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NEUER UN-BERICHT: WELTWEITER HUNGER NIMMT ZU

Rom/ Köln, 11. September 2018

ÜBER 150 MILLIONEN KINDER SIND WEGEN MANGELERNÄHRUNG UNTERENTWICKELT

Jeder neunte Mensch auf der Welt – 821 Millionen – leidet unter Hunger. 150 Millionen Kinder sind wegen chronischer Mangelernährung unterentwickelt. Damit rückt das Ziel der Weltgemeinschaft, Hunger bis 2030 zu beseitigen, in weitere Ferne. 

Gleichzeitig nimmt die Zahl der stark übergewichtigen Erwachsenen zu. Darauf weist ein heute in Rom veröffentlichter Bericht der Vereinten Nationen zur weltweiten Ernährungssituation hin.

Für den Anstieg des Hungers sind laut dem Bericht vor allem Klima-Schwankungen und Wetter-Extreme wie Dürren und Überschwemmungen sowie Konflikte und wirtschaftliche Krisen verantwortlich.

UN-Bericht weltweiter Hunger: Mangelernährte Kinder in einem Krankenhaus in Juba, Südsudan

Mangelernährte Kinder in einem Krankenhaus in Juba, der Hauptstadt des Südsudan. Mehr als eine Million Kinder im konfliktgeplagten Südsudan sind mangelernährt.
© UNICEF/UN0232221/Njiokiktjien VII Photo

Hunger und Mangelernährung bei Kindern

Bei der Beseitigung von Mangelernährung wurden zu wenig Fortschritte erzielt. Den aktuellen Schätzungen nach waren 2017 fast 151 Millionen Kinder unter fünf Jahren (22 Prozent aller Kinder in dem Alter) unterentwickelt („stunted“) und damit gemessen an ihrem Alter zu klein. Das ist nur ein leichter Rückgang von 165 Millionen Kindern 2012. Die meisten unterentwickelten Kinder leben in Afrika (39 Prozent) und Asien (55 Prozent). 

50,8 Millionen Kleinkinder unter fünf Jahren (7,5 Prozent) sind unterernährt („wasted“) und sind im Vergleich zu ihrer Größe zu leicht. In Asien ist davon fast jedes zehnte Kind betroffen. Schätzungsweise 38,3 Millionen Kinder unter fünf Jahren (5,6 Prozent) sind übergewichtig. Alle Formen von Mangelernährung können schwere Folgen für die Gesundheit und Entwicklung der Kinder haben.

Gemeinsamer Appell von UNICEF, FAO, IFAD, WFP und WHO

In einem gemeinsamen Appell rufen fünf UN-Organisationen – die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), der Internationale Fond für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), das UN-Kinderhilfswerk UNICEF, das Welternährungsprogramm (WFP) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) – zu verstärkten Anstrengungen auf, um verschiedene Formen von Hunger und Mangelernährung zu beseitigen. 

„Die alarmierenden Zeichen von zunehmender Ernährungsunsicherheit und einem hohen Niveau von verschiedenen Formen der Mangelernährung sind eine klare Warnung“, schreiben die Leiter der fünf UN-Organisationen im gemeinsamen Vorwort des Berichts. 

„Wenn wir bis zum Jahr 2030 eine Welt ohne Hunger und Mangelernährung erreichen wollen, ist es zwingend notwendig, dass wir unsere Maßnahmen beschleunigen und ausweiten. Nur so können wir die Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit von Ernährungssystemen und Erwerbsmöglichkeiten stärken, damit die Menschen für Klimaschwankungen und Wetterextreme gerüstet sind.“

» Hier finden Sie den englischsprachigen UN-Report zur weltweiten Ernährungssituation.

Ninja Charbonneau

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