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LIBANON: DIE KINDER BRAUCHEN DRINGENDE UND LANGFRISTIGE HILFE
Köln/Beirut/Genf
Dienstag, 11. August 2020, 14:50 Uhr

EINE WOCHE NACH DER SCHWEREN EXPLOSION IM LIBANON

Mann mit UNICEF-Shirt räumt mit einer Schaufel die Trümmer beiseite.

UNICEF-Mitarbeiter helfen, die Verwüstung in den Stadtvierteln zu beseitigen.
© UNICEF/UNI357471/Gorriz/UN

UNICEF-Sprecherin Marixie Mercado berichtet heute in Genf.

Wir sind noch weit davon entfernt, umfassende Fakten zu getöteten und verletzten Kindern nennen zu können. Bis jetzt wurden drei Todesfälle von Kindern bekannt. Partner berichten, dass bei der Explosion vor genau einer Woche schätzungsweise 1.000 Kinder verletzt wurden.

Einige verletzte Kinder wurden vorübergehend von ihren Familien getrennt, sind seither aber wieder bei ihnen. Zwei Kinder wurden bei Verwandten untergebracht. 

UNICEF-Wasserexperten haben zusammen mit den Behörden festgestellt, dass das Wassernetzwerk keine schweren Schäden davongetragen hat. Aber viele Haushalte haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, weil die Verbindungsleitungen zu und in den Gebäuden beschädigt wurden. Insgesamt wurden bisher 558 von 3.000 beschädigten Gebäuden untersucht. 135 dieser Gebäude haben keine Wasserversorgung mehr.

20 öffentliche weiterführende Schulen und Trainingseinrichtungen für 8.000 Jugendliche und junge Erwachsene wurden beschädigt; zusätzlich zu 120 öffentlichen Schulgebäuden.

Einige Sofortmaßnahmen von UNICEF sind:

  • UNICEF stellt Tetanus-Impfstoffe für die Verletzten zur Verfügung. Die Impfstoffe trafen am Freitag in Beirut ein;
  • UNICEF beschafft Schutzkleidung für Gesundheitspersonal und Helfer – unter anderem 3,5 Millionen Atemschutzmasken, 2,6 Millionen Schutzhandschuhe, 124.000 Schutzkittel sowie Tausende Visiere, Schutzhüllen für Schuhe und Kopf sowie Schutzbrillen. Die Hilfsgüter werden morgen in Beirut eintreffen;
  • UNICEF verteilt Trinkwasser an Helfer im Hafengebiet und bringt Trinkwasser mit Tankwagen an drei Hilfsstationen des Libanesischen Roten Kreuzes. Zusammen mit Partnern werden Trinkwasser, Hygieneartikel und Schutzutensilien sowie Babyartikel an Familien in Notunterkünften verteilt. UNICEF beschafft auch Chlor für die städtischen Wasserwerke;
  • Ein Zelt wurde in einem besonders betroffenen Stadtteil aufgestellt, in dem Partner von UNICEF psychologische erste Hilfe für Kinder und Eltern bereitstellen und diejenigen identifizieren, die weitere Hilfe brauchen. Bisher wurden dort 675 Kinder erreicht. Drei weitere Zelte werden in dieser Woche aufgestellt;
  • UNICEF hat 300 jugendliche Freiwillige mobilisiert, die bei Aufräumarbeiten und bei kleineren Reparaturen helfen sowie Nahrung und Wasser verteilen. Hierdurch wurden schon 14.000 Haushalte erreicht;
  • Beschädigte Gesundheitseinrichtungen, Schulen und Wasserleitungen müssen rasch wiederhergerichtet werden. Die ärmsten Familien müssen mit kleinen Geldbeträgen unterstützt werden – dies gilt auch für Mitarbeiter in Gesundheitseinrichtungen.“

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Rudi Tarneden

RUDI TARNEDEN

Abteilungsleiter Presse / Sprecher
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