Demokratische Republik Kongo: Zwei von Hunger und Ebola bedrohte Kinder

DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO: HUNGER UND DAS EBOLA-VIRUS GEFÄHRDEN KINDER

HUNGERKRISE IN DER PROVINZ KASAI

Diese zwei Mädchen (oben im Bild) könnten jetzt im Kindergarten oder in der Schule sein. Sie könnten unbeschwert spielen und lernen. Stattdessen sind sie auf der Flucht in einem der blutigsten Kriege, die es momentan überhaupt gibt. Die beiden Geschwister leben in einer Notunterkunft im Ostkonko. So wie unzählige andere Kinder im Land haben sie bereits Gewalt miterleben müssen, die kein Kind jemals sehen sollte. 

Nothilfe: UNICEF stellt den Binnenflüchtlingen Notunterkünfte bereit.

So wie diese Flüchtlingsfamilie sind gerade mehrere Millionen Menschen im Kongo Flüchtlinge im eigenen Land. Sie fliehen vor Konflikten und der daraus resultierenden Hungerkrise.
© UNICEF/UN0162342/Tremeau

Der Konflikt hat sich in den letzten Monaten vor allem in der Provinz Kasai im Westen des Landes verschärft. Mit ihm einher geht eine Hungerkatastrophe, die immer mehr Kinder in Lebensgefahr bringt. Im Nordosten des Kongo sehen sich die Kinder einer anderen Bedrohung ausgesetzt: Die lebensgefährliche und hoch ansteckende Krankheit Ebola ist ausgebrochen.

UNICEF ist an der Seite der Kinder im Kongo und tut alles dafür, ihr Leben zu schützen. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende!

Ebola: UNICEF klärt auf und hilft

Gerade erst hatten die Behören einen Ebola-Ausbruch im Westen des Kongo für beendet erklärt, da kam die neue Hiobsbotschaft: Jetzt werden aus dem Osten des Kongo mehrere Verdachtsfälle gemeldet. Das Gesundheitsministerium gab offiziell bekannt, dass es sich um einen neuen Ausbruch der ansteckenden und lebensgefährlichen Krankheit Ebola handelt. 61 Menschen sind bereits gestorben, darunter zwei Kinder. Über 50 Kinder wurden zu Waisen (Stand 22. August 2018).

Wer sich mit Ebola infiziert, bekommt hohes Fieber und Blutungen. Oft endet eine Erkrankung tödlich. UNICEF und seine Partner wollen verhindern, dass es zu einer neuen Ebola-Epidemie im Kongo kommt. 

Ebola: Gesundheitshelfer im Kongo bereiten sich auf ihren Einsatz vor.

Gesundheitshelfer bereiten sich darauf vor, Ebola-Patienten zu behandeln. 
© UNICEF/UN0209048/Naftalin

Aufklärung ist das A und O. Viele Familien wissen noch immer nicht, wie gefährlich Ebola ist und wie sie sich schützen können. Unsere Helfer informieren über Hygiene und Impfungen - per Hausbesuch, Flugblatt, Megafon oder im Radio. So haben wir schon über zwei Millionen Kongolesen erreicht. Rechtzeitig vor Beginn des neuen Schuljahres haben wir gemeinsam mit unseren Partnern in über 250 Schulen Stationen zum Händewaschen installiert und Lehrer zum Thema Ebola geschult.

Zudem stellt UNICEF wichtige Hilfsgüter zur Verfügung – zum Beispiel Seife, Eimer und Chlor-Tabletten, mit denen Wasser zu Trinkwasser aufbereitet werden kann, aber auch Tanks mit Trinkwasser und Atemmasken sowie medizinische Handschuhe für die Gesundheitszentren. Dringend benötigt werden auch Fieberthermometer, mit denen Patienten auf Anzeichen von Ebola untersucht werden können.

Wir lassen die von Ebola betroffenen Familien nicht alleine und bauen innerhalb der Gemeinden Strukturen der gegenseitigen Unterstützung auf. Kinder und andere Familienmitglieder, die selbst oder deren Angehörige an Ebola erkrankt sind, bekommen hier psychosoziale Betreuung. Kinder, die ihre Eltern durch die Krankheit verloren haben, bekommen zusätzlich materielle Hilfe, etwa in Form täglicher Mahlzeiten.

Kongo: Hunger, Armut und Konflikte 

In der Demokratischen Republik Kongo kämpfen seit Jahren verschiedene bewaffnete Gruppen gegeneinander. Die Armut im Land ist groß. Hinzu kommen Flucht und Hunger: Mehrere Millionen Menschen mussten Hals über Kopf fliehen, um der Gewalt der Milizen zu entkommen. UNICEF schätzt, dass mehr als vier Millionen Kongolesen Flüchtlinge im eigenen Land sind. Sie sind auf der Suche nach einem sichereren Ort als ihrer Heimat und leben in provisorischen Flüchtlingscamps oder im Buschland. 

Menschen, die auf der Flucht sind, können ihre Felder nicht bewirtschaften. Deshalb fällt die Ernte gering aus. Die Vorräte sind längst aufgebraucht, und die Hungerkatastrophe ist gewaltig: Zwei Millionen Kinder im Kongo sind schwer mangelernährt. Ohne unsere Hilfe, zum Beispiel durch spezielle Zusatznahrung, können sie diese Krise nicht überstehen - es droht eine Hungersnot.

SPENDEN FÜR DEN KONGO

Die Kinder im Kongo sind den Auseinandersetzungen, dem Hunger und der Bedrohung durch Ebola schutzlos ausgeliefert. Sie können nicht alleine überleben und brauchen dringend unsere Hilfe. Bitte spenden Sie für die Mädchen und Jungen! 

Gianfranco Rotigliano bittet dringend um Spenden für die Kinder im Kongo

Unsere Mitarbeiter vor Ort wissen, was zu tun ist. Was wir jetzt dringend brauchen, ist mehr finanzielle Unterstützung, um das Leben der Kinder zu retten."

- Dr. Gianfranco Rotigliano, UNICEF-Leiter Kongo

Krisenpaket mit Nahrung, Wasser-Tabletten und Decke
150 Päckchen Erdnusspaste gegen Unterernährung
Drei Familien-Hygienesets zum Schutz vor Krankheiten

Humanitäre Hilfe im Kongo

Die humanitäre Katastrophe im Kongo ist eine der schlimmsten weltweit. In den Medien wird nur wenig darüber berichtet. UNICEF-Helfer sind aber seit vielen Jahren für die Kinder im Kongo aktiv. Sie setzen alles daran, den Kindern eine gesunde und sichere Zukunft zu ermöglichen und konnten schon unzähligen Kindern helfen.

Nothilfe im Kongo: UNICEF ist für die Kinder vor Ort!

Seit vielen Jahren arbeiten wir für die Kinder im Kongo und konnten schon Hunderttausenden Kindern helfen. Mit Ihrer Spende sorgen wir dafür, dass wir auch in Zukunft weiter für die Kinder im Kongo da sein werden.
© UNICEF/UN0162337/Tremeau

Ein paar Beispiele, was UNICEF im Kongo bewirkt:

UNICEF wird allein in diesem Jahr mehr als eine Million unterernährten Kindern mit spezieller Nahrung wie z.B. Erdnusspaste und Spezialmilch gegen den Hunger helfen.

Die traumatisierten Kinder brauchen Ansprechpartner, um über ihre Nöte und Sorgen zu sprechen. UNICEF bietet ihnen in kinderfreundlichen Zonen psychosoziale Betreuung an – und auch die Möglichkeit, einfach mal wieder zu spielen.

UNICEF kümmert sich um die Wasserversorgung für Hunderttausende Menschen im Kongo – damit die Familien Wasser haben zum Kochen, Waschen und um sich vor Krankheiten zu schützen.

Um die Kinder gegen gefährliche Krankheiten zu schützen, führt UNICEF große Impfaktionen durch. Für 2018 möchte UNICEF z.B. eine Million Kinder gegen die gefährlichen Masern impfen.

Kinder in der Kasai-Region leiden besonders

Die brutale Gewalt im Kongo macht selbst vor den Kindern und der restlichen Zivilbevölkerung nicht Halt. Die Kasai-Region bildet den Mittelpunkt dieser schweren Kongo-Krise, denn dort sind die Kinder aktuell am schlimmsten betroffen. Lesen Sie im Blog, wie die Mehrfachkrise aus Flucht, Hunger, Krankheiten, fehlender Bildung und mangelndem Kinderschutz das Leben der Kinder im Kasai unerträglich macht.

Kinder im Krieg brauchen unsere Hilfe!

Die Kinder sind die ersten Opfer des grausamen Krieges im Kongo. Viele von ihnen leiden extrem unter der Gewalt, die sie miterleben mussten. Sie brauchen psychologische Hilfe, um ihre Traumata verarbeiten zu können.
© UNICEF/UN0156470/Vockel

Kongo: Hunger und Armut trotz Bodenschätzen und Rohstoffen 

Die Demokratische Republik Kongo ist reich an Rohstoffen und wertvollen Bodenschätzen wie zum Beispiel Diamanten, Erdöl und dem Mineral Coltan. Coltan wird für die Produktion von Handys gebraucht und ist weltweit begehrt und umkämpft. Trotz dieses Reichtums leiden die meisten Menschen im Kongo unter großer Armut und hungern. Fast 80 Prozent der Kongolesen haben weniger als zwei US-Dollar täglich, um zu überleben.

Ein Großteil der Menschen im Kongo lebt unterhalb der Armutsgrenze.

Frühstück im Kongo – und zwar nicht für eine Person, sondern für eine achtköpfige Familie. Der Kongo ist eines der ärmsten Länder der Welt. Zwei Millionen Kinder im Kongo erleiden Hunger und sind schwer mangelernährt. 
© UNICEF/UN0162298/Tremeau

Das Land ist politisch schon seit mehreren Jahrzehnten extrem instabil. Seit Jahrzehnten gibt es Bürgerkriege, Kämpfe um die Bodenschätze, Ausbeutung und Misswirtschaft. Führende Politiker sind immer wieder in Korruption verwickelt. Dadurch ist der Kongo bis heute eines der ärmsten Länder der Welt.

Kindersoldaten: Gezwungen zu kämpfen

Die Rebellengruppen im Kongo haben Tausende Kinder und Jugendliche gezwungen, als Kindersoldaten für sie zu arbeiten. Viele der Mädchen und Jungen werden eingesetzt, um zu kämpfen und andere Menschen zu töten. Die jüngeren unter ihnen müssen schweres Gepäck für die Rebellen schleppen – zum Beispiel Waffen oder Lebensmittel – oder sich um das Kochen kümmern. 

Ehemalige Kindersoldaten werden in UNICEF-Hilfezentren aufgefangen.

Die 13-jährige Jeanne (Name geändert) wurde als Kindersoldatin im Kongo missbraucht. Jetzt lebt sie in einem von UNICEF unterstützten Zentrum speziell für Kinder und Jugendliche wie sie.
© UNICEF/UN0185833/Tremeau

In manchen Teilen des Landes bestehen 60 Prozent der bewaffneten Truppen aus Minderjährigen. Lesen Sie hier mehr über Kindersoldaten und Kriegskinder im Kongo.

Infos: Demokratische Republik Kongo

Einwohner  Fläche  Geburtenzahl
Der Kongo hat 81 Millionen Einwohner.  Das Land ist flächenmäßig mit 2.344.858 km² extrem groß (etwa 6-mal so groß wie Deutschland). Es ist ein sehr geburtenstarkes Land: Jede Frau bringt durchschnittlich sechs Kinder zur Welt. Ein Viertel aller Frauen im Kongo sind noch unter 18 Jahren alt, wenn sie das erste Mal Mutter werden. Gleichzeitig ist die Müttersterblichkeit sehr hoch: Eine von 24 Frauen stirbt während der Geburt.

Ethnien  Sprachen  Rohstoffe 
Mehr als 200 verschiedene Ethnien leben im Land. Ähnlich viele Sprachen werden im Kongo gesprochen. Der Kongo ist zwar reich an Rohstoffen, aber u.a. durch Korruption und Ausbeutung eines der ärmsten der Welt.

Unabhängigkeit und Kriege 
1960 wurde der Kongo unabhängig. Davor war das Land eine belgische Kolonie. Seit den 90-er-Jahren gab es im Kongo mehrere schwere Kriege zwischen unterschiedlichen Rebellengruppen. Vor allem im Osten des Kongos finden bis heute brutale Kämpfe verschiedener bewaffneter Gruppen statt.

Fast acht Millionen Kinder im Kongo brauchen aktuell unsere Hilfe. Nicht nur in der Kasai-Region, auch in der restlichen Demokratischen Republik Kongo ist UNICEF für die Kinder da. Sie möchten mithelfen? Wir freuen uns über Ihre Spende!

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In rund 150 Ländern setzt sich UNICEF mit Hilfsprojekten für Kinder ein – besonders für die ärmsten und am stärksten benachteiligten Kinder.

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