Pressemitteilung

Kälte, Hunger und Krankheiten: Tödlicher Kreislauf für Kinder in Afghanistan

Viele afghanische Kinder drohen den Winter nicht zu überleben / Geschäftsführer von UNICEF Deutschland berichtet aus Afghanistan

Kabul / Köln

 „Hunger, eisige Winterkälte und unvorstellbare Not – viele Kinder in Afghanistan werden den Winter nicht überleben, wenn die humanitäre Hilfe nicht massiv ausgeweitet wird,“ berichtet Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, während seines Besuchs von UNICEF-Hilfsprogrammen in Afghanistan.

Christian Schneider, UNICEF Deutschland, sitzt neben Mutter und Kind im Krankenhaus in Afghanistan.

Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, beim Besuch eines Krankenhauses in der Region Paktia in Afghanistan.

© UNICEF/Omid Fazel

„Den Kindern in Afghanistan wird die Kindheit gestohlen“, sagte Schneider. „Jede einzelne Familie, mit der wir gesprochen haben, berichtet uns, dass sie nicht genug zu essen hat. Meist gibt es nicht mehr als Brot mit Tee und Zucker. Viele Mütter sind so schwach, dass sie ihre Kinder nicht mehr stillen können. Auf den Neugeborenstationen ringen kleine Babys mit jedem Atemzug um ihr Überleben - viele von ihnen werden es nicht schaffen. Es fehlt an Medikamenten, Wärmebetten und medizinischer Ausrüstung.“

Akute Mangelernährung, Krankheiten, der lang andauernde Winter und der unzureichende Zugang zu sauberem Trinkwasser erzeugen nach Einschätzung von UNICEF einen tödlichen Kreislauf für Kinder. Mehr als 1,1 Millionen afghanische Mädchen und Jungen sind von schwerer, lebensbedrohlicher Mangelernährung bedroht. Acht von zehn Menschen trinken verschmutztes Wasser – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit. 13 Millionen Kinder in Afghanistan brauchen humanitäre Hilfe.

„Viele Schwangere oder stillende Mutter sind selbst mangelernährt, ihre Kinder dadurch sehr geschwächt. Die Sorge und Verzweiflung der Mütter und Angehörigen in den Krankenhäusern steht ihnen ins Gesicht geschrieben,“ sagte Schneider. „Immer wieder begegnen wir Kindern, die mit offenen Sandalen kaum geschützt durch den Schnee laufenDie Krise in Afghanistan darf nicht länger auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden. Sie können am wenigsten dafür. Menschlichkeit muss immer Vorrang haben.“

Schneider besucht vom 24. bis 30. Januar UNICEF-Hilfsprogramme in den afghanischen Provinzen Logar, Paktia und Wardak. UNICEF leistet zusammen mit seinem großen Netzwerk an langjährigen Partnern umfangreiche Hilfe in allen Landesteilen Afghanistans und weitet diese Maßnahmen aus. Kinder erhalten lebensrettende Zusatznahrung und medizinische Hilfe, sauberes Wasser und warme Winterkleidung.


UNICEF ruft dringend zu weiteren Spenden für die Kinder in Afghanistan auf:

Service für Redaktionen

» Interviews: Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, und UNICEF-Sprecherin Christine Kahmann stehen nach ihrer Rückkehr aus Afghanistan ab dem 1. Februar für Interviews zur Verfügung.

» Aktuelles Bewegtbild der Reise steht hier zur Verfügung.

» Weitere Fotos und Videos für die Berichterstattung finden Sie hier.

Rudi Tarneden (UNICEF/Dirk Gebhardt)

Rudi TarnedenAbteilungsleiter Presse / Sprecher

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