
Kinder im Libanon brauchen Schutz und Hilfe
Das Wichtigste in Kürze:
- Trotz der offiziellen Waffenruhe kommt es im Libanon immer wieder zu Angriffen. Hunderte Kinder wurden in den letzten Wochen dabei getötet.
- UNICEF ist vor Ort und hilft sofort. Unsere Teams versorgen Kinder und Familien zum Beispiel mit sauberem Wasser, Medikamenten und Decken.
- Ihre Spende wirkt: Schon mit 50 Euro finanzieren Sie zwei Erste-Hilfe-Sets für verletzte Kinder.
Aktuelle Lage im Libanon: Die Not der Kinder ist groß
Eingewickelt in eine Decke sitzt der zehn Monate alte Ahmad (Bild oben) auf dem Bett in einem Krankenhaus in Beirut. Dort wird er behandelt, nachdem er bei einem schweren Luftangriff verletzt wurde. Der Angriff war einer von rund 100, die allein am 8. April innerhalb von zehn Minuten Beirut trafen. 33 Kinder sind Berichten zufolge bei den Angriffen gestorben.
Seit Anfang März 2026 sind die Kämpfe im Libanon eskaliert. Mehr als 800 Kinder wurden getötet oder verletzt (Stand: 28. April 2026). Mehr als eine Million Menschen, darunter rund 415.000 Kinder, mussten fliehen (Stand: 28. April 2026). Den Familien in den teils überfüllten Notunterkünften fehlt es an Wasser, Matratzen und Decken. Bei Angriffen wurden auch Krankenhäuser, Schulen und wichtige Infrastruktur getroffen.
Die am 16. April angekündigte Waffenruhe bringt Hoffnung. Bereits jetzt kehren Menschen zurück in ihre Heimatorte. Doch die Lage ist fragil, die Zerstörung groß und überall gibt es Gefahren durch Blindgänger.
Unsere Teams bleiben im Einsatz, um Familien im Libanon zu unterstützen: Sie versorgen Geflüchtete in Notunterkünften mit lebensrettenden Hilfsgütern und liefern zum Beispiel Medikamente und Verbandsmaterial an Kliniken. Bitte helfen Sie den Kindern im Libanon jetzt mit Ihrer Spende!

Bild 1 von 4 | März 2026: Über eine Million Menschen sind geflohen und haben in öffentlichen Gebäuden Zuflucht gesucht. Die zweijährige Fatima ist vorerst in der Omar-Faroukh-Schule in Beirut untergekommen. Mit Fatima halten sich dort Hunderte andere Binnenvertriebene auf.
© UNICEF/UNI964788/Choufany
Bild 2 von 4 | Zeinab (12) musste schlagartig fliehen, als die Kämpfe in ihrer Heimat im südlichen Libanon im März 2026 wieder eskalierten. Jetzt ist sie in einer Schule untergekommen, die zur Notunterkunft umgewandelt wurde.
© UNICEF/UNI954889/Choufany
Bild 3 von 4 | Für viele Kinder ist der Krieg nicht neu: Ali steht vor dem Haus seines Onkels, das 2024 im Krieg zerstört wurde. "Wir hörten die Bombenangriffe überall um uns herum. Mein Onkel wurde bei dem Angriff getötet", erzählt der 13-Jährige. "Früher habe ich hier in meiner Nachbarschaft schöne Tage verbracht und mit meinen Freunden gespielt."
© UNICEF/UNI753045/Ibarra Sánchez
Bild 4 von 4 | Der elfjährige Shadi steht vor einem zerstörten Haus im Süden des Libanon. Auch er hat sein Zuhause durch den Krieg 2024 verloren.
© UNICEF/UNI753031/Ibarra Sánchez
So helfen wir den Kindern im Libanon
Unsere Teams sind seit Jahrzehnten im Libanon für Kinder im Einsatz – in den Bereichen Nothilfe, Bildung, Kinderschutz und psychologische Betreuung. In den vergangenen Wochen haben wir die lebensrettende Hilfe verstärkt. Wir liefern zum Beispiel medizinische Hilfsgüter in die Krisengebiete. Außerdem leisten wir psychosoziale Unterstützung und arbeiten daran, den Unterricht für Kinder aufrechtzuerhalten, zum Beispiel durch Onlineunterricht.
Wasser: Die Kinder sind auf sauberes Wasser angewiesen, um gesund zu bleiben. Wir reparieren beschädigte Wasserleitungen, liefern per Lkw Trinkwasser und installieren Solarpumpen und neue Wassersysteme.
Gesundheit: Unsere mobilen Gesundheitsteams stellen lebensrettende Medikamente und Impfungen für Geflüchtete bereit. Wir unterstützen auch Kliniken mit Medikamenten und medizinischen Hilfsgütern.
Hygiene: Vertriebene Familien in Notunterkünften bekommen von uns Hygieneartikel wie Seife, Binden und Wassereimer.
Kleidung: Wir verteilen Kleidung und Decken an die Geflüchteten und versorgen sie auch mit Schlafsäcken und Matratzen.
Psychosoziale Hilfe: In vielen Notunterkünften bietet UNICEF auch psychologische Betreuung für Kinder an, damit diese ihre Erfahrungen von Flucht und Gewalt besser verarbeiten können.

Bild 1 von 4 | Die Eskalation der Kämpfe hat viele Familien aus dem Süden des Libanon zur Flucht gezwungen. Sie haben Zuflucht in öffentlichen Schulen gesucht, die zu Notunterkünften umgewandelt wurden. UNICEF-Teams kümmern sich dort um die geflüchteten Kinder.
© UNICEF/UNI954896/Choufany
Bild 2 von 4 | Die Geflüchteten brauchen in ihren Notunterkünften Decken, Matratzen, Wasser, Hygieneartikel und andere Hilfsgüter. UNICEF-Teams sind vor Ort und bringen die Hilfe direkt zu den Familien.
© UNICEF/UNI954882/Choufany
Bild 3 von 4 | Bei vielen Kindern führt der Krieg zu Depressionen und Angststörungen. Traumatisierte Kinder brauchen psychosoziale Hilfe durch Profis.
© UNICEF/UNI561632/Choufany
Bild 4 von 4 | UNICEF unterstützt Bildungsprogramme im Libanon und sorgt dafür, dass auch geflüchtete Kinder zur Schule gehen können. Hiyam (7) musste während der Kämpfe 2024 wochenlang zuhause bleiben. Jetzt freut sie sich, wieder zur Schule zu gehen.
© UNICEF/UNI678220/Choufany
Hintergrundinfos: Krieg und Armut gefährden Kinder im Libanon
Die humanitäre Situation der Kinder im Libanon hat sich in den letzten Jahren massiv verschlechtert. Im Herbst 2024 mussten Hunderttausende Kinder im Libanon vor der eskalierenden Gewalt flüchten. Zwar einigte man sich im November 2024 auf einen Waffenstillstand, doch immer wieder brachen Kämpfe aus.
Im März und April 2026 ist die Gewalt zwischen Israel und der Hisbollah – ausgelöst durch die Eskalation im Iran – erneut aufgeflammt. Hunderte Kinder wurden verletzt oder getötet, und die Verzweiflung der Familien ist groß. Über eine Million Menschen mussten fliehen, darunter mindestens 390.000 Kinder (Stand: 16. April 2026). Am 16. April wurde eine Waffenruhe angekündigt, die neue Hoffnung für die Familien bringt. Doch die Lage bleibt fragil. Viele Kinder im Libanon leben in ständiger Angst.
Der Krieg hat die Wirtschaftskrise im Libanon verschärft. Viele Kinder wachsen in Armut auf. Wegen der Inflation haben die meisten Eltern nicht genug Einkommen, um ihre Kinder ausreichend mit Essen zu versorgen. Das Haushaltseinkommen der meisten Familien liegt unterhalb der Armutsgrenze, viele Menschen sind arbeitslos.
Ja, der Libanon ist eines der Länder mit den meisten Vertriebenen weltweit. In den vergangenen Jahren hat das Land sehr vielen Geflüchteten aus dem Nachbarland Syrien Zuflucht gewährt, die vor dem dortigen Krieg geflohen sind: Hunderttausende Syrerinnen und Syrer leben im Libanon in Notunterkünften und Flüchtlingscamps.
Seit Jahrzehnten ist der Libanon auch das Zuhause von mehr als 200.000 palästinensischen Flüchtlingen. Viele der Geflüchteten sind besonders auf Spenden und humanitäre Hilfe angewiesen.
Das Gesundheitssystem ist seit Jahren überlastet. In vielen Krankenhäusern gibt es nicht genug Personal und Medikamente, oft fehlt sogar der Strom. Einige Krankenhäuser mussten bereits ihren Betrieb einstellen.
In Sachen Bildung steckt der Libanon schon seit Jahren in einer Krise. Schon vor dem aktuellen Konflikt gingen über 700.000 Kinder nicht zur Schule. Der jüngste Krieg hat die jahrelangen Rückschritte im Bildungssystem verstärkt. Während der schweren Kämpfe 2024 gingen über 65 Prozent der Kinder nicht zur Schule. Selbst während der Zeit des Waffenstillstands konnten viele Kinder nicht am Unterricht teilnehmen. Viele Schulen werden im Krieg beschädigt oder zerstört. Andere Schulen werden als Notunterkünfte für Geflüchtete genutzt.
Seit Anfang März 2026 die Gewalt im Nahen Osten erneut eskalierte, ist die Gewalt auch im Libanon wieder entfacht. Fest steht: Auf allen Seiten, in allen betroffenen Ländern, haben Kinder durch den Krieg Angst. Die Gewalt prägt den Alltag der Kinder in der Region und lässt kein Kind unberührt. Wenn Kinder im Nahen Osten Hilfe brauchen, ist UNICEF für sie da – ganz gleich wo.
In Israel ist UNICEF seit 2009 als eines von weltweit 33 UNICEF-Nationalkomitees aktiv. Das israelische Nationalkomitee wirbt um Unterstützung für die UNICEF-Arbeit weltweit und setzt sich für die Förderung und Sensibilisierung für Kinderrechte ein.
Mit Programmarbeit ist UNICEF in Israel aktuell nicht aktiv. Länder mit höherem Einkommen – wie Israel – sind in der Regel selbst in der Lage, die Kinder im Land angemessen zu versorgen. Aus diesem Grund gibt es keinen UNICEF-Spendenaufruf für die Kinder, die in Israel leben. UNICEF ist mit den zuständigen Stellen in Israel im Gespräch, wie UNICEF angesichts der weitreichenden Folgen des grausamen Angriffs vom 7. Oktober 2023 unterstützen kann.
Warum für UNICEF spenden?
Ihre Spende ermöglicht uns, Kinderleben zu verändern – mit Impfungen und Medikamenten gegen lebensbedrohliche Krankheiten, mit therapeutischer Nahrung, mit Zugang zu sauberem Trinkwasser, Bildung und weiteren Angeboten, die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen. Sie spenden, damit Kinder wie Noor und Ashadia in Bangladesch dringend benötigte Impfungen bekommen, sauberes Trinkwasser haben und regelmäßig zur Schule gehen können.
Seit 1946 setzen sich die Helfer*innen von UNICEF für Kinder in Not ein – mittlerweile in mehr als 190 Ländern auf der ganzen Welt. Unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Religion setzen wir uns für die Rechte von Kindern ein und unterstützen Kinder in Not. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Organisationen erreichen wir die Kinder schnell und können nachhaltig helfen.
UNICEF gibt es seit 80 Jahren. Im Laufe unserer Arbeit als Hilfsorganisation haben wir große logistische Erfahrung und ein weltumspannendes Hilfsnetzwerk aufgebaut. Dazu zählen nicht nur unsere Warenlager mit Hilfsgütern in Kopenhagen und anderen Ländern, sondern auch weit über tausend Mitarbeitende weltweit, die sicherstellen, dass Kinder in Not innerhalb von 72 Stunden Hilfe bekommen – in jedem Winkel der Erde.
Wir halten unsere internen Kosten so gering wie möglich, von Verwaltung über Reisekosten bis hin zu Honoraren und Spendenwerbung. Auf diese Weise können knapp 80 Prozent Ihrer Spende direkt in den Projektländern eingesetzt werden. Den Einsatz von Spenden legen wir in unserem Transparenzportal detailliert offen.
In unserem jährlichen Geschäftsbericht dokumentieren wir genau, wie viele Spenden wir bei UNICEF Deutschland erhalten haben und wie diese eingesetzt worden sind, um notleidenden Kindern weltweit zu helfen. Neben den Ausgaben für unsere Hilfsprojekte können Sie dort auch unsere internen Kosten detailliert nachvollziehen. Unser verantwortungsvoller Umgang mit Spenden wird seit vielen Jahren durch das DZI-Spendensiegel bestätigt.
Gemeinsam helfen verbindet: Die deutsche UNICEF-Gemeinschaft besteht nicht nur aus mehr als 300.000 regelmäßigen Spenderinnen und Spendern, sondern auch aus Hunderttausenden Einzelspenderinnen und -spendern, ehrenamtlich Engagierten in lokalen UNICEF-Gruppen und Prominenten, die sich für UNICEF engagieren. Sie alle tragen dazu bei, Kinderleben zu verändern.

UNICEF: Seit Jahrzehnten sind wir für Kinder im Einsatz, weltweit in über 190 Ländern.
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