IM EBOLA-BEHANDLUNGSZENTRUM: EINSATZ IM AUSNAHMEZUSTAND
Donnerstag, 4. Juli 2019, 13:45 Uhr
von Sandra Bulling | 0 Kommentare

Ebola-Überlebende kämpfen gegen die Ausbreitung des lebensgefährlichen Virus. Sie stellen sich der Krankheit, die sie zuvor nur unter großen Schmerzen überwunden haben – und helfen nun Kindern, die ihre Eltern verloren haben oder selbst erkrankt sind.

Die kleine Christ-Vie bekommt einen dicken Kuss, bevor Ruth Lafleussante ihr den Brei füttert und sie in das kleine Bettchen legt. Das sieben Monate alte Baby lächelt. Sie versteht noch nicht, dass ihre Mutter vor einigen Tagen an Ebola gestorben ist. Im UNICEF-Kinderzentrum in der Stadt Butembo in der Demokratischen Republik Kongo kümmert sich die 19-jährige Ruth mit viel Hingabe um das kleine Mädchen. Ruth war selber an Ebola erkrankt und überlebte. Ihr Körper ist nun immun gegen eine erneute Ansteckung. Jetzt hilft sie Kindern, deren Eltern gestorben sind oder auf der Quarantänestation im benachbarten Behandlungszentrum liegen.

Ebola im Kongo: Ruth Lafleussante mit der sieben Monate alten Christ-Vie. 
© UNICEF/UN0311502/Tremeau

Vor einem Jahr brach im Osten der Demokratischen Republik Kongo das hochansteckende Ebolavirus aus. Seitdem haben sich rund 2.000 Menschen infiziert, fast 1.300 sind gestorben. Ein Drittel davon sind Kinder. Dies ist der größte Ebola-Ausbruch, den das Land je erlebt hat.

HELFEN IM KONFLIKTGEBIET

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Ebola ist hochansteckend, doch die Hilfsmaßnahmen werden erschwert durch immer wieder aufflammende Konflikte und Attacken auf Gesundheitshelfer in den betroffenen Regionen. Viele Familien haben Angst und wissen oft nicht, dass sie sich mit einfachen Hygienemaßnahmen wie sorgfältiges und regelmäßiges Händewaschen schützen können.

Deswegen besucht Huguette Mulyanza jede Woche Schulen in Butembo und erzählt ihre Geschichte. Sie beschreibt den Schülern, wie sie dank der Behandlung Ebola überlebt hat und wie sich jeder vor einer Ansteckung schützen kann. Die 24-jährige Huguette stand kurz vor ihrem Universitätsabschluss, als sie sich mit Ebola ansteckte. Da sie zu dem Zeitpunkt bereits in Aufklärungskampagnen involviert war, wusste sie, dass ihre einzige Hilfe die sofortige medizinische Behandlung war. Sie überlebte – und unterstützt seitdem die Aufklärungskampagnen von UNICEF.

Ebola im Kongo: Huguette Mulyanza zeigt einer Gruppe von Schülern ihr Immunitäts-Zertifikat. 
© UNICEF/UN0311493/Tremeau

Wenn Eltern mit dem Verdacht auf Ebola in das Behandlungszentrum von Butembo kommen, müssen sie isoliert behandelt werden. UNICEF hat mit Partnerorganisationen Kinderzentren in zwei Behandlungszentren eingerichtet, um ihre Kinder zu versorgen. Kinder, deren Eltern gestorben sind, erhalten psychosoziale Hilfe. UNICEF stellt sicher, dass die Kinder wieder in die Schule gehen können und betreut aufwachsen.

AUFKLÄRUNG IST WICHTIG, UM KINDER ZU SCHÜTZEN

Richard Mwendo ist einer von 650 Mitarbeitern, die UNICEF und Partner mobilisiert haben und die zusammen mit Schulen, Kirchen, Gemeindezentren, lokalen Organisationen und Regierungsstellen Familien unterstützen, Aufklärung leisten und sanitäre Anlagen wie Handwaschstationen bereitstellen. Der 36-jährige Richard Mwendo hat Ebola überlebt und ist nun immun.

Ebola im Kongo: Richard Mwendo hält mit Schutzkleidung bedeckt ein Kind auf dem Arm. 

© UNICEF/UN0311499/Tremeau

Nur mit Aufklärung kann der Ausbruch gestoppt werden. UNICEF arbeitet mit Anthropologen zusammen um sicher zu stellen, dass die Plakate, Radiosendungen und Informationsveranstaltungen die Ängste und kulturellen Hintergründe der betroffenen Familien aufgreifen. Diese Schüler kleben ein Plakat an die Wand einer Schule in Butembo. Es ruft die Menschen dazu auf, bei den ersten Symptomen sofort medizinische Hilfe zu suchen.

Ebola im Kongo: Jugendliche hängen Aufklärungsplakate auf. 
© UNICEF/UN0311511/Tremeau

Katungo Kasobolo ist erschöpft. Sie ruht sich zusammen mit ihrer einjährigen Tochter Kahindo Claudette in der Quarantänestation des Ebola-Behandlungszentrums in Butembo aus. Sie kam sofort hierher, nachdem ihre Schwester und ihr Schwager an Ebola gestorben waren und sie ebenfalls erste Anzeichen für eine Ansteckung bemerkte.

Ebola im Kongo: Zwei Gesundheitshelfer in Schutzkleidung sprechen mit Katungo und ihrem Kind. 
© UNICEF/UN0311485/Tremeau

Katungo hörte im Radio, dass sie in Butembo Hilfe bekommen würde. Jetzt wartet sie auf das Ergebnis des Bluttests, mit dem Ebola festgestellt wird. Zwei Gesundheitshelfer sprechen mit ihr und beobachten ihren und Kahindo Claudettes Zustand. Um sich nicht anzustecken tragen die Helfer Schutzkleidung, welche sie regelmäßig säubern müssen. Schon der kleinste Riss in der Kleidung oder eine unzureichende Reinigung kann eine sofortige Ansteckung für die Gesundheitshelfer bedeuten, die täglich mit dem Virus in Kontakt kommen.

SPENDEN FÜR EBOLA-BETROFFENE

Kinder wie Kahindo Claudine sind im Kongo der Bedrohung durch Ebola schutzlos ausgeliefert. Sie können nicht alleine überleben und brauchen dringend unsere Hilfe. Auch wenn die Bedrohung durch Ebola für uns weit weg erscheint: Lassen Sie uns den Mädchen und Jungen im Kongo zeigen, dass wir an ihrer Seite sind. Mit einer Spende können Sie helfen!

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20.000 Wasser-Reinigungstabletten
Handpumpe für sauberes Trinkwasser

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