
Kindersoldaten und Kindersoldatinnen in Afrika und weltweit: Kindheit zwischen Waffen
Kinder leiden am meisten unter Kriegen und Konflikten. Besonders grausam ist es, wenn Erwachsene sie in ihre Kriege verwickeln und dazu bringen, als Kindersoldat oder Kindersoldatin zu kämpfen und zu töten.
von Ninja Charbonneau
Definition: Was genau sind Kindersoldaten und Kindersoldatinnen?
Für Kindheit statt Krieg
Jedes Kind hat das Recht auf eine unbeschwerte Kindheit, fernab von Krieg und Gewalt. UNICEF setzt sich dafür ein, dass kein Kind gezwungen wird, als Soldat*in zu kämpfen. Unterstützen Sie diesen Einsatz mit Ihrer Spende!
An vielen Orten der Welt werden Kinder in langanhaltenden Konflikten von bewaffneten Gruppen für ihre Zwecke missbraucht. Kindersoldat*innen sind Mädchen und Jungen unter 18 Jahren, die von Armeen oder bewaffneten Gruppen rekrutiert oder eingesetzt werden. Bei dem Begriff "Kindersoldat" oder "Kindersoldatin" denkt man vielleicht ausschließlich an Kinder, die zum Kämpfen und Schießen gezwungen werden.
Es gibt jedoch auch zahlreiche Minderjährige, die von Milizen oder bewaffneten Gruppen für Botengänge, als Wachleute, zum Kochen oder sonstige Hilfsarbeiten eingesetzt werden, als menschliche Schutzschilde missbraucht, zu sexuellen Diensten gezwungen oder mit Kämpfern zwangsverheiratet werden – all das sind schwerste Kinderrechtsverletzungen, die die betroffenen Mädchen und Jungen ihrer Kindheit berauben und sie traumatischen Erlebnissen aussetzen.

Charles (16, Name geändert) aus der Demokratischen Republik Kongo wurde 2024 von einer bewaffneten Gruppe entführt. "Als ich in mein Dorf zurückkam, hatten meine Freund*innen Angst vor mir. Sie dachten, ich sei gewalttätig geworden – und ganz falsch war das nicht. Aber dank der Unterstützung bin ich ruhig und respektvoll geworden, ich spiele wieder mit meinen Freund*innen und gehe zur Schule.“ Charles bekommt psychosoziale Unterstützung, um das Erlebte zu verarbeiten. Mittlerweile geht es ihm besser. „Ich bin gerne mit meinen Freunden zusammen. Ihre Gegenwart hilft mir, mich wie ein Kind zu fühlen – frei und glücklich.“
© UNICEF/UNI936477/Mirindi JohnsonWir von UNICEF benutzen statt "Kindersoldat*in" oft die längere, aber korrektere Bezeichnung "Kinder, die von Armeen oder bewaffneten Gruppen rekrutiert und eingesetzt werden", um zu zeigen, dass es uns nicht nur um kämpfende, sondern um alle Mädchen und Jungen geht, deren Kindheit zwischen Waffen ein abruptes Ende hatte. Wenn im weiteren Text vereinfachend der Begriff „Kindersoldat*innen“ verwendet wird, sind alle diese Kinder und Jugendlichen wie in der oben genannten weiteren Definition gemeint.
Jeder Einsatz von Kindern durch Armeen und bewaffnete Gruppen ist eine schwere Verletzung von Kinderrechten, bei Kindern unter 15 Jahren gilt er sogar als Kriegsverbrechen. Der Einsatz von Kindern bei bewaffneten Gruppen zählt außerdem zu den schwersten Formen der Kinderarbeit.
Am 12. Februar ist Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten und Kindersoldatinnen – eine jährliche Erinnerung, dass noch viel passieren muss, um diese schwere Verletzung der Kinderrechte endlich zu beenden.
UNICEF setzt sich weltweit dafür ein, die Rekrutierung von Minderjährigen zu beenden, Kindersoldaten und Kindersoldatinnen freizulassen und ehemaligen Kindersoldat*innen dabei zu helfen, ein neues, ziviles Leben anzufangen. Besonders wichtig ist außerdem die Prävention, also Kinder zu schützen, damit sie gar nicht erst rekrutiert oder zum Mitmachen in einer Miliz gezwungen werden.
In der Demokratischen Republik Kongo und anderen Ländern wie der Zentralafrikanischen Republik oder Südsudan gelingt es dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen und Partnern immer wieder, Kindersoldat*innen zu befreien und sie bei der Wiedereingliederung zu unterstützen. Aber Zehntausende Kinder werden immer noch im Bürgerkrieg oder Konflikten als Kindersoldaten und Kindersoldatinnen missbraucht. Sie sind Zeugen von Gewalt und begehen häufig selbst Gewalttaten. Vor allem aber sind sie selbst Opfer und brauchen besonderen Schutz. Sie sind Kinder ohne Kindheit, und der Weg zurück in ein normales Leben ist schwer.
- 105.000 Fällezwischen 2005 und 2022
von Kindern, die unter anderem zum Kämpfen missbraucht wurden.
- 16.000und mehr Minderjährige wurden
auch mit Hilfe von UNICEF und Partnern befreit und in Schutzprogramme aufgenommen.
- 20Länder sind es mindestens
in denen Kinder als Kindersoldat*innen ausgebeutet werden.
Kindersoldaten und Kindersoldatinnen erzählen UNICEF ihre Geschichte
Viele Kinder haben als Kämpfer oder Kämpferinnen jahrelang das Töten gelernt, wurden ausgebeutet und missbraucht. Meist sind sie nie zur Schule gegangen. Viele bewaffnete Gruppen setzen die Kinder ein, weil sie leichter zu manipulieren oder schlicht billiger sind als Erwachsene. Die Gründe, weshalb sich Minderjährige bewaffneten Gruppen anschließen, sind vielfältig: Teilweise werden Kinder entführt und zwangsrekrutiert, also mit Gewalt dazu gezwungen. In anderen Fällen nutzen Milizen die Armut und Not der Kinder aus.
Befreite Kindersoldaten wie Emmanuel, Susan und Tito aus dem Südsudan haben den UNICEF-Teams vor Ort ihre Geschichten erzählt. Über ihre Erlebnisse zu sprechen, hilft ihnen, sie zu verarbeiten. Aus Kinderschutzgründen sind alle Namen in diesem Text geändert und die Kinder so fotografiert, dass man ihre Gesichter nicht erkennen kann.

Nach seiner Ausbildung zum Tischler gründete Emmanuel, der im Südsudan lebt, eine Werkstatt, in der er Stühle, Tische und Betten aus Holz herstellt, um seine Familie zu unterstützen.
© UNICEF/CMMB
Obwohl der verheerende Bürgerkrieg im Südsudan seit 2018 als beendet gilt, kommt es auch noch zu bewaffneten Konflikten, Spannungen und Gewalt. Kinder wurden während des Krieges als Soldat*innen zum Kämpfen rekrutiert – und werden auch Jahre nach dem Krieg als solche ausgebeutet.
Sie waren auf dem Weg in die Schule, als Emmanuel, Susan und Tito 2016 entführt und gezwungen wurden, an der Front eines brutalen Krieges zu kämpfen. Als ehemalige Kindersoldat*innen haben sie mehr Tod und Leid gesehen als ein Mensch je erleben sollte.
Emmanuel: “Ich habe mich immer schlecht gefühlt, wenn wir angegriffen wurden, weil ich gesehen habe, wie Menschen einfach getötet wurden, als wären sie keine Menschen. Frauen und Mädchen wurden direkt vor meinen Augen getötet und vergewaltigt, ich konnte nur hilflos zusehen. Vor allem habe ich mein Zuhause und meine Freunde in der Schule vermisst.”
Nach ihrer Entführung mussten sie drei Tage zu Fuß gehen, um das Lager der Rebellen zu erreichen. Kaum angekommen, wurden sie geschlagen und gewarnt, dass sie nicht fliehen sollten. “Das Leben war schrecklich, aber wir konnten nichts machen – bis zu dem Tag, als wir befreit wurden”, erzählt Tito.
Anfang 2022 gelang es UNICEF, gemeinsam mit Partnerorganisationen 18 Kinder (17 Jungs und ein Mädchen) aus einer bewaffneten Gruppe in Maridi, einem Bundesstaat im Südsudan, zu befreien. In einem von UNICEF unterstützten Zentrum wurden die Jugendlichen betreut.
Die entsetzlichen Erfahrungen haben Emmanuel, Tito, Susan und die anderen Jugendlichen schwer traumatisiert. Sie erfuhren schlimmste Gewalt, sie wurden ausgebildet und gezwungen zu schießen, zu plündern, Häuser in Brand zu setzen und weitere furchtbare Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung zu begehen.

Die ehemalige Kindersoldatin Susan aus dem Südsudan hat nach ihrer Befreiung eine Lehre als Schneiderin abgeschlossen. Sie näht Kleidung, um Lebensmittel zu kaufen und die Schulgebühren ihrer Geschwister zu bezahlen.
© UNICEF/CMMBMädchen werden von ihren Entführern zu sexuellen Diensten gezwungen und vergewaltigt – auch Susan erging es so. Sie wurde als “Ehefrau” missbraucht, musste andere bestehlen und wurde zur Spionage gezwungen. “Ich war nicht glücklich. Ich wurde jede Nacht aus “Ehefrau” ausgenutzt, manchmal schickten sie mich zum Stehlen”, sagt sie. “Die Freilassung hat mich davor gerettet, jede Nacht die Last tragen zu müssen, als Ehefrau mehr als einem Mann zu dienen.“
Gemeinsam mit anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen absolvierten die drei mit Unterstützung von UNICEF und Partnerorganisationen eine Ausbildung, um ihr Leben selbstbestimmt gestalten zu können. Susan hat eine Lehre als Schneiderin abgeschlossen. Sie erzählt, dass sie mit ihrem verdienten Geld Essen kaufen und die Schulgebühren ihrer Geschwister bezahlen kann.
Die Freilassung war das Beste, was mir in meinem ganzen Leben passiert ist. Ich musste kein Blut mehr sehen, und ich war erleichtert.

Emmanuel und Tito sind Tischler geworden. Tito arbeitet in seiner eigenen Tischlerei, Emmanuel setzt sich dafür ein, sein Wissen an andere interessierte Jungen weiterzugeben. Er möchte in Zukunft eine eigene Werkstatt eröffnen.
Die verlorene Kindheit können Kinder wie Susan, Tito und Emmanuel zwar nicht nachholen, aber sie bekommen jetzt eine zweite Chance, erhalten Beratung und psychosoziale Hilfe. UNICEF hilft auch dabei, ehemalige Kindersoldat*innen wieder mit ihren Familien zu vereinen oder Pflegefamilien zu finden und ihnen die Möglichkeit für eine Ausbildung zu geben.
Wie viele Kindersoldaten und Kindersoldatinnen gibt es?
Kindersoldaten und Kindersoldatinnen weltweit
Kindersoldat*innen gibt es in vielen Ländern – obwohl die Zwangsrekrutierung und die Beteiligung von Minderjährigen an Kampfhandlungen in den meisten Ländern verboten ist. Niemand weiß, wie viele Kindersoldaten und Kindersoldatinnen es gibt, weil die Rekrutierung meist im Verborgenen und in schwer zugänglichen Kampfgebieten erfolgt.
UNICEF geht davon aus, dass weltweit Zehntausende Kinder von bewaffneten Gruppen für ihre Zwecke missbraucht werden – hauptsächlich in einigen Ländern in Afrika, in Asien und im Nahen Osten.
Seit der Einführung des sogenannten "Monitoring and Reporting Mechanism", einer geregelten Untersuchung und Dokumentation von schweren Kinderrechtsverletzungen in Konflikten, haben die Vereinten Nationen zwischen 2005 und 2022 rund 105.000 Fälle von Kindern verifiziert, die von bewaffneten Gruppen zum Kämpfen oder für unterstützende Rollen missbraucht wurden. Die Dunkelziffer ist aber wahrscheinlich sehr viel höher, weil es im Krieg häufig nicht möglich ist, an gesicherte Informationen zu kommen.
Jedes Jahr veröffentlicht der Generalsekretär der Vereinten Nationen einen Bericht über schwerste Menschenrechtsverletzungen gegen Kinder – dazu gehören die Rekrutierung von Kindersoldatinnen und -soldaten. Im aktuellen jährlichen UN-Bericht (bezogen auf 2024) sind 7.402 Fälle von Rekrutierungen oder Einsatz von Kindersoldat*innen dokumentiert. Ein Großteil der Kindersoldat*innen waren Jungen. Diese Zahlen spiegeln wie gesagt nur die Fälle wider, die verifiziert werden konnten, und zeigen damit nur einen kleinen Teil der harten Realität für Kinder in Konflikten. Da der Bericht sich immer auf das Vorjahr bezieht, beschreibt er nicht die aktuelle Situation, also zum Beispiel nur zeitverzögert die extreme Gewalt im Sudan oder die jüngste Eskalation in der Demokratischen Republik Kongo. Dafür lenkt er die Aufmerksamkeit auch auf vergessene Krisen, in denen schwere Kinderrechtsverletzungen verübt werden, unter anderem in Afghanistan, Jemen, Myanmar oder Somalia. In Haiti hat sich die Lage zuletzt zugespitzt: Die bewaffneten Gruppen sollen sich Berichten zufolge zur Hälfte aus Minderjährigen zusammensetzen. In Syrien gibt es dafür nach dem Sturz des Assad-Regimes zarte Hoffnung und Stabilisierung.
Wo gibt es heute Kindersoldaten und Kindersoldatinnen?
Die meisten Kindersoldat*innen wurden laut dem UN-Report in 2024 nachweislich in der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria und Somalia eingesetzt. Auch in Äthiopien, Afghanistan, Burkina Faso, Haiti, Irak, Jemen, Kolumbien, Libanon, Mali, Mosambik, Myanmar, Niger, Philippinen, Sudan, Südsudan, Syrien oder in der Zentralafrikanischen Republik wurden Minderjährige rekrutiert.
In Israel und Gaza sowie in der Ukraine gibt es zwar keine dokumentierten Fälle von Kindersoldatinnen und -soldaten, aber sie stehen im jährlichen Bericht des UN-Generalsekretärs wegen einer erschütternden Liste von anderen schweren Kinderrechtsverletzungen: Tötung und Verstümmelung, Entführung von Kindern, Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser.
Aber es gibt auch Lichtblicke: So konnten laut dem aktuellen UN-Jahresbericht im Jahr 2024 durch Vermittlung der Vereinten Nationen über 16.000 Minderjährige aus bewaffneten Gruppen befreit und in Schutzprogramme aufgenommen werden. Seit 1999 kamen insgesamt 220.000 Kindersoldatinnen und Kindersoldaten frei.
Kindersoldat*innen in der Demokratischen Republik Kongo
In der Demokratischen Republik Kongo gibt es wahrscheinlich die meisten Kindersoldatinnen und Kindersoldaten – und zahlreiche andere schwerste Kinderrechtsverletzungen. Vor allem im Nordosten des Landes, in den Provinzen Nord Kivu und Ituri, hat die Gewalt in den letzten Monaten erschütternde Ausmaße angenommen.
Laut UN-Bericht wurden allein 2024 2.365 Fälle von Minderjährigen (1.651 Jungen und 714 Mädchen) verifiziert, die neu rekrutiert und eingesetzt wurden. Viele von ihnen (461) wurden entführt und zum Einsatz gezwungen. Sie werden zum Kämpfen, Wachen, Tragen und andere unterstützende Tätigkeiten eingesetzt. Wie viele Kindersoldaten und Kindersoldatinnen es insgesamt aktuell in der Demokratischen Republik Kongo gibt, weiß man nicht.
Kindersoldat*innen in Somalia
Somalia gehört zu den Ländern weltweit, in denen besonders viele Kinder als Kindersoldat*innen zwangsrekrutiert werden. Häufig werden sie entführt und dann gezwungen, sich bewaffneten Gruppen anzuschließen. Im Jahr 2024 führten rund die Hälfte der Entführungen in Somalia zu einer Rekrutierung der Kinder für den Krieg. Für die meisten Entführungen und Rekrutierungen in Somalia ist Al-Shabaab verantwortlich.

Die Chance auf eine sichere Zukunft: UNICEF hilft gemeinsam mit Partnerorganisationen in Somalia dabei, dass ehemalige Kindersoldat*innen Berufe lernen und auch psychosoziale Unterstützung erhalten. Die beiden Jugendlichen lernen zum Beispiel, wie man ein Auto repariert. Nach ihren Ausbildungen gelingt es vielen Absolvent*innen, ihre Familie und sich mit dem erarbeiteten Geld zu versorgen.
© UNICEF/UNI416955/SewunetAn dem Land lässt sich gut erkennen, wie mehrere Krisen zusammenhängen können. Somalia leidet seit Jahren unter wiederkehrenden schweren Dürren und Lebensmittelknappheit. Zahlreiche Familien verarmen und nehmen ihre Kinder aus der Schule, damit diese zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Dies erhöht auch das Risiko, dass Mädchen früh verheiratet werden oder Kinder und Jugendliche sich bewaffneten Gruppen anschließen, die die Not der Familien ausnutzen.
Wir von UNICEF helfen den Kindern in Somalia, zum Beispiel, indem wir ehemalige Kindersoldaten und Kindersoldatinnen wieder mit ihren Familien und Gemeinden vereinen. Auch danach begleiten wir sie weiter mit psychosozialer Hilfe und Bildungsmöglichkeiten, damit sie verpasste Schulstunden nachholen können. Zudem engagieren wir uns auf allen Ebenen gegen den Einsatz von Kindersoldat*innen.
Kindersoldat*innen in Myanmar
Im südostasiatischen Myanmar (früher: Burma) herrscht, von der deutschen Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, ein Konflikt mit gravierenden Folgen für Kinder. Mit 1.171 verifizierten Fällen kämpfen dort besonders viele Kindersoldaten – nur in der Demokratischen Republik Kongo wurden 2023 mehr Fälle gemeldet. Da das Land stark abgeschottet ist, sind viele Menschen- und Kinderrechtsverletzungen schwer zu dokumentieren und zu überprüfen. Für 2024 haben die Vereinten Nationen 482 Fälle verifiziert, in denen Kinder und Jugendliche als Kindersoldaten eingesetzt wurden, ein Großteil davon (400) durch die Armee.
Kindersoldat*innen in Syrien und Jemen
Wie oben beschrieben werden Minderjährige nicht nur in Afrika, sondern auch in vielen anderen Ländern rekrutiert und eingesetzt, zum Beispiel in Konfliktländern im Nahen Osten wie Syrien und Jemen sowie im Libanon.
In Syrien lag 2024 die Zahl der verifizierten Fälle, in denen Minderjährige eingesetzt wurden, bei 527. Im Jemen wurden mindestens 182 Jungen rekrutiert, im Libanon 76.
In ihren eigenen Worten: Zitate von Kindersoldat*innen
Die Ursachen und Gründe, weshalb Minderjährige zu Kindersoldaten und Kindersoldatinnen werden, sind vielfältig, genauso wie ihre Tätigkeiten und Erlebnisse bei den bewaffneten Gruppen. In der Bilderstrecke erzählen ehemalige Kindersoldat*innen ihre jeweiligen Geschichten in ihren eigenen Worten.

Bild 1 von 10 | Rayvan (17), Demokratische Republik Kongo (Teil 1/2): Rayvan ist nicht sein echter Name, er hat sich nach seinem Lieblingsrapper benannt. Gemeinsam mit seinem Freund Chris Brown*, der sich nach seinem Lieblingsmusiker benannt hat, rappt und tanzt er in seiner Freizeit. Die beiden kommen aus demselben Dorf, wurden von bewaffneten Gruppen entführt und als Kindersoldaten ausgebeutet. Nach ihrer Befreiung trafen sich die beiden Freunde in einem von UNICEF unterstützten Schutzzentrum wieder. Chris Brown erzählt, wie es war, als er Rayvan wiedergesehen hat: “Ich erinnere mich, als ich Rayvan sah. Ich erkannte ihn an seinem Gang.”
© UNICEF/UNI670743/Hoveyda
Bild 2 von 10 | Rayvan (17), Demokratische Republik Kongo (Teil 2/2): “Seitdem haben wir zusammen mit anderen unsere eigene Tanzgruppe gegründet, und wir proben unsere Choreografien gemeinsam. Wir rappen zusammen über das, was wir sehen, und wir kommen auch, um Filme anzuschauen – die nigerianischen Filme sind die besten!“, erzählen die Freunde. Eine UNICEF-Partnerorganisation ist auf der Suche nach Rayvans Eltern, um die Familie zusammenzuführen. “Ich wohne sehr nah an King James*”, seinem Bruder. “Immer wenn ich tagsüber im Schutzzentrum bin oder Freund*innen treffe, erzähle ich ihm abends davon”, berichtet Rayvan. “Meine Gastfamilie tut alles, damit ich mich wie zuhause fühle”, sagt er weiter.
© UNICEF/UNI670831/Hoveyda
Bild 3 von 10 | Daniel (14), Demokratische Republik Kongo: „Ich mag Chemie sehr“, erzählt Daniel, als ein UNICEF-Team ihn während des Chemieunterrichts besucht. Der 14-Jährige wurde in der Demokratischen Republik Kongo von bewaffneten Gruppen entführt und musste zum Beispiel Geld an Checkpoints einzusammeln. Nach seiner Freilassung wurde er mit seiner Familie wiedervereint – und kann zur Schule gehen. „Ich möchte lernen, wie Medikamente hergestellt werden, und Apotheker werden, um Menschen zu helfen und zu zeigen, dass Chemie Leben retten kann“, berichtet der Schüler.
© UNICEF/UNI936469/Mirindi Johnson
Bild 4 von 10 | Hadija (19), Zentralafrikanische Republik: Hadija war Teil einer bewaffneten Gruppe, die in Bria, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, präsent war. Vor fünf Jahren wurde sie als Kindersoldatin ausgebeutet, ehe ihr die Flucht gelang. Sie versteckte sich mehrere Monate bei ihren Angehörigen, um nicht wieder zwangsrekrutiert zu werden. Als die Regierung die Kontrolle über die Stadt zurückgewann, konnte sich Bira in ein von UNICEF unterstütztes Bildungsprogramm einschreiben. „Ich werde bald mein letztes Jahr am Gymnasium beginnen und muss intensiv dafür lernen“, erklärt Hadija, die noch in einer Bäckerei arbeitet. „Dank der Bäckerei bezahle ich meine Schulgebühren selbst. Mein Traum ist es, Hebamme zu werden.“
© UNICEF/UNI864116/anonymous
Bild 5 von 10 | Justin (16), Demokratische Republik Kongo: Ein Mann aus seinem Dorf in der Ituri Provinz wollte Justin zuerst mit Geld für eine Miliz anwerben. „Ich sagte, ich bin zu jung und möchte mich auf die Schule konzentrieren.“ Dann lockten sie ihn in eine Falle und zwangen ihn mit Gewalt, mitzumachen. Er musste Lebensmittel transportieren und Nutztiere stehlen. Für einen Fluchtversuch wurde er mit 50 Peitschenhieben bestraft. „Sie haben mich so hart ausgepeitscht, dass ich krank wurde.“ Er versuchte ein zweites Mal, zu entkommen, aber wurde wieder gefasst. „Ich habe sie angefleht, mir nicht mehr wehzutun, und mich bereiterklärt, ihnen zu dienen.“ Erst beim dritten Versuch gelang ihm die Flucht, während bewaffnete Männer ihn verfolgten und auf ihn schossen. In einem von UNICEF unterstützten Transitzentrum der NGO Cajed wird Justin auf seine Reintegration vorbereitet und kann mit Freunden spielen. „Hier kann ich Fußball spielen wie andere Kinder in meinem Alter.“
© UNICEF/UNI458903/Vigné
Bild 6 von 10 | Fatoumata (15), Mali: Fatoumata lief von zu Hause weg, weil sie von ihrer Stiefmutter misshandelt wurde. Sie wurde Haushaltshilfe bei einer bewaffneten Gruppe. Durch die Unterstützung von UNICEF und der Partner-NGO Solisa konnte Fatoumata nach sieben Monaten in ein normales Leben zurückkehren und geht jetzt zur Schule – später möchte sie Krankenschwester werden.
© UNICEF/UN0538105/Keïta
Bild 7 von 10 | Ali (16), Jemen: "Ich war fünf Monate lang an der Front, da war ich noch 15. Wegen der schwierigen Lebensverhältnisse bin ich von zu Hause weggegangen und zur Miliz. Ich war eine Woche in einem Trainingscamp, dann wurden wir zum Kämpfen geschickt. Die Kugeln flogen überall um uns herum. Ich hatte Angst. An der Front wurde mein Fuß verletzt. Ich möchte weiter lernen und einen Job finden. Ich werde nicht mehr an die Front gehen – Gott sei Dank bin ich wie durch ein Wunder da rausgekommen."
© UNICEF/UN0456832/Fuad
Bild 8 von 10 | Charmant (17), Demokratische Republik Kongo: Nachdem sein Dorf mehrfach angegriffen worden war und viele Menschen starben, schloss sich Charmant mit anderen Jugendlichen einer Miliz an. "Wir waren wütend und bereit, unser Dorf zu verteidigen, trotz unseres jungen Alters." Auch Charmant griff zur Waffe. Doch als er mehrere seiner Freunde sterben sah, begann er zu zweifeln. Schließlich lief er von der Miliz weg. "Ich fühle mich erleichtert von einer schweren Last und möchte ein neues Leben beginnen", sagt Charmant. Er möchte Motorräder reparieren und damit Geld verdienen. Mit Unterstützung von UNICEF wird Charmant zunächst in einer Gastfamilie betreut.
© UNICEF/UN0587975/Wenga
Bild 9 von 10 | Héritier (14), Demokratische Republik Kongo: "Es war Krieg und wir hatten manchmal zwei Tage lang nichts zu essen, deshalb habe ich mich entschlossen, mich der Miliz anzuschließen. Ich habe gehofft, dort würde es besser sein." Im Wald lernte der Junge, mit Waffen umzugehen. "Mein Herz war schwer, wenn ich Leute bedroht habe, um sie zu bestehlen, aber ich hatte keine Wahl", sagt Héritier traurig. Nach einigen Monaten gelang ihm die Flucht. "Jetzt ist mein Leben friedlich, ich habe ein ruhiges Gewissen und meine Würde zurück", sagt der 14-Jährige. Er ist in einer Pflegefamilie untergebracht und wird betreut, bis er zu seiner eigenen Familie zurückkehren kann.
© UNICEF/UN0587974/Wenga
Bild 10 von 10 | Muderwa (14), Demokratische Republik Kongo: "Rebellen kamen und haben sich direkt neben uns niedergelassen. Eines Tages sollte ich ihnen beim Wasser holen helfen, danach haben sie mich nicht mehr gehen lassen. Ich musste an einer Absperrung Geld von Passanten eintreiben. Ich musste auch auf den Feldern Lebensmittel holen. Erst danach hat das Waffentraining begonnen. Unser Kommandeur hat uns gezeigt, wie man jemandem den Hals durchschneidet und den Kopf abtrennt. Und falls das nicht geht, wie man ein Messer ins Herz sticht. Ich bereue das alles, weil ich jetzt nicht mehr nach Hause gehen kann. In meinem Dorf möchte mich niemand, und die Rebellen sind noch dort und könnten mich suchen und töten." Muderwa wird in einem von UNICEF unterstützten Transitzentrum betreut und auf ein neues ziviles Leben vorbereitet.
© UNICEF/UN0441453/Tremeau
Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten und Kindersoldatinnen
Am 12. Februar 2002, trat das "Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention zum Verbot der Beteiligung von Kindern in bewaffneten Konflikten" in Kraft. Deshalb wird jährlich am 12. Februar der Welttag gegen die Rekrutierung und den Einsatz von Kindersoldatinnen und Kindersoldaten begangen. Bis heute haben 172 Staaten das Zusatzprotokoll ratifiziert; Deutschland im Dezember 2004.

Das Abkommen hat weltweit Diskussionen angestoßen und Gesetzesänderungen bewirkt. Laut Zusatzprotokoll dürfen Mädchen und Jungen unter 18 Jahren nicht gegen ihren Willen eingezogen werden oder an Kampfhandlungen teilnehmen.
Internationale Vereinbarungen: Kriegsverbrecher werden für Einsatz von Kindersoldat*innen bestraft
Im gleichen Jahr (2002) trat das Rom-Statut des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag in Kraft. Darin ist unter anderem festgelegt, dass der Einsatz von Kindern unter 15 Jahren als Kriegsverbrechen gilt und verfolgt wird.
In der Folge wurde 2012 erstmals der kongolesische Milizenchef Thomas Lubunga vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen der Rekrutierung von Kindersoldat*innen zu 14 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt – ein wichtiges weltweites Signal. Auch Charles Taylor, der ehemalige Präsident von Liberia, wurde 2012 zu 50 Jahren Gefängnis verurteilt. Ihm wurde eine Reihe von Kriegsverbrechen zur Last gelegt, darunter die Rekrutierung und der Einsatz von Kindersoldat*innen.
2021 verurteilte der Internationale Strafgerichtshof Dominic Ongwen, einen ehemaligen Kommandanten der "Lord’s Resistance Army" (LRA) in Uganda, zu 25 Jahren Haft. Der berüchtigte Kriegsverbrecher Joseph Kony hingegen, Führungsfigur der LRA, nach dem seit 2005 gefahndet wird, wurde bisher nicht gefasst.

Bénite Nikuze von UNICEF kümmert sich in einem Kinderschutz-Zentrum in der kongolesischen Provinz Nord-Kivu um unbegleitete oder von ihren Eltern getrennte Kinder sowie um ehemalige Kindersoldat*innen.
© UNICEF/UNI481217/VignéUNICEF-Hilfe für ehemalige Kindersoldatinnen und Kindersoldaten
Der Weg zurück in ein normales Leben ist für ehemalige Kindersoldaten und Kindersoldatinnen sehr schwer. Oft sind sie traumatisiert von dem, was sie erlebt haben – und selbst tun mussten. In manchen Fällen werden sie in ihren Familien und Dörfern als Mörder angesehen und können nur langsam wieder in die Gesellschaft integriert werden. Mädchen werden besonders häufig von ihren Familien verstoßen, wenn sie ungewollt schwanger geworden sind und mit einem Kind zurückkehren.
- Wir setzen uns unermüdlich dafür ein, dass Kindersoldaten und Kindersoldatinnen befreit, die betroffenen Mädchen und Jungen vor weiteren Verletzungen der Kinderrechte beschützt werden und dass Regierungen Aktionspläne verabschieden und umsetzen, um neue Rekrutierungen zu verhindern.
- UNICEF richtet Übergangszentren ein, in denen die Kinder und Jugendlichen bleiben können und medizinisch und psychologisch betreut werden.
- Wir helfen auch dabei, die Kinder und Jugendlichen wieder in die Schule zu bringen oder ihnen durch praktische Kurse verschiedene Arbeitsmöglichkeiten nahe zu bringen – damit sie bei nächster Gelegenheit und aus Mangel an Alternativen nicht erneut der Gefahr ausgesetzt sind, als Kindersoldat*innen rekrutiert zu werden.
Leider sind die Reintegrationsprogramme zur Wiedereingliederung ehemaliger Kindersoldatinnen und -soldaten derzeit unterfinanziert.
Schützen Sie Kinder vor Gewalt und Ausbeutung!
Angst und Verzweiflung prägen den Alltag von Kindern, die als Kindersoldat*innen und Arbeiter*innen ausgebeutet, in Konflikten und Notsituationen traumatisiert oder missbraucht werden. Sie können dafür sorgen, dass diese Kinder gesetzlichen Schutz und professionelle Hilfe bekommen!
Kinderrechtsverletzungen müssen gestoppt und geahndet werden. Es ist daher wichtig, dass Länder wie Deutschland ihrer zentralen Rolle nachkommen und sich durch humanitäre Diplomatie für einen besseren Schutz von Kindern, Zugang für humanitäre Hilfe und Schutz von ziviler Infrastruktur sowie die Einhaltung des humanitären Völkerrechts einsetzen.
Humanitäre Hilfe und Programme zur Friedensförderung und Konfliktprävention tragen außerdem zu Stabilität und Frieden bei. Programme für Armutsbekämpfung und Bildung verringern das Risiko, dass Kinder rekrutiert werden.
Was können Sie für ehemalige Kindersoldat*innen tun?
Sie können sich weiter zu dem Thema informieren, darüber sprechen oder vertrauenswürdige Inhalte teilen – um über den Einsatz von Kindersoldat*innen aufzuklären. Mit einer Spende unterstützen Sie Programme, wie die von UNICEF, um Kinder aus bewaffneten Gruppen zu befreien und ihnen anschließend Schutz, psychosoziale Begleitung sowie den Weg in die Schule, Ausbildung und ein sicheres Umfeld zu ermöglichen.
Neben den oben genannten Möglichkeiten können Sie sich zum Beispiel ehrenamtlich für UNICEF engagieren. Die Freiwilligen setzen sich mit UNICEF für Kinder auf der ganzen Welt ein – und organisieren Aktionen zu verschiedenen Themen. Sie schaffen ein Bewusstsein für die Lage der Kinder weltweit. Zum Beispiel am “Red Hand Day”, dem internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten und Kindersoldatinnen. Dazu erfahren Sie im weiteren Verlauf dieser Seite mehr.
Aktionstag "Red Hand Day" in Deutschland gegen den Einsatz von Kindersoldat*innen
UNICEF ruft bundesweit dazu auf, am 12. Februar beim Aktionstag gegen die Rekrutierung und den Einsatz von Kindersoldat*innen mitzumachen. Am "Red Hand Day" beteiligen sich jedes Jahr vor allem viele Kinder und Jugendliche und setzen mit einem roten Handabdruck ein Zeichen.

Eine UNICEF-Mitarbeiterin in Mosambik zeigt ihre Unterstützung für den „Red Hand Day“, eine weltweite Aktion, bei der am Welttag 12. Februar mit roten Handabdrücken gegen den Einsatz von Kindersoldat*innen protestiert wird.
© UNICEF/UN0826817/SilvaAuf einen Blick: FAQ Kindersoldat*innen
Kindersoldaten und Kindersoldatinnen sind laut offizieller Bezeichnung der Vereinten Nationen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die von Streitkräften oder bewaffneten Gruppen rekrutiert oder eingesetzt werden. Sie werden von den Milizen oft nicht nur zum Kämpfen benutzt, sondern zum Beispiel auch zum Spähen oder Kochen oder werden sexuell missbraucht.
Kindersoldat*innen gibt es in vielen Ländern – obwohl die Zwangsrekrutierung und die Beteiligung von Minderjährigen an Kampfhandlungen in den meisten Ländern verboten ist.
Aktuell werden besonders viele Mädchen und Jungen von verschiedenen Gruppen in den langwierigen Konflikten wie beispielsweise in der Demokratische Republik Kongo, Myanmar, im Jemen, in Mali, Somalia, im Südsudan und in der Zentralafrikanische Republik als Kindersoldaten und Kindersoldatinnen eingesetzt.
Die Gründe, weshalb sich Minderjährige bewaffneten Gruppen angehören, sind vielfältig: Teilweise werden Kinder entführt und zwangsrekrutiert, also mit Gewalt dazu gezwungen. In anderen Fällen nutzen Milizen die Armut und Not der Kinder aus, die sich mehr oder weniger freiwillig einer Miliz anschließen – aus Mangel an Alternativen.
Oft kommen mehrere Krisen zusammen. Ein Beispiel: Wenn Familien etwa als Folge einer Wirtschaftskrise oder nach Naturkatastrophen wie einer Dürre oder Flut ihre Arbeit und / oder ihr Land verlieren, nehmen sie ihre Kinder aus der Schule, damit diese zum Lebensunterhalt beitragen. Das erhöht auch das Risiko, dass die Kinder als Kindersoldat*innen rekrutiert werden.
Niemand weiß, wie viele Kindersoldatinnen und Kindersoldaten es tatsächlich gibt. UNICEF geht davon aus, dass weltweit Zehntausende Mädchen und Jungen als Kindersoldat*innen im Einsatz sind, aber Beweise gibt es nur in deutlich weniger Fällen. Die Vereinten Nationen sammeln und veröffentlichen bekannte Fällen, diese zeigen jedoch nur einen Ausschnitt der Realität.
Konkret weiß niemand, wie viele Kinder auf dem afrikanischen Kontinent tatsächlich als Kindersoldaten und Kindersoldatinnen ausgebeutet werden. Aus einem UN-Bericht geht hervor, dass 2024 in der Zentralafrikanischen Republik 331 Kinder (238 Jungen und 93 Mädchen) von bewaffneten Gruppen rekrutiert wurden. 296 wurden für Kampfhandlungen missbraucht. In der Demokratischen Republik Kongo wurden 2.365 Kinder (1.651 Jungen und 714 Mädchen) von den bewaffneten Gruppen eingesetzt. In Mali waren es 285 Kinder (264 Jungen und ein Mädchen). Die Dunkelziffer wird deutlich höher sein.
Vermutlich gibt es Kindersoldat*innen, seit es Kriege gibt. Auch in Deutschland wurden zum Beispiel während der Endphase des Zweiten Weltkriegs Jugendliche eingesetzt. Zeitzeugen berichten, dass sie in kurzen Schießlehrgängen ausgebildet, mit dem nötigsten eingekleidet worden und in die Frontgebiete geschickt worden sein.
* Dieser Beitrag erschien zuerst am 16.04.2015. Wir aktualisieren ihn für Sie regelmäßig mit den neuesten verfügbaren Zahlen, Infos, Fotos und Geschichten. An dieser Aktualisierung hat Sandra Redegeld mitgearbeitet.
