanien – ist es mehr, als es ertragen kann.

Bitte unterstützen Sie unsere Nothilfe für die Kinder aus Syrien. Teilen Sie diesen Beitrag auf Facebook oder erzählen Sie Ihren Freunden, Kollegen und Ihrer Familie von der dramatischen Situation. Damit wir die Mädchen und Jungen aus Syrien nicht vergessen. Vielen Dank!

KOMMENTARE

  • anonym
    29. Januar 2014 09:39 Uhr

    Liebe Jutta Lange,

    das von Ihnen angesprochene Videomaterial erhalten wir vom UNICEF-Headquarter in New York. Es ist in englischer Sprache, da es allen UNICEF-Länderkomitees auf der ganzen Welt zur Verfügung gestellt wird.

    Da wir uns dazu verpflichtet haben, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln kosteneffizient umzugehen, verzichten wir weitgehend darauf, Videos in englischer Sprache von externen Dienstleistern untertiteln oder synchronisieren zu lassen.

    Dennoch möchten wir Ihnen die Eindrücke aus den UNICEF-Projektländern natürlich nicht vorenthalten. Häufig sprechen die Bilder ja bereits für sich. In unseren Artikeln auf unicef.de finden Sie zudem alle wichtigen Informationen zu den Videobeiträgen. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an uns: info@unicef.de

    Viele Grüße
    Stefan Becker
    UNICEF Deutschland

  • anonym
    29. Januar 2014 09:04 Uhr

    Liebe Sinan Sadulah,

    seien Sie versichert: UNICEF setzt die anvertrauten Mittel wirksam und nachhaltig ein. Aber der Bedarf ist sehr groß.

    Nach drei Jahren Bürgerkrieg ist heute fast die Hälfte aller syrischen Kinder in einer akuten Notsituation. Die Geberkonferenz verspricht 2,4 Milliarden Dollar für Syrien – viel zu wenig, um alle Bedürftigen in Syrien und in den Nachbarländern zu versorgen.

    Die UN schätzt, dass allein in diesem Jahr 6,5 Milliarden Dollar erforderlich sind. Dieses Geld muss durch Spenden und freiwillige Beiträge aufgebracht werden. Dazu leistet UNICEF einen erheblichen Beitrag. Schauen Sie einmal unter http://www.unicef.de/informieren/themen/nothilfe/-/syrien/11680, wie UNICEF die Spenden verwendet.

    Auch in Haiti wurden die Gelder erfolgreich und effektiv eingesetzt, auch wenn die Fortschritte nicht immer so sichtbar sind. UNICEF hat geholfen, funktionierende Verwaltungen und verlässliche Institutionen für Kinder in Haiti auf den Weg zu bringen – zum Beispiel eine Gesundheits- und Wasserversorgung sowie Kinderschutzeinrichtungen und Schulen.

    Einige Erfolge im Einzelnen:
    • Heute können über 750.000 Kinder in Haiti wieder zur Schule gehen. 80.000 von ihnen besuchen 193 von UNICEF gemeinsam mit Partnern neu aufgebaute erdbebensichere Schulen.

    • 15.000 mangelernährte Kinder haben lebensrettende Hilfe in 314 von UNICEF eingerichteten therapeutischen Ernährungszentren erhalten.

    • UNICEF hat zeitweilig bis zu 700.000 Menschen mit sauberem Wasser versorgt und mehrere Millionen Kinder gegen die gefährlichsten Krankheiten geimpft. 95 Gemeinden haben neue Programme zur besseren Abwasserentsorgung gestartet.

    Viele Grüße
    Beatrix Hell
    UNICEF Deutschland

  • anonym
    17. Januar 2014 22:47 Uhr

    Woher soll man denn überhaupt wissen, dass die Spenden dort überhaupt ankommen?

    In Haiti kam nur sehr wenig an bis jetzt!!

  • anonym
    10. Januar 2014 10:20 Uhr

    Warum gibt es nur Filme mit ausschließlich englischem Text und englischen Untertiteln?

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