
Zentralafrikanische Republik: Hunger und Krieg bedrohen die Kinder
Das Wichtigste in Kürze
- Die humanitäre Lage in der Zentralafrikanischen Republik ist katastrophal. Gewalt, Hunger und Krankheiten bedrohen das Leben der Kinder.
- Millionen Kinder sind auf der Flucht. Hunderttausende sind mangelernährt und von extremer Gewalt traumatisiert.
- UNICEF hilft Kindern vor Ort mit Spezialnahrung, sauberem Wasser und Impfstoffen.
Aktuelle Situation in der Zentralafrikanischen Republik: Zehntausende Kinder in Lebensgefahr
In ihrem Krankenhausbett in der Zentralafrikanischen Republik greift die kleine Grace nach ihrer Mutter Gracia. Das zehn Monate alte Mädchen ist schwer mangelernährt und so geschwächt, dass es Spezialnahrung über eine Nasensonde bekommt. Wie Grace geht es Hunderttausenden Kindern in der Zentralafrikanischen Republik. Hunger, Vertreibung und Gewalt bedrohen ihr Leben.
Seit 2013 tragen verschiedene Rebellengruppen in der Zentralafrikanischen Republik immer wieder blutige Konflikte aus. Häuser, Schulen und Gesundheitseinrichtungen werden im Zuge der Auseinandersetzungen zerstört, Frauen und Kinder werden verletzt oder getötet. Zudem zwingen die bewaffneten Gruppen Tausende Kinder, sich als Kindersoldat*innen an den Kämpfen zu beteiligen. Weit mehr als eine Million Menschen sind vor der Gewalt im eigenen Land geflohen (Stand: 2025). Weil sie ihre Felder nicht mehr bewirtschaften können, verlieren sie ihre Lebensgrundlage und haben nicht genug Geld, um Lebensmittel zu kaufen.
Fast zweieinhalb Millionen Menschen in der Zentralafrikanischen Republik brauchen dringend humanitäre Hilfe – darunter mehr als eine Million Kinder (Stand: Juni 2025). UNICEF ist vor Ort, um die Kinder zu schützen und um sie und ihre Familien mit dem Nötigsten zu versorgen.

Bild 1 von 3 | Im Gesundheitszentrum in Nola werden Kinder auf Mangelernährung untersucht und medizinisch versorgt. In der Nähe wurde ein neuer Brunnen gebaut, sodass die Gesundheitshelfer*innen jederzeit sauberes Wasser für die Patientenversorgung haben.
© UNICEF/UNI704557/Simkin
Bild 2 von 3 | Im Gesundheitszentrum in Nola werden Kinder auf Mangelernährung untersucht und medizinisch versorgt. In der Nähe wurde ein neuer Brunnen gebaut, sodass die Gesundheitshelfer*innen jederzeit sauberes Wasser für die Patientenversorgung haben.
© UNICEF/UNI784064/Vigné
Bild 3 von 3 | Viele Kinder in der Zentralafrikanischen Republik werden von den bewaffneten Gruppen über Jahre als Kindersoldat*innen missbraucht. UNICEF setzt sich dafür ein, die traumatisierten Kinder aus der Gewalt der Gruppen zu befreien und hilft ihnen, in ein normales Leben zurückzufinden.
© UNICEF/UNI864113/anonymous
Diese Hilfsgüter helfen hungernden Kindern in der Zentralafrikanischen Republik
So helfen wir Kindern in der Zentralafrikanischen Republik gegen den Hunger
Spezialnahrung gegen Mangelernährung: Wir untersuchen Kinder auf Mangelernährung und versorgen sie mit nährstoffreicher Spezialnahrung wie Erdnusspaste, damit sie schnell wieder zu Kräften kommen.
Impfungen und medizinische Hilfe: Wir impfen Kinder gegen lebensgefährliche Infektionskrankheiten wie Polio (Kinderlähmung) oder Mpox (Affenpocken). Kinder, die zum Beispiel an Cholera oder Malaria erkrankt sind, bekommen in den von UNICEF unterstützten Gesundheitszentren medizinische Hilfe. Auch Schwangere und stillende Mütter bekommen Unterstützung in den Zentren.
Sicheres Wasser: Wir unterstützen Partnerorganisationen, die vor Ort Brunnen bauen. Zudem liefern wir sauberes Trinkwasser in abgelegene Gebiete und bauen Sanitäranlagen, damit sich die Familien durch grundlegende Hygienemaßnahmen vor Krankheiten schützen können.
Bildung: Wir unterstützen den Bau von Schulen in der Zentralafrikanischen Republik, richten einfache Lernräume ein und stellen Schulmaterialien zur Verfügung, damit mehr Kinder eine Grundbildung bekommen.
Spielzentren für Kinder: In Flüchtlingslagern richten wir kinderfreundliche Bereiche ein. Dort können die Kinder in einem geschützten Raum spielen, aber zum Beispiel auch in Ruhe für die Schule lernen.
Kinderschutz: Mehrere Tausend Kindersoldat*innen wurden mit Unterstützung von UNICEF bereits aus bewaffneten Gruppen befreit. Wir versuchen, sie zu ihren Familien zurückzubringen und helfen ihnen, wieder in ein normales Leben zurückzufinden. So können sie wieder zur Schule gehen und ihre schlimmen Erlebnisse nach und nach hinter sich lassen.
Hintergrundinfos: Häufige Fragen und Antworten zur Hungerkrise in der Zentralafrikanischen Republik
Die Menschen in der Zentralafrikanischen Republik flüchten hauptsächlich wegen der immer wieder aufflammenden Kämpfe zwischen den verschiedenen Rebellengruppen und dem Militär des Landes. Die Menschen leben in ständiger Furcht vor gewalttätigen Übergriffen und verlassen ihr Zuhause, um ihr Leben und das ihrer Kinder zu schützen. Auch in den benachbarten Ländern wie dem Tschad, dem Sudan und Südsudan gibt es bewaffnete Konflikte – zum Teil fliehen die Menschen von dort ebenfalls in die Zentralafrikanische Republik.
Die anhaltende Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik hat verschiedene Ursachen: Verschiedene Gruppen kämpfen um wertvolle Bodenschätze wie Gold, Diamanten, Uran und andere Rohstoffe. Eine instabile Regierung und ethnisch-konfessionelle Konflikte zwischen Christen und Muslimen führen ebenfalls dazu, dass verschiedene Gruppierungen sich seit über einem Jahrzehnt gegenseitig bekämpfen.
Die Zentralafrikanische Republik ist trotz reicher Vorkommen an Gold, Diamanten, Uran und Erdöl eines der ärmsten Länder der Erde: Rund 70 Prozent der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Viele der Bodenschätze werden von Eliten oder Rebellengruppen kontrolliert. Die Erträge kommen daher nicht dem Land oder seiner Bevölkerung zugute, sondern fließen häufig ins Ausland. Dazu kommt: Aufgrund der Gewalt sind fast eineinhalb Millionen Menschen in der Zentralafrikanischen Republik auf der Flucht, weshalb Landwirtschaft und Handel vielerorts brachliegen.
Die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder leidet unter der Mangelernährung – viele von ihnen sind geschwächt, lernen langsamer und sind anfälliger für Krankheiten wie Masern oder Durchfall. Ihre Körper haben solchen Erkrankungen kaum etwas entgegenzusetzen, sodass selbst vermeintliche „Kinderkrankheiten“ lebensbedrohlich sein können.
Viele Menschen mussten auf der Flucht vor der Gewalt ihre Landwirtschaft und ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen und haben nun keine Möglichkeit mehr, sich zu ernähren. Neben dem Hunger sind auch Krankheiten eine ernsthafte Gefahr für die Kinder: Viele Familien in der Zentralafrikanischen Republik haben kein sicheres Trinkwasser. Als Folge von Überschwemmungen sind offene Wasserstellen und Brunnen häufig mit Bakterien belastet, sodass sich Krankheiten wie Cholera schnell ausbreiten können. Durch die fehlende Gesundheitsversorgung im Land kommt es auch immer wieder zu Ausbrüchen vermeidbarer Krankheiten wie Masern, Polio, Ebola und Mpox. Ohne Impfungen und Medikamente können Kinder an diesen Krankheiten sterben.
UNICEF hilft Kindern in der Zentralafrikanischen Republik mit Impfungen und Medikamenten gegen Krankheiten wie Polio, Masern oder Mpox. Wir versorgen akut mangelernährte Kinder mit therapeutischer Nahrung und liefern sicheres Trinkwasser in Gebiete, in denen Wassermangel herrscht.

Bild 1 von 3 | UNICEF und Partnerorganisationen bohren Brunnen und reparieren Wasserleitungen, damit Kinder sauberes Trinkwasser haben und sich durch Händewaschen vor Krankheiten schützen können.
© UNICEF/UNI784127/
Bild 2 von 3 | Viele Kinder mussten vor Gewalt oder Überschwemmungen aus ihrem Zuhause fliehen. In improvisierten Klassenräumen haben sie die Möglichkeit, wieder zu lernen.
© UNICEF/UNI784039/Vigné
Bild 3 von 3 | Helfen Sie mit, damit die Kinder sicher und gesund aufwachsen können. Jede Spende hilft!
© UNICEF/UNI784106/
Warum UNICEF?
Sie fragen sich, warum Sie für UNICEF spenden sollten? Ganz einfach:
Ihre Spende ermöglicht uns, Kinderleben zu verändern – mit Impfungen und Medikamenten gegen lebensbedrohliche Krankheiten, mit therapeutischer Nahrung, mit Zugang zu sauberem Trinkwasser, Bildung und weiteren Angeboten, die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen. Sie spenden, damit Kinder wie Noor und Ashadia in Bangladesch dringend benötigte Impfungen bekommen, sauberes Trinkwasser haben und regelmäßig zur Schule gehen können.
Seit 1946 setzen sich die Helfer*innen von UNICEF für Kinder in Not ein – mittlerweile in mehr als 190 Ländern auf der ganzen Welt. Unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Religion setzen wir uns für die Rechte von Kindern ein und unterstützen Kinder in Not. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Organisationen erreichen wir die Kinder schnell und können nachhaltig helfen.
UNICEF gibt es seit 80 Jahren. Im Laufe unserer Arbeit als Hilfsorganisation haben wir große logistische Erfahrung und ein weltumspannendes Hilfsnetzwerk aufgebaut. Dazu zählen nicht nur unsere Warenlager mit Hilfsgütern in Kopenhagen und anderen Ländern, sondern auch weit über tausend Mitarbeitende weltweit, die sicherstellen, dass Kinder in Not innerhalb von 72 Stunden Hilfe bekommen – in jedem Winkel der Erde.
Wir halten unsere internen Kosten so gering wie möglich, von Verwaltung über Reisekosten bis hin zu Honoraren und Spendenwerbung. Auf diese Weise können knapp 80 Prozent Ihrer Spende direkt in den Projektländern eingesetzt werden. Den Einsatz von Spenden legen wir in unserem Transparenzportal detailliert offen.
In unserem jährlichen Geschäftsbericht dokumentieren wir genau, wie viele Spenden wir bei UNICEF Deutschland erhalten haben und wie diese eingesetzt worden sind, um notleidenden Kindern weltweit zu helfen. Neben den Ausgaben für unsere Hilfsprojekte können Sie dort auch unsere internen Kosten detailliert nachvollziehen. Unser verantwortungsvoller Umgang mit Spenden wird seit vielen Jahren durch das DZI-Spendensiegel bestätigt.
Gemeinsam helfen verbindet: Die deutsche UNICEF-Gemeinschaft besteht nicht nur aus mehr als 300.000 regelmäßigen Spenderinnen und Spendern, sondern auch aus Hunderttausenden Einzelspenderinnen und -spendern, ehrenamtlich Engagierten in lokalen UNICEF-Gruppen und Prominenten, die sich für UNICEF engagieren. Sie alle tragen dazu bei, Kinderleben zu verändern.

UNICEF: Seit Jahrzehnten sind wir für Kinder im Einsatz, weltweit in über 190 Ländern.
© UNICEF/UNI610093/Dejongh