Kinderarbeit: Gemeinsam gegen Ausbeutung

ARBEITENDEN KINDERN EINE PERSPEKTIVE GEBEN

Schaufeln, bis die Hände wund und voller Blasen sind. Im Staub und mit gebücktem Rücken den ganzen Tag arbeiten, bis sie sich kaum noch auf den Beinen halten können vor Erschöpfung: Viele Mädchen und Jungen leisten täglich Schwerstarbeit, um den Lebensunterhalt der Familie zuhause zu sichern. Kinderarbeit ist an vielen Ecken zu finden, manchmal ganz offensichtlich, manchmal abgeschottet vom Rest der Welt.

Weltweit arbeiten etwa 168 Millionen Kinder. Häufig werden die Mädchen und Jungen ausgebeutet: Sie schuften auf Plantagen und Müllkippen oder hinter verschlossenen Haustüren wie Sklaven. Kinder arbeiten in Minen. Oder müssen sogar als Prostituierte ihren Körper verkaufen. Extrem lange Arbeitszeiten und gesundheitsgefährdende Tätigkeiten sind jedoch schädlich für die Entwicklung von Kindern.

Schule statt Kinderarbeit

Ein Mädchen in einer Goldmine in Burkina Faso: Die Arbeit ist anstrengend und führt häufig zu gefährlichen Unfällen.
© UNICEF/NYHQ2014-0673/Nesbitt

Weil sie zum Überleben ihrer Familien beitragen, haben arbeitende Kinder gar keine oder nicht genug Zeit für den Schulbesuch. Schätzungsweise die Hälfte aller Schulkinder weltweit muss parallel zur Schule arbeiten. Jedes vierte Kind bricht deshalb die Schule vorzeitig ab. Somit ist Kinderarbeit nicht allein eine Folge von Armut, sondern trägt auch zu ihrer Verfestigung bei. Kinder, die heute nicht zur Schule gehen, können als Erwachsene ihr Leben nicht eigenständig bewältigen und ihre eigenen Kinder nicht vor Kinderarbeit schützen. Es entsteht ein Kreislauf der Armut.

So geht Kinderschutz

Wirksame Gesetze und politische Programme
Weltweit haben viele Regierungen Gesetzesvorhaben gegen Kinderarbeit entwickelt und umgesetzt. Trotzdem sind längst nicht überall alle Formen der Kinderarbeit verboten. Und bessere Gesetze allein reichen nicht aus. Die Umsetzung muss kontinuierlich überwacht und durch zusätzliche Maßnahmen begleitet werden. UNICEF unterstützt die Länder dabei, ihre Gesetzesvorhaben umzusetzen und bei allen Erwachsenen und Kindern bekannt zu machen.

Stärkung des Umfeldes der Kinder
Ausbeutung wird durch Armut, Diskriminierung und familiäre Probleme begünstigt. Finanzielle Unterstützungsprogramme und soziale Unterstützung in den Gemeinden sind ein wirksames Mittel, um benachteiligten Familien zu helfen. In Brasilien sank zum Beispiel durch das Programm „Bolsa Familia“, durch das vor allem alleinerziehende Mütter einen kleinen Zuschuss zum Lebensunterhalt erhalten, die Arbeitszeit der Kinder um die Hälfte.

Kostenlose, kinderfreundliche Schulen
Kinderarbeit verhindert, dass Kinder zur Schule gehen und dort erfolgreich lernen können. Es ist zwingend erforderlich, nicht nur den Zugang zu Bildung zu verbessern, sondern auch die Organisation der Schulen und die Qualität des Unterrichts. Kleine Lernzentren mit flexiblen Unterrichtszeiten ermöglichen arbeitenden Kindern, neben der Arbeit Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. UNICEF hilft, Lehrer auszubilden und stellt Bücher, Hefte und Stifte bereit.

Ausbeutung und Gewalt sichtbar machen
Kinderarbeit kann nur zurückgedrängt werden, wenn Politik und Öffentlichkeit das Schicksal der betroffenen Heranwachsenden wahrnehmen. Doch die Ausbeutung von Kindern wird zu oft übersehen oder man hat sich an das Phänomen gewöhnt und hält es für selbstverständlich. Deshalb müssen gerade in benachteiligten Regionen laufend Informationen gesammelt und Probleme dokumentiert werden. Besonders schwierig ist die Situation von rund 11,3 Millionen Mädchen und Jungen, die in privaten Haushalten arbeiten. Viele von ihnen haben überlange Arbeitszeiten, werden für kleine Vergehen geschlagen und häufig sexuell missbraucht. Diesen Heranwachsenden muss dringend eine Stimme gegeben werden.

Unternehmen sollen die Kinderrechte stärken
UNICEF hat gemeinsam mit Save the Children Grundätze entwickelt, wie die Privatwirtschaft die Rechte von Kindern schützen und fördern kann. Dazu gehört unter anderem, dass Unternehmen in allen Geschäftsbereichen zur Abschaffung von ausbeuterischer Kinderarbeit beitragen. Global tätige Unternehmen wie der Bekleidungshersteller H&M und IKEA zum Beispiel haben sich dies zum Ziel gesetzt.

Wertvolle Hilfe im Kampf gegen Kinderarbeit

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Projekte weltweit

In rund 150 Ländern setzt sich UNICEF mit Hilfsprojekten für Kinder ein – besonders für die ärmsten und am stärksten benachteiligten Kinder.

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