Bangladesch: UNICEF macht Bildung möglich

Bangladesch: Wer lesen und schreiben kann, hat Chancen

Bildung gibt arbeitenden Kindern eine Perspektive

„Zwei mal drei ist acht“, behauptet Lehrerin Shashwatit. „Nein!“ rufen die Kinder der Grundschule Moulovibazar Sadar entrüstet. Obwohl sie gerade erst angefangen haben, rechnen zu lernen, lassen sie sich nicht so leicht auf den Arm nehmen.

Bangladesch: Schule für arbeitende Kinder
© UNICEF/BANA2011-01535/Siddique

Leicht ist sonst fast nichts in ihrem Leben. Kaum vorstellbar, dass die kleinen Hände und dünnen Arme der Kinder Schwerstarbeit leisten müssen: Als Kinderarbeiter schleppen sie für wenig Lohn Steine auf Baustellen oder helfen in Textilfabriken mit. Die Kinder haben keine andere Wahl, denn ihre Familien sind auf ihren Verdienst dringend angewiesen.

Es gibt nur eine Chance, der Armut und täglichen Plackerei zu entrinnen: Bildung. Wer lesen und schreiben kann, bekommt später besser bezahlte Jobs und kann seine Kinder zur Schule schicken. Deshalb richtet UNICEF für arbeitende Kinder Bildungskurse ein.

UNICEF-Mitarbeiter Chris Schüpp berichtet aus Bangladesch:

Milons Geschichte – so wirkt Ihre Spende in Bangladesch

Bangladesch: Straßenkinder in Sicherheit
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Der neunjährige Milon aus Bangladesch hat im Kinderzentrum in der Humayun Straße eine feste Anlaufstelle – und neue Freunde noch dazu. 

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Bangladesch: Straßenkinder arbeiten
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In der lärmenden Hauptstadt Dhaka strandete Milon einst mutterseelenallein. Mit Müllsammeln und Betteln hielt er sich über Wasser - so wie rund fünf Millionen arbeitende Kinder im ganzen Land.

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Bangladesch: Straßenkinder schlafen auf kalten Boden
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Milon zeigt, wo er sich zum Schlafen zusammenrollte – in einer Unterführung auf dem Bordstein.

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Bangladesch: Sichere Unterkunft für Straßenkinder
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Im Zentrum für Straßenkinder können Milon und seine Freunde sich ausruhen und geborgen fühlen. 

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Bangladesch: In einer Schule
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In den Schließfächern im Zentrum kann Milon seinen wenigen Besitz unterbringen.

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Bangladesch: Beim Kochen
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Hunderte Kinder wie Milon werden in den Zentren, die UNICEF fördert, betreut. Und alle helfen mit – zum Beispiel beim Kochen. Auch fürs Spielen bleibt Zeit.

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Bangladesch: Lesen und Schreiben lernen
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UNICEF unterstützt mit Ihrer Hilfe 500 Lernzentren für Kinder, die arbeiten müssen. Wir fördern außerdem Trainingskurse für Jugendliche, die zum Beispiel Schneider werden wollen.

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Kinderarbeiter in Bangladesch

Kinderarbeit ist in Bangladesch weit verbreitet: Rund fünf Millionen Kinder müssen für den Unterhalt der Familien mithelfen. Für die Arbeitgeber sind die Kinder willkommene Arbeitskräfte. Sie schuften für einen Hungerlohn und stellen noch weniger Ansprüche als die Erwachsenen. Ihre Arbeit ist oft besonders mühevoll und monoton; die Arbeit mit ungesicherten Maschinen oder in giftigen Dämpfen gefährdet die Gesundheit der Kinder.

Das Schlimmste ist jedoch, dass die Kinder dem Kreislauf der Armut aus eigener Kraft kaum entkommen können. Um sie auf eine normale Schule zu schicken, fehlt ihren Familien das Geld – und sie brauchen die Arbeitskraft ihrer Kinder, um zu überleben. Mädchen trifft es besonders hart, weil sie traditionell geringgeschätzt werden: Jede zweite Fünfzehnjährige in Bangladesch hat nie Lesen und Schreiben gelernt. Oft fehlt arbeitenden Kindern auch das Selbstbewusstsein, das ihre Altersgenossen in der Schule erwerben.

Bangladesch Bildung: Rickshaw-Fahrer Ashan

Ahsan der Rikscha-Fahrer

In Bangladesch sind viele Familien so arm, dass sie nur mit Unterstützung ihrer Kinder überleben können. Auch der Teenager Ahsan musste die Schule abbrechen und fing an, als Rikscha-Fahrer zu arbeiten. 

Dank UNICEF-Förderschulen mit flexiblen Unterrichtszeiten kann er nun trotzdem zur Schule gehen. Er nimmt an Kursen nach Feierabend oder am Wochenende teil. 

Mit Ihrer Hilfe verbessert UNICEF die Situation von arbeitenden Kindern und gibt ihnen durch Bildung neue Perspektiven.

INFO

Hilfe für Kinderarbeiter in Bangladesch

Grundbildung für Kinderarbeiter

Mit Ihren Spenden unterstützt UNICEF 500 einfache, aber effektive Lernzentren. Der Unterricht nimmt auf die Situation arbeitender Kinder Rücksicht: Täglich finden zwei bis drei Stunden Unterricht statt – vormittags oder nachmittags. UNICEF entwickelt dafür kleine Unterrichtseinheiten für die Grundschuljahre. Diese können die Kinder in ihrem eigenen Tempo erarbeiten. Die Kinder lernen Lesen und Schreiben, Rechnen und Landeskunde.
Sie erfahren aber oft auch zum ersten Mal, dass sie etwas wert sind und aus ihrem Leben etwas machen können. Die Lehrer unterstützen sie dabei, ihren harten Alltag zu meistern. Die Kinder schließen Freundschaften, werden selbstbewusster und achten mehr auf sich und ihre Gesundheit. Die ganze Familie profitiert davon: Die Söhne und Töchter können ihren Eltern wichtige Formulare vorlesen oder ihnen helfen, beim Einkaufen nicht übervorteilt zu werden.

Qualifizierung für Jugendliche

Für ältere Jugendliche baut UNICEF die berufsqualifizierende Komponente aus. In Trainingskursen von einem halben Jahr haben die jungen Menschen die Chance, erste Erfahrungen in Berufen wie Schneidern, Kosmetik, Stickerei, Motorradreparatur oder Klempner zu machen. Die Kurse vermitteln praktisches Wissen, aber auch wichtige Grundlagen für die Selbständigkeit wie Buchhaltung und Englisch.