GLÜCKLICHE HEIMKEHR: FAMILIENZUSAMMENFÜHRUNG IN SÜDSUDAN
Samstag, 9. Juli 2016, 10:00 Uhr
von Andrea Floß | 0 Kommentare

Zwei bange Jahre lang hatte Changkuoth aus Südsudan kein Lebenszeichen von seiner Familie in Akobo.

Der Junge war gerade auf dem Schulweg, als der Krieg zurück in seine Heimat kam, die Menschen aus ihren Dörfern vertrieb und Familien gewaltsam auseinanderriss. Dank UNICEF fanden er und 17 andere vermisste Kinder aus Akobo jetzt nach Hause zurück.

Südsudan: Der Hubschrauber bringt die Kinder wieder nach Hause

Wohin geht die Reise der Kinder in Südsudan? Erst einmal nach Hause.
© UNICEF/UN014022/Rich

Jedesmal, wenn der Helicopter in der Luft wackelt, zittert auch Changkuoth. Es ist der erste Flug in seinem Leben, und seine Nerven flattern. Mehr aus Angst vorm Fliegen, als vor dem, was ihn zu Hause erwartet. „Es ist ein wundervolles Gefühl – endlich werde ich meinen Vater und meine Mutter wiedersehen“, sagt er.

Seine kleine Schwester Nyaneada sitzt neben ihm. Sie hat am meisten ihre Mama vermisst: „Sie hat uns immer das Frühstück für die Schule gemacht und mittags, wenn wir nach Hause kamen, war das Essen schon fertig.“ Nyaneada weiß genau, was sie nach der Landung als erstes tun wird: Ihre Mutter umarmen und danach gleich nach einer Schule suchen. Das Mädchen hat viel vor: Sie will Lehrerin werden.

Die verschwundenen Kinder von Akobo

Unten auf dem Flugplatz in Akobo herrscht gespanntes Warten. Die Eltern und Großeltern sind gekommen, um ihre Kinder in Empfang zu nehmen. Alle Blicke sind in den Himmel gerichtet. Es scheint, das ganze Dorf ist auf den Beinen, um die 18 lange Vermissten zu begrüßen. Die Großmutter von Changkuoth und Nyaneada kann es kaum abwarten.

Der Hubschrauber ist noch nicht in Sicht, da beginnt Nyachol zu tanzen und zu singen. Die Tränen laufen der alten Frau das Gesicht herunter. „Ich habe nicht mehr geglaubt, dass meine Enkel noch am Leben sind. Wir hoffen nur, dass auch die anderen Familien ihre Kinder wieder in die Arme schließen können.“

Möglich wurde die Familienzusammenführung durch UNICEF und seine Partner: Seitdem der blutige Konflikt kurz vor Weihnachten 2013 ausbrach, konnten mehr als 11.000 Kinder registriert werden. Changkuoth und seine Geschwister fanden im UNICEF-Kinderzentrum in Bor Zuflucht, bis sich ihre Herkunft klärte und ihre Eltern gefunden waren.

Doch das erfolgreiche Programm steht möglicherweise auf der Kippe, weil das Geld dafür fehlt: Der Krieg im Südsudan gehört zu den „vergessenen Konflikten“, die nicht im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen.

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Kaum auf dem Boden zurück, können sich die sehnsüchtig erwarteten Heimkehrer vor Umarmungen kaum retten. „Als ich Akobo wiedersah, wäre ich am liebsten aus dem Hubschrauber gesprungen“, erzählt Jai, der älteste Bruder. Für seine Geschwister ist er so etwas wie eine Vater-Figur in dieser schweren Zeit voller Angst und Ungewissheit geworden. Es wird gelacht, geweint und noch einmal geherzt, bevor alle nach Hause gehen.

Nach Hause. Was für ein schönes Wort! Bleibt zu hoffen, dass auch bald der Frieden wieder hierhin zurück findet. 

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