Kongo: Zwei Flüchtlingskinder

DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO: PERSPEKTIVEN FÜR KRIEGSKINDER

HILFE FÜR KINDERSOLDATEN UND MISSBRAUCHTE KINDER

„Ich fühle mich schlecht, weil ich als Kind schon so viel Schlimmes mit angesehen habe“, sagt Ex-Kindersoldat Freddy*. Während andere Kinder in seinem Alter zur Schule gingen, musste er nach seiner Entführung durch eine Rebellengruppe Menschen töten.

Auch der 13-jährige Joseph* (siehe Video) war Kindersoldat in der Demokratischen Republik Kongo. Tausende Kinder wie er werden gezwungen, als Kindersoldaten zu kämpfen und selbst zu töten.

(*Namen zum Schutz der Kinder geändert)

Joseph ist eines der Kinder, für die UNICEF eine Freilassung erwirkt hat. Er erzählt in unserem Video, wie schlimm es für ihn ist, an seine Zeit als Kindersoldat zurückzudenken. Jetzt lebt er in einem speziellen Zentrum für ehemalige Kindersoldaten. Dort wird er betreut und kann mit psychologisch geschulten Mitarbeitern über seine schlimmen Erlebnisse sprechen. So wird er langsam wieder an ein normales Leben herangeführt.

Gewalt gegen Mädchen

„Ich möchte, dass meine Eltern wieder glücklich und stolz auf mich sein können“, sagt Sifa (Name geändert). Sie wurde mit acht Jahren vergewaltigt. Ein Makel für sie und ihre Familie, der sich tief ins Herz gebohrt hat und den sie nicht einfach ablegen kann.

Kongo: Vergewaltigung und Missbrauch von Mädchen

Sifa (Name geändert), die mit acht Jahren vergewaltigt wurde. 
© UNICEF/DRC/2010/Sarano

Sie alle sind noch Kinder, aber sie sind oft besser im Umgang mit dem Gewehr als im Kopfrechnen. Bei Kindern in der Demokratischen Republik Kongo ist das, wie bei Freddy, Joseph und Sifa, leider nicht ungewöhnlich.

Jahrelanger brutaler Bürgerkrieg

Der Kongo wird seit Jahren vom Bürgerkrieg beherrscht. Millionen Kinder sind auf der Flucht, haben ihre Eltern verloren oder wurden von Milizen gefangen genommen. Ein großer Teil der Kinder ist mangelernährt. Trotzdem wird in der Öffentlichkeit über diesen grausamen Konflikt kaum berichtet. Umso wichtiger ist es für UNICEF, für die Kinder dieser "vergessenen Krise" da zu sein – zuverlässig und dauerhaft. UNICEF ist schon seit Jahren im Kongo aktiv, um den Kriegskindern ein besseres Leben zu ermöglichen.

Helfen Sie mit uns den Kindern im Kongo

UNICEF tritt den Folgen des Krieges an vielen Orten der Demokratischen Republik Kongo entgegen und lindert die Not der Familien. So hilft Ihre Spende:

Zwölf Schlafmatten für Flüchtlingskinder
Medikamente, die vergewaltigte Mädchen vor HIV schützen
Schuhe und Kleidung für drei ehemalige Kindersoldaten

Kein sicherer Ort: Kinder im Kongo brauchen überall Hilfe

Die gezielte Gewalt gegen Kinder ist Teil der Kriegsführung von bewaffneten Truppen im rohstoffreichen Osten Kongos. Sie dient dazu, die Gegner zu demoralisieren und die Bevölkerung zu erniedrigen – und hat für die Kinder furchtbare Folgen:

  • Kindersoldaten: Sie werden entführt, mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht und gezwungen, gegen die eigenen Dörfer oder Familien zu kämpfen und Menschen zu töten. In speziellen Zentren für ehemalige Kindersoldaten lernen die Kinder: Sie sind nicht schuld! Und: Mit Unterstützung von UNICEF kann für sie ein neues Leben beginnen.
  • Vergewaltigte Mädchen: Bewaffnete Männer vergewaltigen gezielt Frauen und Mädchen. Oft so brutal, dass sie schwerste innere Verletzungen erleiden und inkontinent werden. Manche Mädchen werden schwanger von ihren Folterern und müssen – selbst noch Kind – ein Baby versorgen. Die Opfer brauchen medizinische Hilfe und Operationen, monatelang. Aber auch ihre seelischen Wunden müssen heilen. Häufig empfinden die Opfer die sexuelle Gewalt als Schande.
  • Flüchtlingskinder: Sie haben durch Flucht und Vertreibung ihr Zuhause verloren – manches Kind auch Mutter, Vater oder andere Familienmitglieder. Sie brauchen dringend Hilfe. Ihnen soll bei der Suche nach der Familie geholfen werden. Oder sie sollen alternativ in einer Notunterkunft oder einer Pflegefamilie Zuflucht finden können, um an einem sicheren Ort neu anfangen zu können.

Was UNICEF mit Ihren Spenden leistet

Rückkehr für ehemalige Kindersoldaten: Immer wieder trägt UNICEF durch Verhandlungen dazu bei, dass Kinder und Jugendliche aus den Händen von Rebellengruppen befreit werden können. Mit Ihrer Spende hilft UNICEF den ehemaligen Kindersoldaten, sich nach ihrer Befreiung ein neues Leben aufzubauen. Die Kinder kommen zunächst in Übergangszentren unter. Mitarbeiter lokaler Organisationen finden heraus, woher die Kinder kommen und ob sie zurück nach Hause können oder ob eine Pflegefamilie gebraucht wird. Die Helfer organisieren erste Treffen und begleiten die Rückkehr der Kinder.

Hilfe für Flüchtlingskinder: UNICEF hilft auch den Kindern, die vor dem Krieg flüchten mussten und ohne ihre Familien ganz auf sich alleine gestellt sind. Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort suchen wir neue Zufluchtsorte für die Mädchen und Jungen. Die Mitarbeiter der lokalen Organisationen im Kongo vermitteln die Kinder entweder zurück zu ihrer eigenen Familie oder in ein neues Zuhause in einer Pflegefamilie. Für die Kinder bedeutet dies einen großen Schritt hin zu einem "normalen" Kinderalltag.

Zuflucht und medizinische Hilfe für vergewaltigte Mädchen: UNICEF schult Ärzte und Krankenschwestern und versorgt vergewaltigte Mädchen mit Medikamenten, die sie vor einer HIV-Infektion schützen. Vergewaltigungsopfer erhalten auch die nötigen Operationen und bekommen psychologische Unterstützung. UNICEF bietet ihnen außerdem die Möglichkeit, einen Beruf zu lernen. In entlegene Regionen schicken wir mobile Teams, damit die Opfer auch dort Hilfe erhalten.

Helfen Sie mit uns Kriegskindern im Kongo – jede Spende zählt für ein Mädchen oder einen Jungen, das Furchtbares durchmachen musste. Danke an alle UNICEF-Unterstützer!

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