Zyklon Idai: Betroffene Kinder nach den Zerstörungen durch den Wirbelsturm

Nach dem Zyklon Idai: Kinder brauchen weiter Hilfe

Mosambik: Wir helfen mit Essen, Wasser und Impfungen

Der Zyklon Idai hatte Mitte März 2019 dramatische Überschwemmungen in Mosambik, Malawi und Simbabwe mit sich gebracht. Der heftige Wirbelsturm verwüstete Städte und Orte, überflutete Straßen und Felder – und ließ zahllose zerstörte Häuser, schlammiges Wasser und weit über eine Million hilfsbedürftige Kinder zurück. 600 Menschen starben durch Idai. Mosambik traf es besonders schlimm. Nur wenige Wochen nach Idai wurde das Land im April 2019 von einem zweiten Wirbelsturm getroffen: Zyklon Kenneth.

Noch heute brauchen Hunderttausende Kinder in Mosambik Unterstützung. Wir helfen ihnen ganz konkret mit sauberem Wasser, Nahrung, Impfungen und dem Wiederaufbau von Schulen. 

Mangelernährung in Mosambik: Die Kinder brauchen Lebensmittel, um zu überleben.

Durch die zerstörten Ernten gibt es nicht genug Lebensmittel im Land. Die Folge: Viele Kinder sind mangelernährt. 

© UNICEF/UNI310181/Prinsloo

Mosambik: Herausfordernde Situation 

Auch mehr als ein Jahr nach dem Sturm und den Überschwemmungen bleibt die Situation herausfordernd. Hunderttausende Familien hatten durch Idai ihr Zuhause verloren und mussten ganz von vorne anfangen. 

Mehrere Millionen Kinder in Mosambik brauchen humanitäre Hilfe. Und die Gefahr ist groß, dass der Klimawandel erneut zu schweren Naturkatastrophen in Mosambik führt (z.B. Überschwemmungen, Dürren und Wirbelstürme).

Mangelernährung bringt Kinder in Gefahr 

Der Wirbelsturm Idai hatte unzählige Felder zerstört und ganze Ernten vernichtet. Es gibt nach wie vor viel zu wenig Lebensmittel im Land für alle. Die Nahrungsmittelknappheit wird dadurch verschärft, dass es seit Jahren immer wieder zu Dürrezeiten kommt. Zehntausende Kinder haben nicht genug zu essen. Tausende Kinder sind schwer unterernährt und sind weiter auf unsere Spenden und unsere Hilfe angewiesen (Stand: Mai 2020).

Hilfe für die Opfer des Zyklons – seit dem ersten Tag

Unsere Helferinnen und Helfer sind dank Ihrer Spenden kontinuierlich an der Seite der Kinder in Mosambik. Mit Hilfe unserer Partner vor Ort versorgen wir die mangelernährten Mädchen und Jungen mit Spezialnahrung. Schwer Hunger leidende Kinder bekommen von uns Erdnusspaste und therapeutische Spezialmilch, damit sie wieder auf die Beine kommen.

Schutz gegen Krankheiten: UNICEF impft Kinder in Mosambik

Wir schützen die Kinder auch vor Krankheiten, zum Beispiel durch Impfungen. Mehrere Tausend Menschen waren nach dem Wirbelsturm und den Überflutungen an Cholera oder anderen schweren Durchfallerkrankungen erkrankt. Deshalb haben wir große Cholera-Impfkampagnen in Mosambik durchgeführt. Hunderttausende Kinder sind nun vor der gefährlichen Infektionskrankheit geschützt. Auch gegen andere Krankheiten haben wir die Kinder geimpft, etwa gegen Polio, Masern und Röteln.

Impfungen schützen die Kinder gegen gefährliche Krankheiten.
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Mit Impfungen schützen wir die Kinder vor gefährlichen Krankheiten. Und auch, indem wir über Hygiene-Maßnahmen aufklären.

© UNICEF/UN0295301/Oatway
Eine UNICEF-Mitarbeiterin kontrolliert das Entladen eines Flugzeugs.
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Nach Naturkatastrophen brauchen die Betroffenen schnelle Hilfe. Deshalb wird der Großteil unserer Hilfsgüter per Flugzeug direkt in die Krisenregion gebracht.

© UNICEF/UN0294185/DE WET
Recht auf Gesundheit: Lebensentscheidende Cholera-Impfungen bieten Schutz.
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Auch die Impfstoffe werden bei unseren Nothilfe-Einsätzen in die Region eingeflogen. Die erste Cholera-Impf-Dosis schützt die Mädchen und Jungen für sechs Monate. 

© UNICEF/UN0295308/Oatway
Die Menschen brauchen nach den Überflutungen sauberes Trinkwasser zum Überleben.
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Wenn ein Kind an Cholera erkrankt und nicht sofort medizinisch behandelt wird, kann es innerhalb weniger Stunden daran sterben. Das größte Ansteckungsrisiko für Cholera ist verunreinigtes Trinkwasser. Sauberes Wasser ist daher jetzt lebensentscheidend.

© UNICEF/UN0294225/DE WET
In den engen Zeltstädten besteht die Gefahr von Krankheiten.
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In engen Notunterkünften ist die Gefahr, sich mit Cholera oder einer anderen Durchfallerkrankung anzustecken, besonders hoch. Umso wichtiger sind in diesen Situationen unsere Impfungen und Wasserlieferungen.

© UNICEF/UN0292277/DE WET
Wirbelsturm Idai: Sanitäre Anlagen in Notunterkunft
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Hygiene ist besonders wichtig, um Durchfallerkrankungen wie die Cholera zu verhindern. Wir sorgen deshalb für einfache Toilettenanlagen.

© UNICEF Malawi/2019/AmosGumulira

Wasser und Hygiene

Durchfallerkrankungen wie Cholera werden meistens über schmutziges Wasser übertragen. Für Kinder werden diese Krankheiten schnell lebensbedrohlich. In provisorischen Notunterkünften wie nach der Idai-Katastrophe ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch, denn hier leben viele Menschen eng zusammen. Wir helfen den Kindern, indem wir ihnen zeigen, wie sie sich am besten schützen können.

An vielen Orten waren nach der Katastrophe Wasserstellen kontaminiert und Wasserleitungen zusammengebrochen. Wir haben daher in der akuten ersten Phase große Mengen an sauberem Trinkwasser und auch Wasserreinigungs-Tabletten in die betroffenen Gebiete geliefert. Anschließend haben wir viele Wassersysteme repariert, neue Wasserstellen installiert und einfache Latrinenanlagen gebaut. 

Bildung: Kinder wieder in Mosambik in die Schulen bringen

In Mosambik, Malawi und Simbabwe hatte Idai viele Schulen zerstört. Wir helfen mit, sie zu reparieren oder neu aufzubauen, damit die Kinder wieder in die Schule gehen können. Ein geregelter Alltag hilft den Mädchen und Jungen enorm, wieder anzuknüpfen an ihr früheres Leben. Und eine gute schulische Bildung ist für die Kinder in Mosambik ohnehin unverzichtbar: Mosambik ist ein extrem armes Land, und nur mit Bildung haben die Kinder eine Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft. 

Der Grundschullehrer Remane erzählt, was der Zyklon an seiner Schule angerichtet hat und welchen Herausforderungen er jetzt gegenübersteht.

Tausende Familien haben ihr Zuhause verlassen, um dem Zyklon zu entkommen.
Tausende Familien haben ihr Zuhause verlassen, um dem Zyklon zu entkommen.
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"Ich hätte nicht gedacht, dass wir es schaffen würden", erzählt Claudete (26) über die dramatische Nacht, als der Zyklon Mosambik mit voller Wucht traf und sie mit ihren drei Kindern flüchten musste.

© UNICEF/UN0294173/DE WET
Die Flut ist zurückgegangen und hinterlässt Schlammwasser und zerstörte Gebäude.
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Tausende Familien haben durch den Sturm und die Überschwemmungen ihr Zuhause verloren. Claudete und ihre Kinder sind eine davon.

© UNICEF/UN0293273/DE WET
Mitten in der Nacht ist Claudete mit ihren drei Kindern geflüchtet.
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Was der Sturm von ihrem Zuhause übrig gelassen hat? Claudete weiß es noch nicht. "Der Wind war so stark. Alles wehte herum, und es war schwierig vorwärtszukommen." Ihre jüngste Tochter Nolita (1) haben Claudete und ihr Mann bei der Flucht getragen.

© UNICEF/UN0294174/DE WET
Tausende suchten Schutz vor dem Sturm und der Überflutung, z.B. in Schulen.
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Für die erste Zeit nach der Katastrophe hat Claudetes Familie in einer Schule in Beira einen sicheren Ort gefunden. Jetzt haben sie ein Dach über dem Kopf, und es gibt sauberes Wasser. Claudetes Kinder Margarida (7) und Pavel (5) können nun schon wieder zur Schule gehen.

© UNICEF/UN0294175/DE WET

Flucht in der Nacht: Claudetes Geschichte 

Claudete ist eine der vielen Mütter, die Hals über Kopf alles zurücklassen mussten, als Idai mitten in der Nacht auf Mosambik traf. Wie sie die Flucht gemeinsam mit ihren Kindern erlebt hat, erzählt sie in unserer Bildergeschichte.

So sah es nach Idai in Mosambik aus

Unzählige Menschen hatten durch den Sturm und die Überflutungen ihr Zuhause verloren.
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Hunderttausende Menschen in Mosambik hatten durch den Sturm und die Überflutungen alles verloren.

© UNICEF/UN0306065/Oatway
Zyklon Idai: Eine Frau mit einem Baby auf dem Arm geht durch Trümmer
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Alles zerstört: Cecilia Borges trägt ihren Sohn Fernandino Armindo durch die Trümmer ihres Dorfes in Mosambik, in dem sie vor dem Zyklon gelebt haben.

© UNICEF/UN0290284/de Wet AFP-Services
Wirbelsturm Idai in Mosambik:  Angelina Paulo mit Antonio in einer Notunterkunft
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"Plötzlich stürzte das Dach unseres Hauses ein", erzählt Angelina Paulo von dem Moment, als der Zyklon ihr Zuhause zerstörte. "Wir haben alles verloren, unser Zuhause, unsere Ernte", sagt sie. In einer Notunterkunft hat sie mit ihren Kindern Schutz gefunden.

© UNICEF Mosambik
Zyklon Idai: Ein Junge räumt Steine und Trümmer von der Straße
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Emmanuel Fransecso aus Beira in Mosambik hilft seiner Familie beim Aufräumen: Von seinem Zuhause sind nur noch Trümmer übrig. Die Hafenstadt Beira mit 500.000 Einwohnern wurde von den Überschwemmungen durch Zyklon Idai beinahe vollständig zerstört.

© UNICEF/UN0291168/de Wet AFP-Services
Zyklon Idai: Zwei Jungen stehen vor einem zerstörten Haus
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Manuel und sein Bruder Fransisco aus Beira in Mosambik. Die beiden Jungen waren nach dem Zyklon Idai obdachlos, ihr Haus wurde völlig zerstört.

© UNICEF/UN0320894/De Wet
Zyklon Idai: Eine Familie wurde obdachlos und lebt jetzt auf der Straße
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Tome Raimundo aus Beira in Mosambik füttert die kleine Teraza. Die Familie mit mehreren Kindern lebte eine Zeitlang auf der Straße, nachdem ihr Haus durch den Zyklon zerstört wurde.

© UNICEF/UN0290285/de Wet AFP-Services
Zyklon Idai: Eine Frau steht vor den Trümmern ihres Hauses
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Cecilia Antonia Santana aus der Stadt Beira in Mosambik vor einem Haufen Schutt und Trümmern. Mehr war nach den Überschwemmungen durch Zyklon Idai von ihrem Wohnhaus nicht mehr übrig.

© UNICEF/UN0291169/de Wet AFP-Services
Zyklon Idai: In Malawi sind große Gebiete überflutet
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Wasser, wohin das Auge reicht: In Malawi waren nach dem Wirbelsturm Idai große Gebiete überflutet. 

© UNICEF/UN0288660/Juskauskas, Kunje & Chipukunya

Wir setzen unsere Arbeit fort – mithilfe Ihrer Spende! 

Wir haben in Mosambik schon viel für die Kinder erreicht. Jetzt geht es für uns darum, an der Seite der Kinder zu bleiben und unsere Arbeit vor Ort fortzusetzen. Zum Beispiel, indem wir noch mehr Schulen für sie einrichten. Und auch, indem wir sie weiterhin mit Lebensmitteln und Trinkwasser versorgen und sie vor lebensgefährlichen Krankheiten schützen. 

Ein Mädchen in Mosambik kann nach dem Wirbelsturm wieder zur Schule gehen.

Wir helfen mit, die Kinder nach dem Wirbelsturm wieder zurück in die Schulen zu bringen.

© UNICEF/UN0294987/DE WET

Unser Ziel in Mosambik: Uns so gut es geht darauf vorzubereiten, wenn der nächste Zyklon oder eine andere Naturkatastrophe naht. Gemeinsam mit Ihnen können wir den Mädchen und Jungen und ihren Familien helfen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!