WEIHNACHTEN 2018: WAS SICH KINDER WÜNSCHEN
Freitag, 14. Dezember 2018, 09:00 Uhr
von Laura Sandgathe | 1 Kommentar

"Eine neue Puppe." "Ein Fahrrad." "Eine Star-Wars-Figur." "Ein Pony." Fragt man Kinder, was sie sich zu Weihnachten wünschen, könnte eine Wunschliste wie diese zusammenkommen. Oder aber auch eine ganz andere: Was wünschen sich Kinder, die im Krieg, auf der Flucht oder in Armut leben? 

Ikhlas (6) aus dem Irak: "Ich wünsche mir, den Staub abwaschen zu können."

Weihnachten 2018: Ein Mädchen in einem Flüchtlingscamp im Irak

© UNICEF/UN034967/Anma

Ikhlas lebt in einem Flüchtlingscamp im Irak. 2016 floh sie mit ihrer Familie vor dem Krieg in Mossul. Im Camp gibt es nur eine notdürftige Versorgung, es gibt keine befestigten Straßen und kein fließendes Wasser. "Ich wünsche mir, all den Staub abwaschen zu können", sagt Ikhlas. 

Koumbéré (12) aus Mali: "Ich wünsche mir, dass meine Schule wieder öffnet."

Mali: Koumbéré lernt nachts mit der Taschenlampe

© UNICEF/UN0238530

Lernen ist für Koumbéré eine Herzensangelegenheit. Sie liest sogar nachts in ihren Schulbüchern – mithilfe einer Stirnlampe. Statt zur Schule geht sie derzeit in ein Lernzentrum der Gemeinde. Ihre Schule wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen. "Ich wünsche mir, dass meine Schule wieder öffnet. In Mali soll wieder Frieden herrschen", sagt Koumbéré. 

Hussein (10) aus Syrien: "Ich wünsche mir Sicherheit."

Flüchtlingskinder: Hussein im Aufnahmelager in Köln-Chorweiler

© UNICEF/DT2015-36306/Ninja Charbonneau

"Alles, was wir uns wünschen, ist Sicherheit. Nur Sicherheit." Dieser tiefe Wunsch von Hussein lässt nur erahnen, was der Junge aus einem Dorf nahe der syrischen Stadt Aleppo Schreckliches erlebt hat. In einer Notunterkunft in Köln erzählt der damals Zehnjährige 2015 von Angriffen mit Raketen und Flugzeugen. "Einmal haben wir überall Blut gesehen."

Kinder im Jemen wünschen sich Frieden.

Auch im Jemen herrscht Bürgerkrieg. Viele Menschen sind auf der Flucht, haben Angst vor Angriffen und nicht genug zu essen. Die Kinder, die in dieser Situation aufwachsen, haben eine klare Botschaft: "Ich möchte allen gerne sagen: Tötet unsere Träume nicht!", sagt Ala’a. "Stoppt den Krieg, damit wir unsere Kindheit genießen und unsere Träume erreichen können."

Und Masha'el fügt hinzu: "Ich wünsche mir, dass der Krieg aufhört und ich friedlich leben kann. Und dass auch alle anderen Mädchen und Jungen in Frieden leben können."

Shampa (16) aus Bangladesch: "Ich wünsche mir zu arbeiten, statt zu heiraten."

Bangladesch: Shampa sollte mit 15 verheiratet werden

© UNICEF/UN016313/Gilbertson VII Photo

Shampa möchte in einer Bank arbeiten, wenn sie erwachsen ist. Doch ihre Tante wollte sie schon mit 15 verheiraten. Shampa wehrte sich und vertraute sich einer Gruppe junger Aktivisten in ihrem Heimatort an. Die überzeugten Shampas Tante, die Idee einer Heirat vorerst zu verwerfen. "Wenn ich daran denke, habe ich immer noch Angst", sagt Shampa. "Ich möchte die Wahl haben und lieber arbeiten gehen, statt zu heiraten."

Jairo (13) aus Honduras: "Ich wünsche mir, dass sie aufhören, mich zu mobben."

Mobbing: Jairo aus Honduras wird von seinen Mitschülern gemobbt

© UNICEF/UN0232466/Zehbrauskas

"Sie treten mich in den Rücken. Sie stellen mir ein Bein. Ich ertrage das alles still", erzählt Jairo aus Honduras. Er wird in der Schule gemobbt, seit der ersten Klasse. Seine Lehrer sind zu beschäftigt, um ihm zu helfen, sagt er. "Ich wünsche mir, dass die Kinder aufhören, mich zu mobben, und dass sie alle meine Freunde werden."

Dyasima (16) aus Malawi: "Ich wünsche mir ein Blechdach für unsere Hütte."

Malawi: Dyasima mit ihren Großeltern

© UNICEF/DT2016-51445/Ninja Charbonneau

Dyasima aus Malawi ist Waise. Sie lebt bei ihren Großeltern und kümmert sich um sie. „Anfangs war es sehr hart, als meine Großeltern krank wurden“, sagt die Jugendliche. "Aber ich habe mein Schicksal akzeptiert und gucke nach vorne." 

"Ich wünsche mir ein Blechdach für unsere Hütte statt des Strohs, damit kein Wasser reinläuft, wenn es regnet", sagt Dyasima. Und sie hat noch zwei weitere Wünsche: "Ich hätte gern ein Fahrrad oder anderes Transportmittel, damit ich nicht so lange zur Schule brauche und später aufstehen kann. Und ich würde mir Bücher wünschen, um mehr zu lernen und Unterrichtsstoff nachzuholen, den ich in der Schule verpasst habe."

Saja (12) aus Syrien: "Ich wünsche mir Syrien, wie es einmal war."

Saja musste vor dem Krieg aus ihrem Heimatort in Syrien fliehen. Bei einem Angriff hat sie ein Bein verloren. Trotzdem geht sie den weiten Weg zur Schule jeden Tag zu Fuß, auf Krücken gestützt. Denn Saja möchte lernen.

"Ich wünsche mir Syrien, wie es einmal war", sagt Saja 2016 als Zwölfjährige. "Kein Krieg mehr. Und dass wir rausgehen können und wissen, dass es sicher ist."

Suha (12) aus Palästina: "Ich wünsche mir einen bunten Klassenraum."

Palästina: Suha wünscht sich eine bunte Schule

© UNICEF/UN032422/El Baba

Suha lebt in Gaza und hätte gern einen anderen Klassenraum: "Ich wünsche mir, dass die Wände keine Risse haben, sondern mit schönen Farben angemalt sind. Und ich möchte Bilder aufhängen. Auch der Tisch und die Stühle sollen bunt und schön sein."

Alle Kinder haben Wünsche

Frieden, Sicherheit und die Möglichkeit, zur Schule zu gehen: Die Wünsche der Kinder ähneln sich. Manche lassen sich vergleichsweise leicht erfüllen – wie der bunte Klassenraum für Suha. Andere sind sehr viel schwieriger zu verwirklichen, zum Beispiel Frieden im Jemen. 

Wenn Kinder sich etwas wünschen, zerbrechen sie sich nicht den Kopf darüber, ob ihr Wunsch leicht zu erfüllen oder aber kompliziert, zu teuer, unrealistisch oder gar utopisch ist. Sie wünschen sich einfach das, was sie gern hätten oder brauchen. Eben deshalb ist es so wichtig, die Wünsche der Kinder ernst zu nehmen: Sie kommen von Herzen.

Syrien: Kinder spielen in der Notunterkunft

© UNICEF/Syria/2017/Al-Issa

Wir von UNICEF tragen dazu bei, dass sich die Wünsche der Kinder erfüllen. Deshalb eröffnen wir Kinderzentren und Schulen, schützen Kinder vor Hunger und Krankheiten und treten für Kinderrechte ein. 

Helfen Sie jetzt zu Weihnachten mit, dass die Wünsche der Kinder wahr werden. Unterstützen Sie uns mit einer Spende. Vielen Dank.

KOMMENTARE

  • 15. Dezember 2018 15:19 Uhr

    Es gibt Dinge, die nicht in unserer Macht stehen wie Kriege beenden. Andere dagegen schon. Es gibt Familien, die jahrelang an der Inanspruchnahme ihres Rechts auf privilegierten Familiennachzug gehindert werden. Hier wünsche ich mir mehr Menschlichkeit und zügigere Bearbeitungszeiten.

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