
Bangladesch: Kinder vor giftigem Trinkwasser schützen
Das Wichtigste in Kürze
Viele Menschen in Bangladesch holen ihr Trinkwasser aus Brunnen – aber oft ist dieses Wasser massiv mit Arsen belastet.
Das vergiftete Wasser macht Kinder und ihre Familien krank – jedes Jahr sterben Zehntausende durch Arsen im Wasser.
UNICEF unterstützt vor Ort den Bau arsenfreier Tiefbrunnen und klärt die Menschen über sicheres Wasser und Hygieneregeln auf.
Aktuelle Situation in Bangladesch
Endlich hat Umme Kulsuma jederzeit sicheres Wasser. Die 15-Jjährige musste Abend für Abend weit laufen, um Trinkwasser für ihre Familie zu holen – für die Hausaufgaben blieb kaum Zeit. Viele ältere Brunnen in Bangladesch sind nicht tief genug – und bergen daher eine tödliche Gefahr: Ihr Wasser enthält Arsen, das Vergiftungen verursacht. Arsen kommt natürlicherweise in den oberen Gesteinsschichten im Boden von Bangladesch vor. Vielerorts liegt der Arsengehalt bei 50 Mikrogramm pro Liter (µg/l) – fünfmal so viel wie der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegte Grenzwert. Mehr als zehn Prozent der Grundwasserquellen in Bangladesch sind mit Arsen kontaminiert.
Die Menschen können das Gift nicht sehen, nicht riechen oder schmecken – aber mit jedem Schluck Wasser gelangt es in ihren Körper. Rund 20 Millionen Menschen in Bangladesch nutzen mit Arsen vergiftetes Wasser. Das Gift tötet jedes Jahr Zehntausende Menschen. Schon Babys im Mutterleib sind durch Arsen bedroht. Und es ist nicht die einige Gefahr, die vom Trinkwasser ausgeht. Immer wieder werden Brunnen verunreinigt, weil zum Beispiel Abwässer unkontrolliert ins Grundwasser fließen.
UNICEF engagiert sich vor Ort in Bangladesch, um die Menschen über Arsen im Trinkwasser zu informieren und ihnen Zugang zu sicherem Wasser zu ermöglichen. Unsere Partnerorganisationen bohren mit unserer Unterstützung Tiefbrunnen, die arsenfreies Wasser fördern, und installieren Aufbereitungsanlagen für Regenwasser. Helfen auch Sie, damit keine Kinder in Bangladesch an vergiftetem Trinkwasser sterben.

UNICEF unterstützt den Bau von Tiefbrunnen, die arsenfreies Wasser liefern. In Überschwemmungsgebieten bauen unsere Partnerorganisationen mit unserer Unterstützung Brunnen auf erhöhten Plattformen, damit die Menschen jederzeit sicheres Wasser bekommen.
© UNICEF/UNI838976/SatuSpenden Sie für sicheres Wasser und Hygiene in Bangladesch
So schützen wir Kinder vor Arsen im Wasser
In Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen und mit der Regierung bohrt UNICEF in Bangladesch sehr tiefe Brunnen, deren Wasser aus Schichten unterhalb der mit Arsen belasteten Gesteinszonen stammt. So erhalten Dörfer, in denen Menschen bisher an kontaminiertem Wasser schwer erkrankten oder starben, Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Entscheidend für die Gesundheit der Menschen ist die Aufklärung: In Schulen und Dorfgemeinschaften lernen Kinder und Erwachsene, warum die neuen Brunnen lebenswichtig sind und warum ausschließlich dieses Wasser zum Trinken, Bewässern und Waschen genutzt werden sollte.
Tausende Menschen erhalten dadurch erstmals Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Mitarbeiter*innen von UNICEF unterstützen die Menschen in den Dörfern zudem dabei, eigenständig regelmäßige Kontrollen durchzuführen und die Anlagen instand halten zu können.
Aufklärung: Wir informieren die Menschen in Bangladesch über die Gefahr von Arsen im Trinkwasser und zeigen ihnen, wie sie die Wasserqualität testen und andere auf die Gefahr durch Arsen aufmerksam machen können.
Tiefbrunnen: Unsere Partnerorganisationen bohren mit unserer Unterstützung Brunnen in 250 Metern Tiefe, die sicheres Grundwasser fördern. Mit diesen Brunnen und Aufbereitungsanlagen für Regenwasser ermöglichen wir Tausenden Menschen Zugang zu arsenfreiem Wasser.
Sanitäranlagen: Wir installieren Latrinenanlagen in Schulen und zeigen Schülerinnen und Schülern die wichtigsten Hygieneregeln. Auch in den Dörfern der Kinder bauen wir einfache Sanitäranlagen an leicht zugänglichen Orten, damit mehr Menschen eine grundlegende Sanitärversorgung erhalten.
Mit Ihrer Hilfe wird das Brunnenprogramm in Bangladesch weiter ausgebaut, denn noch sind zu viele Kinder durch das Gift im Trinkwasser gefährdet und auf Unterstützung angewiesen. Helfen auch Sie mit Ihrer Spende!

Mit Tiefbrunnen und Aufbereitungsanlagen für Oberflächenwasser hilft UNICEF, dass mehr Kinder in Bangladesch sicheres Wasser trinken können und gesund bleiben.
© UNICEF/UNI825480/Imtiaz Mahbub MumitHintergrundinfos: Häufige Fragen und Antworten zu vergiftetem Trinkwasser in Bangladesch
Das Arsen ist natürlicherweise im Sedimentgestein im Erdreich von Bangladesch enthalten. Durch natürliche geologische Prozesse löst das Grundwasser das Gift aus den Gesteinsschichten. Viele ältere Brunnen in Bangladesch sind nicht tief genug gebohrt worden: So zapfen sie das arsenhaltige Grundwasser an, das bei Menschen schwere Vergiftungserscheinungen hervorruft.
Eine Arsenvergiftung durch Trinkwasser zeigt sich zuerst durch akute Magen-Darm-Beschwerden. Bei einer regelmäßigen Aufnahme des Giftes kommt es Schwäche und Nervenschäden, Hautveränderungen und Haarausfall. Auch Organ- und Gefäßschäden sowie ein erhöhtes Krebsrisiko zählen zu den Folgen. Gerade bei Kindern kann eine langfristige Aufnahme von Arsen zudem die geistige Entwicklung beeinträchtigen. Wenn eine Arsenvergiftung nicht rechtzeitig erkannt wird, endet sie schließlich bei vielen Menschen tödlich.
Die Aufnahme von Arsen mit dem Trinkwasser führt zu einer chronischen Vergiftung, die Herz- und Lungenerkrankungen, Krebserkrankungen und Hautkrankheiten verursachen kann. Bleibt die Arsenvergiftung unentdeckt, endet sie in vielen Fällen tödlich – insbesondere bei ohnehin geschwächten und mangelernährten Kindern.
Durch fehlgeleitete Abwässer und Überschwemmungen verbreiten sich zudem immer wieder Krankheitserreger im Wasser. Um an sauberes Wasser zu gelangen, müssen viele Familien täglich weite Wege in Kauf nehmen. Dies ist überwiegend die Aufgabe der Frauen und Mädchen. Tag für Tag sind sie eine Stunde oder länger unterwegs, um Wasser zu holen – Zeit, die vor allem den Mädchen fehlt, um zu spielen oder zu lernen.
Arsen ist kein Bakterium, daher kann man es nicht durch Abkochen des Wassers entfernen. Um das Gift aus dem Wasser zu bekommen, sind spezielle Filteranlagen nötig. Einfacher ist es aber, tiefere Brunnen zu bohren, die Grundwasser von unterhalb der arsenhaltigen Schichten fördern.
Die höher liegenden Gesteinsschichten in Bangladesch enthalten mehr Arsen als tiefere Schichten. Daher unterstützen wir Partnerorganisationen in Bangladesch, die besonders tiefe Brunnen in 250 Metern Tiefe bohren. Sie liefern sicheres Trinkwasser für Kinder und ihre Familien. Als weitere sichere Wasserquellen installieren wir Anlagen zum Auffangen und Aufbereiten von Regenwasser.

Nur mit sauberem Trinkwasser haben die Kinder Bangladeschs die Chance auf eine gesunde Zukunft. Helfen Sie mit Ihrer Spende!
© UNICEF/UNI701277/RasnatWarum UNICEF?
Sie fragen sich, warum Sie für UNICEF spenden sollten? Ganz einfach:
Ihre Spende ermöglicht uns, Kinderleben zu verändern – mit Impfungen und Medikamenten gegen lebensbedrohliche Krankheiten, mit therapeutischer Nahrung, mit Zugang zu sauberem Trinkwasser, Bildung und weiteren Angeboten, die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen. Sie spenden, damit Kinder wie Noor und Ashadia in Bangladesch dringend benötigte Impfungen bekommen, sauberes Trinkwasser haben und regelmäßig zur Schule gehen können.
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Wir halten unsere internen Kosten so gering wie möglich, von Verwaltung über Reisekosten bis hin zu Honoraren und Spendenwerbung. Auf diese Weise können knapp 80 Prozent Ihrer Spende direkt in den Projektländern eingesetzt werden. Den Einsatz von Spenden legen wir in unserem Transparenzportal detailliert offen.
In unserem jährlichen Geschäftsbericht dokumentieren wir genau, wie viele Spenden wir bei UNICEF Deutschland erhalten haben und wie diese eingesetzt worden sind, um notleidenden Kindern weltweit zu helfen. Neben den Ausgaben für unsere Hilfsprojekte können Sie dort auch unsere internen Kosten detailliert nachvollziehen. Unser verantwortungsvoller Umgang mit Spenden wird seit vielen Jahren durch das DZI-Spendensiegel bestätigt.
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