
Krise in Afghanistan – jetzt spenden
In Afghanistan herrscht eine humanitäre Krise: 11,6 Millionen Kinder benötigen dringend Unterstützung. Sie leiden an Mangelernährung, unsicherer Wasserversorgung und eingeschränktem Zugang zu Gesundheits- und Bildungsangeboten. UNICEF ist im Einsatz. Im ersten Halbjahr 2026 erreichten wir mehr als 18,9 Millionen Menschen in 34 Provinzen mit grundlegender Gesundheitsversorgung.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die humanitäre Lage in Afghanistan ist katastrophal: Millionen Kinder sind von Mangelernährung, Armut und den Folgen der Klimakrise betroffen.
- 2,6 Millionen Mädchen wird der Zugang zu weiterführenden Schulen seit 2021 verwehrt.
- UNICEF-Teams helfen den Kindern. Mit 44 Euro können wir 150 Päckchen Erdnusspaste bereitsstellen.
Humanitäre Krise in Afghanistan: Ein Albtraum für Kinder
Halima (7, Foto oben mit ihren beiden jüngeren Geschwistern) hat durch das Erdbeben Ende August 2025 im Osten Afghanistans ihr Zuhause verloren. Wegen verheerender Naturkatastrophen werden Familie von einen auf den anderen Moment obdachlos. Wie zuletzt im Juli 2026: Starke Überschwemmungen zerstörten Wohnhäuser im Osten des Landes. Halima lebt mit ihrer Familie in einem Camp für Geflüchtete. Naturkatastrophen verschlechtern die ohnehin seit vielen Jahren angespannte Situation für Kinder und Familien in Afghanistan weiter.
Auch in anderen Teilen Afghanistans ist die Situation dramatisch. Seit der Machtübernahme der De-facto-Regierung 2021 hat sich die Lage sehr zugespitzt. Die Wirtschaft liegt am Boden, die schweren Naturkatastrophen haben in den letzten Jahren einen Großteil der Ernten zerstört. Millionen Familien in Afghanistan leben in Armut. Im ganzen Land haben Menschen nicht genug zu essen. Die Hungerkrise bringt Millionen Kinder in Lebensgefahr. 21,9 Millionen Menschen in Afghanistan sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter 11,6 Millionen Kinder (Stand: Juni 2026).
Hunger in Afghanistan
Als Majids (Foto unten) Mutter Symptome einer Mangelernährung bei ihrem Sohn feststellte, brachte sie ihn umgehend in eine von UNICEF unterstützte Ernährungsstation. In Kabul angekommen bestätigte sich der schlimme Verdacht: Das Maßband an seinem Oberarm zeigte rot. Der einjährige Junge litt an Mangelernährung und wurde umgehend von den Gesundheitshelferinnen behandelt. 3,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind von akut Mangelernährung bedroht – fast eine Million von ihnen so schwer Hunger, dass ihr Leben in Gefahr ist (Stand: Juni 2026).

Millionen Kinder leiden in Afghanistan an Hunger. Majid ist einer von UNICEF unterstützten Klinik unter anderem mit Hilfe eines speziellen Maßbandes auf Mangelernährung untersucht und umgehend behandelt worden.
© UNICEF/UNI689051/KhanViele Familien in Afghanistan sind von Ernährungsarmut betroffen. Eltern wissen nicht, ob sie am nächsten Tag für ihre Kinder genug zu essen haben werden. Sauberes Wasser ist vielerorts knapp. Immer wieder wird das Land außerdem von Naturkatastrophen getroffen – mit verheerenden Folgen, wie dem Ausfall der Ernten. Auch wirtschaftliche und politische Unsicherheiten führen dazu, dass Millionen Kinder und ihre Familien Hunger leiden – und sich damit in direkter Lebensgefahr befinden. Sie brauchen Hilfe, um zu überleben.
Unsere Kolleg*innen vor Ort berichten von immer mehr schwangeren und stillenden Frauen, die mangelernährt sind. Viele der Mütter verwehren sich selbst Mahlzeiten, um die wenigen Lebensmittel ihren Kindern geben zu können. 1,2 Millionen schwangere und stillende Mütter sind von akuter Mangelernährung bedroht (Stand: Juni 2026). Um die mangelernährten Kinder und Mütter zu erreichen, setzen wir auch auf mobile Kliniken, die direkt zu den Familien fahren, auch in abgelegene Regionen.
Die 18 Monate alte Amina ist lebensbedrohlich mangelernährt und wird in einer von UNICEF unterstützten Klinik behandelt.
Weil Amina zu schwach zum Trinken ist, bekommt sie therapeutische Spezialmilch über eine Sonde. Die Milch versorgt sie mit lebenswichtigen Nährstoffen und Kalorien.
Aminas Mutter Jahan Bibi sagt: "Wir haben nichts zu essen zuhause. Wir verkaufen alles, was wir haben, um Lebensmittel kaufen zu können. Ich selbst esse kaum etwas und bin zu schwach, um Amina zu stillen."
Hunger, Gewalt und Naturkatastrophen bedrohen Kinder in Afghanistan
Afghanistan zählt zu den Ländern, die am stärksten von den Folgen der Klimakrise bedroht sind. Nicht nur die Ernten, auf die die Bevölkerung angewiesen ist, gehen durch Erdbeben, Dürreperioden oder Überschwemmungen verloren, sondern auch eine wichtige Einnahmequelle für die Menschen dort. Die Auswirkungen dieser Ereignisse sind in dem ganzen Land spürbar. Millionen Menschen leiden Hunger und leben in Armut.
Zum Beispiel kam es 2025 zu verheerenden Erdbeben. Die Lage war katastrophal: Menschen wurden verletzt oder getötet, darunter viele Kinder. Besonders gefährlich ist der Mangel an sauberem Trinkwasser, der durch die Zerstörung von Wasserversorgungssystemen gefährdet ist.
UNICEF ist seit vielen Jahren in Afghanistan im Einsatz. Unser UNICEF-Kollege Daniel Timme berichtet, wie die Situation vor Ort und wie UNICEF hilft:
Die Folgen der Naturkatastrophen in Afghanistan treffen Familien am Rande des Abgrunds, die einer solchen Notsituation nahezu nichts entgegensetzen können. Fast die gesamte Bevölkerung in Afghanistan lebt in Armut. Eltern müssen furchtbare Entscheidungen treffen: Sollen sie mit ihrem letzten Geld eine Fahrt mit einem kranken Kind ins Krankenhaus bezahlen oder Lebensmittel für alle Kinder der Familie kaufen?
Wir von UNICEF sind vor Ort – für die von Flut, Erdbeben, Hunger und Armut betroffenen Familien und alle Kinder in Afghanistan. Wir dürfen sie nicht allein lassen. Bitte helfen Sie ihnen mit Ihrer Spende für dringende Hilfsgüter!
So unterstützen Sie mit einer Spende Kinder in Afghanistan
Frauen- und Mädchenrechte werden in Afghanistan immer weiter untergraben
UNICEF ist trotz einer unsicheren Sicherheitslage weiter in Afghanistan im Einsatz. Es ist unabdingbar, dass Frauen in Afghanistan für Organisationen der Vereinten Nationen oder NGOs arbeiten können. Afghanische Frauen sind der Lebensnerv unserer humanitären Hilfe.
Nach der Machtübernahme im August 2021 entschied die De-Facto-Regierung in Afghanistan, dass Mädchen ab der siebten Klasse nicht mehr zur Schule gehen dürfen. Für die Schülerinnen platzten Träume – von einer besseren, selbstbestimmten Zukunft. Seit 2021 wird mehr als 2,6 Millionen Mädchen in Afghanistan der Zugang zu weiterführenden Schulen verwehrt (Stand: August 2026). Das Verbot ist ein Beispiel für die Verletzung der Kinderrechte in Afghanistan.

Dari-Sprache und Literatur waren ihre Lieblingsfächer, erzählt Rabia (Name geändert), die wegen des Verbots nicht mehr zur Schule gehen darf. "Ich will Hebamme werden. Ich möchte Frauen helfen und Leben retten", sagt die heute 14-Jährige. Für Rabia ist Schule mehr als ein Ort zum Lernen. Es ist ihre Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft.
© UNICEF/UN0904355/Karimi- Fast 1 Mio.Kinder unter 5
sind schwer akut mangelernährt und brauchen dringend Spezialnahrung
- Mehr als 2,6 Mio.Mädchen
in Afghanistan wird seit 2021 der Zugang zu weiterführenden Schulen verwehrt.
- 11,6 Mio.Kinder
brauchen humanitäre Hilfe, um zu überleben
UNICEF bleibt in Afghanistan – für jedes Kind
Wir von UNICEF leisten mit unseren Partnern, wo immer möglich, weiter Hilfe für Kinder und ihre Familien in Afghanistan. Wir versorgen sie mit sauberem Trinkwasser und mangelernährte Kinder mit Spezialnahrung und leisten medizinische Hilfe in den Notlagern. Zudem machen wir unseren Einfluss für Kinderrechte geltend.
Durch unseren jahrzehntelangen Einsatz in Afghanistan haben wir ein großes Netzwerk an Partnern aufgebaut. Darauf können wir zurückgreifen, damit die Hilfe weitergeht und auch ankommt. Als UN-Kinderhilfswerk sind wir politisch neutral und ergreifen ausschließlich Partei für Kinder. Spenden für Afghanistan fließen direkt in unsere Hilfsprojekte vor Ort oder an unsere Partner, mit denen wir uns gemeinsam für die Kinderrechte in Afghanistan einsetzen.
Die Familien bekommen sauberes Wasser von uns, vor allem in den Gebieten, die besonders von Dürre betroffen sind. Auch die geflüchteten Menschen in den Notlagern erhalten von uns Trinkwasser.
Babys und Kleinkinder erhalten weiterhin lebenswichtige Impfungen von uns. Und mit unseren mobilen Gesundheitsstationen erreichen wir viele Menschen in Afghanistan, um sie medizinisch zu versorgen.
Mangelernährte Kinder bekommen von uns Spezialnahrung, um wieder zu Kräften zu kommen.
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Afghanistan verteilen auch Hygieneartikel, zum Beispiel Seife oder Windeln.
An verschiedenen Orten im Land stocken wir unsere Vorräte an Hilfsgütern weiter auf. Dazu gehören auch Hilfsgüter für die Herbst- und Wintermonate, etwa warme Kleidung und wetterfeste Zelte.
Geflüchtete Mädchen und Jungen können zum Spielen eine unserer sicheren und kinderfreundlichen Zonen aufsuchen, die wir in einigen Notlagern zu ihrem Schutz eingerichtet haben.

Bild 1 von 7 | Mai 2024: Nach den Überschwemmungen gab es an vielen Orten in Afghanistan kein sauberes Wasser mehr. In Notsituationen wie dieser verteilt UNICEF Hygienekits, Wasserreinigungstabletten und andere Hilfsgüter.
© UNICEF/UNI577702/Khayyam
Bild 2 von 7 | Trinkwasser ist entscheidend, damit die Kinder nicht krank werden. Per Lkw liefern wir sauberes Wasser in die betroffenen Regionen.
© UNICEF/UNI450687/Khayyam
Bild 3 von 7 | Nothilfe nach Naturkatastrophen: Ein Gesundheitshelfer untersucht im Oktober 2023 ein Mädchen, das bei einem der Erdbeben verletzt wurde.
© UNICEF/UNI450692/Khayyam
Bild 4 von 7 | Wir sind in Afghanistan im Einsatz, damit Kinder und Familien eine grundlegende medizinische Versorgung bekommen. Dafür unterstützen wir Krankenhäuser und mobile Kliniken.
© UNICEF/UN0506222/Fazel
Bild 5 von 7 | Die zweijährige Fatima wird in Herat auf Mangelernährung untersucht. Viele Kinder in Afghanistan leiden unter der Ernährungsunsicherheit und brauchen Nahrungsmittelhilfe.
© UNICEF/UN0511133/Bidel
Bild 6 von 7 | Hier haben sie Raum, Zeit und Sicherheit zum Lachen und um einfach Kind zu sein: Mädchen in einem kinderfreundlichen Zentrum von UNICEF.
© UNICEF/UN0748253/Naftalin
Bild 7 von 7 | Unter den lebenswichtigen Hilfsgütern, die wir ins Land bringen, sind auch Spezialnahrung für mangelernährte Kinder und Medikamente für eine bessere Gesundheitsversorgung.
© UNICEF/UN0531646/Fazel
Afghanistan ist ein Binnenstaat in Asien, der an Pakistan, China, Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan und den Iran grenzt.
Es leben etwa 41 Millionen Menschen im Land. Die meisten von ihnen sprechen Dari oder Paschtu. Die Hauptstadt ist Kabul.
Etwa 40 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft, knapp 40 Prozent im Dienstleistungssektor. Armut ist verbreitet. Afghanistan gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.