TOLLEN, TOBEN, UNSINN MACHEN: WARUM SPIELEN ZUM LERNEN SO WICHTIG IST

4. Januar 2018 von Andrea Floß 2 Kommentare

Purzelbäume schlagen, Lesen, Rennen, mit Puppen spielen oder auch einfach nur mal ein paar Luftblasen machen – all das ist wichtig für die Entwicklung von Kindern.

Jedes Mal, wenn Mädchen und Jungen etwas bauen, malen oder Vorgelesen bekommen, können Körper oder Verstand etwas wichtiges lernen. Das alles ist wesentlich für die Entwicklung des Gehirns. Die ersten fünf Lebensjahre sind besonders entscheidend. In keiner Phase entwickelt sich das Gehirn schneller als in der frühen Kindheit. Hier werden die Weichen für unsere physischen, kognitiven, kreativen, sozialen und emotionalen Fähigkeiten gestellt. Dafür, wie fit wir für die Zukunft sind. 

Uganda: Kinder stehen um einen Fußball der aus Lumpen gemacht wurde

© UNICEF/UN070281/Ose

Einer aktuellen UNICEF-Studie zufolge hat rund ein Drittel der unter Fünfjährigen in einkommensschwachen Ländern nur eingeschränkte Lernmöglichkeiten sowie begrenzten Zugang zu Spielzeug. Millionen Kinder wachsen in Krisengebieten auf und haben damit keine Chance auf eine Kindheit. Auch chronische Mangelernährung in den ersten Monaten kann ein Kind unwiderruflich schädigen. Es bleibt unterentwickelt. 

Ein guter Start ins Leben

Ebenso wichtig wie eine gute Versorgung in den ersten Lebensjahren, Gesundheitsvorsorge, sauberes Wasser und Hygiene sind für ein Kind liebevolle Fürsorge und eine geschützte Umgebung. Überall auf der Welt sorgt UNICEF dafür, dass benachteiligte Kinder einen guten Start ins Leben haben und ihre Fähigkeiten voll entfalten können – durch die Einrichtung von Kindergärten und Vorschulen, Lern- und Spielangeboten an sicheren Orten im Krieg und auf der Flucht, die Schulung von Eltern und Betreuern in Kinderzentren. Sehen Sie selbst, wie diese Hilfe wirkt:

Uganda: Flüchtlingskinder spielen im Flüchtlingslager Bidibidi

© UNICEF/UN070268/Ose

Flüchtlingskinder aus Südsudan spielen im Flüchtlingslager Bidibidi in Uganda. Spielen gibt ihnen die Möglichkeit, die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten und wieder nach vorn zu schauen. Traumas führen häufig zu Lernproblemen und Schwierigkeiten, Gefühle zu zeigen.

Österreich: In einer Wiener Flüchtlingsunterkunft spielt Mohammad Fußball

© UNICEF/UN05466/Gilbertson VII Photo

Abdul spielt mit seinem kleinen Sohn Mohammad, 1, Fußball in einer Wiener Flüchtlingsunterkunft. Kinder, die in einer geschützten, fördernden Umgebung aufwachsen, werden besser mit Stress und schlechten Erfahrungen fertig.

Moldavien: Julia kümmert sich um ihre einjährige Tochter Dania

© UNICEF/UNI114899/Holt

Julia beschäftigt sich mit ihrer Tochter Dania, 1. Das Mädchen hat motorische Schwierigkeiten. In dem von UNICEF unterstützten Zentrum in Chisinau, Moldawien, erhalten behinderte Kinder wie sie Hilfe. Mütter lernen, wie sie ihre Babys bestmöglich fördern können.

Mongolei: M. Sarangoo spielt mit ihren Tier-Spielzeug

© UNICEF/UNI134445/Sokol

M. Sarangoo aus Khövsgöl im Norden der Mongolei spielt fasziniert mit ihren Tierfiguren. Ihr Vater kümmert sich um sie, während ihre Mutter arbeiten ist. Stabile Beziehungen geben Kindern Halt und sind die Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung.

Belize: Orin spielt mit ihrer Cousine Skye in einer Teeküche

© UNICEF/UN035781/LeMoyne

Die vierjährige Orin (r.) und ihre Cousine Skye, 3, aus Dangriga im Südwesten von Belize spielen Teeküche. Rollenspiele bereiten Kinder auf das Leben vor und fördern die soziale und emotionale Entwicklung.

Belize: Abner spielt mit einem Spielzeug in dem Dorf San Felipe

© UNICEF/UN032037/LeMoyne

Abner, 2, aus dem Dorf San Felipe in Belize bekommt Besuch von Sozialarbeiterin Melisha. Sie spielt zu Hause mit benachteiligten Kindern aus armen Familien.

Belize: Conzuelo spielt mit ihrer Urenkelin auf einer selbstgemachten Schaukel

© UNICEF/UN032060/LeMoyne

Conzuelo aus Cayo in Belize schaukelt mit Allizon, 4. Weil ihre Mutter einen Ganztagsjob hat, verbringt die Oma viele Stunden am Tag mit ihrer kleinen Enkelin.

Belize: Tyra sitzt auf einem Bett und lernt das Alphabet

© UNICEF/UN034621/LeMoyne

Im UNICEF-Kinderzentrum schaut sich Glenda aus Punta Gorda, Belize, mit ihrer Tochter, Tyra, 2, ein Bilderbuch an. Kinder in abgelegen Dörfern haben oft keine Chance, in einen Kindergarten oder die Vorschule zu gehen.

Belize: Kinder spielen auf einem Spielplatz in Belize City

© UNICEF/UN033876/LeMoyne

Alishia, 3, aus der Stadt Belize spielt mit ihrem großen Bruder Andrew, 17, und ihrem kleinen Cousin KJ (r.). „Kinder, die oft allein sind, fühlen sich vernachlässigt und ungeliebt. Das macht sie wütend,” sagt Alishias Tante Tracy. Sie passt auf ihre Nichte auf, wenn die Mutter arbeiten ist. 

Dieser Beitrag erschien zunächst im englischen Original auf der UNICEF-Medium-Seite.

KOMMENTARE

  • 02. Februar 2018 08:38 Uhr

    Liebe Andrea,
    sehr schöner Blog.
    LG Beate

  • 01. Februar 2018 20:23 Uhr

    Danke für die Erinnerung an diese scheinbar so selbstverständliche Entwicklungschance des spielerischen Lernens als Wesenselement der Freiheit - mit diesen eindringlichen Bildern. Jede Möglichkeit des Spielens und des spielerischen Lernens ist ein Zeichen der Würde und der Wertschätzung des jungen Menschen. Wer den Kindern dieses Grundrecht verweigert oder dieser unersetzlichen Chance gleichgültig gegenüber steht, stellt seine eigene Kindheit und damit auch die Zukunft der Menschenwelt infrage. Spielerisches Lernen ist die Basis für künftiges freiheitliches Handeln und eine Entwicklung in einer Welt ohne Zwang und Gewalt. Ich weiß, es ist utopisch, aber ich lebe und arbeite dafür auf meiner kleinen Insel und nur so kann man sich diesem Ziel ein wenig und immer mehr nähern.... Angelika Janz, KinderAkademie im ländlichen Raum

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