Afghanistan: Geburtshilfe rettet Neugeborene und ihre Mütter

AFGHANISTAN: GEBURTSHILFE RETTET NEUGEBORENE UND IHRE MÜTTER

GLÜCK IST EIN BABY, DAS LEBT

„Die Freude nach einer Geburt ist international“, schreibt Maria von Welser in ihrem Reisetagebuch aus Afghanistan. Eine junge Mutter hat sie vor lauter Glück über ihr drei Stunden altes Mädchen spontan umarmt; etwas, das afghanische Frauen sonst nicht tun. Maria von Welser, Journalistin und stellvertretende Vorsitzende von UNICEF, hat die junge Frau vor einer Frauenklinik in Kabul getroffen.

Das überwältigende Glück, ein gesundes Neugeborenes im Arm zu halten und es gesund aufwachsen zu sehen, ist vielen Frauen in Afghanistan verwehrt: Jedes siebte Kind in Afghanistan erlebt nicht einmal seinen fünften Geburtstag, oft sterben die Mädchen und Jungen bereits in den ersten Lebensmonaten. 85 Prozent der Mütter bringen ihre Kinder zu Hause zur Welt, mit allen tödlichen Risiken, die eine Geburt fernab von Hebammen und Hygiene birgt.

UNICEF macht lebensrettende Geburtshilfe auch für Mütter in entlegenen Gegenden zugänglich – zum Beispiel durch die Ausbildung von Hebammen. So stehen heute schon in mehr Gesundheitsstationen als früher weibliche Geburtshelfer zur Verfügung.

Helfen Sie jetzt und schützen Sie Neugeborene und ihre Mütter in Afghanistan – danke!

Schwangerschaft und Geburt sind in Afghanistan ein tödliches Risiko

Die Männer in ihrer Gemeinde überzeugt sie mit Bilderbüchern. Mit Hilfe der einfachen Zeichnungen erklärt die 39-jährige Rogol, warum es für Frauen und Babys wichtig ist, in einer sauberen Umgebung zu gebären. Rogol ist eine Gesundheitshelferin, die UNICEF ausgebildet hat. Lesen und schreiben kann sie nicht. Aus eigener Erfahrung überzeugen schon: Sie selbst hat acht Babys verloren, jeweils kurz nach der Geburt.

Afghanistan: Gesundheitshelferin rettet Leben

Gesundheitshelferin Rogol hat selbst acht Kinder verloren. Jetzt klärt sie Familien über hygienische Geburten auf.
© UNICEF

Rogols Geschichte ist charakteristisch für die Probleme der Frauen in Afghanistan: Als Rogol schwanger war, wollte sie zu einem Arzt gehen. Doch Familie und Tradition sagten: Kein fremder Mann darf sie berühren. Stattdessen verbannte die Schwiegermutter sie zum Gebären in den Stall. „Überall Dreck, Abfälle und Tiere“, erinnert sich Rogol. Die traurige Folge: ihre Babys infizierten sich, vermutlich mit Tetanus, und starben schnell.

Erst als UNICEF in der nahen DehNow-Klinik ein Frauenprojekt einrichtete, konnte Rogol ihre Familie überzeugen, dass Geburtshilfe Leben und Ehre schützen kann. Hier wurde sie gegen Tetanus geimpft, ein Schutz, der sich für die ersten zwei Monate auch auf Neugeborene überträgt. Alle ihre fünf nächsten Babys überlebten. Rogol sagt den Männern auch: „Nicht nur Babys, auch 60 afghanische Frauen sterben täglich an Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt. Ihr könnt das ändern!“

Afghanische Frauen brauchen verlässliche Geburtshilfe

95.000 afghanische Frauen erreicht UNICEF mit Ihren Spenden

Mit Ihrer Hilfe will UNICEF Mütter und Babys in den besonders benachteiligten Provinzen Daikundi, Kandahar, Laghman und Bamyan erreichen.

  • Ausbildung von Gesundheitshelferinnen
    UNICEF bildet in den Dörfern 7.000 Gesundheitshelferinnen und -helfer aus. Sie untersuchen werdende Mütter und achten auf Warnsignale, etwa auf Blutungen. Sie betreuen Geburten und sorgen dafür, dass die Nabelschnur richtig desinfiziert wird. Müttern im Wochenbett helfen sie beim Stillen und erklären, warum Muttermilch für die ersten sechs Monate die einzig sichere Nahrung für Babys ist.
  • Mobile Gesundheitsteams
    Die Helferinnen arbeiten eng mit den jeweils nächsten Gesundheitsstationen zusammen. Mobile Gesundheitsteams mit Fachpersonal kommen in die Dörfer und führen gemeinsam mit den Helfern „Gesundheitstage“ durch. Sie informieren über die Betreuung Schwangerer, über Gesundheit und Hygiene. Schwer kranke oder mangelernährte Kinder bringen sie in die nächste Gesundheitsstation.
  • Schulung für Risikogeburten
    UNICEF bereitet Fachpersonal in medizinischen Einrichtungen zusätzlich auf Risikogeburten vor. Sie lernen, schwere Komplikationen rechtzeitig zu erkennen und im Notfall einen Kaiserschnitt durchzuführen.

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