Die ersten drei Lebensjahre entscheiden über die spätere Entwicklung des Kindes.

FRÜHFÖRDERUNG IN BOLIVIEN: DIE ERSTEN LEBENSJAHRE ZÄHLEN

FÜR EINEN GUTEN START INS LEBEN

Geduldig stellt sie Klötzchen auf Klötzchen. Und wenn der Turm umfällt, wird das Mädchen (Foto oben) vermutlich einfach wieder von vorne anfangen. Längst nicht alle Kleinkinder in Bolivien haben wie sie die Möglichkeit, spielerisch zu lernen und sich in Ruhe auszuprobieren. Viele wachsen in einem reizarmen oder gewalttätigen Umfeld auf, in dem sie nicht gefördert werden.

Indigene Kinder in Bolivien werden oft nicht ausreichend gefördert.

Ein Mädchen in einem von UNICEF unterstützten Kinderzentrum.
© UNICEF Bolivia/2017/Paz-Soldán

Unser UNICEF-Leitspruch ist „Für jedes Kind“. Gemäß diesem Motto möchten wir auch in Bolivien allen Kindern die Möglichkeit geben, ihr Potenzial zu entwickeln und geborgen aufzuwachsen. Lassen Sie uns gemeinsam das Leben dieser benachteiligten Kinder und ihrer Familien verbessern!

Wenig Förderung durch Eltern oder Kindergärten

In Bolivien ist den meisten Eltern nicht bewusst, dass die ersten drei Lebensjahre darüber entscheiden, wie ihre Kinder später durchs Leben gehen werden. Nur wenige Eltern (30 Prozent der Mütter und 15 Prozent der Väter) lesen ihren Kindern vor, spielen, singen oder basteln mit ihnen. Ein Großteil der Mütter und Väter in Bolivien hält es für normal, Gewalt gegen ihre Kinder als erzieherisches Mittel einzusetzen.

Anders als in Deutschland besuchen viele Kinder in Bolivien keine Krippen oder Kindergärten. Der Grund: Es gibt viel zu wenige davon im Land. Bolivien ist noch dazu sehr dünn besiedelt – viele Bolivianer leben in ländlichen, sehr abgelegenen Regionen. Zur nächsten Bildungseinrichtung ist es oft zu weit. Hinzu kommt, dass viele Familien in Bolivien sehr arm sind. Und Neugeborene werden oft nicht registriert und erhalten daher keine Geburtsurkunde.

Die ersten Lebensjahre sind entscheidend

Wird es einem Kind zukünftig leicht fallen zu lernen? Und wird es selbstbewusst und offen mit neuen Situationen umgehen? Das Fundament für eine gesunde Entwicklung wird in den ersten drei Lebensjahren gelegt. Liebevolle, dem Kind zugewandte Eltern spielen dabei die größte Rolle. 

Nähe und Körperkontakt sind unendlich wichtig für eine gesunde Entwicklung des Kindes.

Dieser Vater macht es genau richtig: Er nimmt sich viel Zeit, um mit seinem Baby zu kuscheln.
© UNICEF Bolivia/2018/Duranboger

Wenn ein kleines Kind dagegen von seinen Eltern geschlagen wird und seine Eltern sich nicht spielerisch mit ihm beschäftigen, kann das dramatische Auswirkungen auf sein späteres Leben haben: Diese Kinder hinken später in der Sprachentwicklung oft hinterher, sind weniger kreativ und selbstständig und müssen in Schule und Beruf mehr kämpfen, um mitzuhalten.

So können Sie wirksam helfen 

Eine Erzieherin liest Kindern in indigener Sprache vor.

Die Kinder sollen unbedingt ihre indigene Muttersprache bewahren. Eine Erzieherin liest Kindern deshalb Geschichten in einer indigenen Sprache vor.
© UNICEF Bolivia/2018/Duranboger

15 Schulbücher zu verschiedenen Themen
1 kleines Bildungs-Paket mit Stiften, Tafel und Rucksack
1 Kindergarten-Kiste mit Spielzeug für jüngere Kinder

WIR UNTERSTÜTZEN BENACHTEILIGTE KINDER IN BOLIVIEN

Mit unserem Projekt in Bolivien wenden wir uns speziell den Kindern zu, die von frühkindlichen Bildungsangeboten ausgeschlossen sind. Und wir vermitteln Eltern, wie wichtig es ist, schon früh möglichst viel Nähe zu ihren Kindern aufzubauen. Das tun wir konkret in Bolivien:

  • Anregungen für Kinder schaffen:
    Wir unterstützen verschiedene Kinderzentren und Kindergärten in Bolivien und schulen die Mitarbeiter dieser Einrichtungen. So erreichen wir die Kinder mit altersgerechten Spiel und Kreativ-Angeboten und sorgen dafür, dass sie schon von Klein auf umfassend gefördert werden. Wir konzentrieren uns dabei besonders auf Kinder in ländlichen, abgelegenen Gebieten.
  • Eltern aufklären und stärken:
    Wir bieten spezielle Kurse für Mütter und Väter an. Darin lernen sie, wie wichtig es ist, viel mit ihren Kindern zu spielen, zu reden und zu lachen. In Workshops oder in indivuellen Beratungsterminen erfahren die Eltern auch, wie sie ihre Kinder gesund ernähren und gewaltfrei erziehen können. Zu wichtigen Themen erstellen wir Flyer für die Eltern. Genauso schulen wir andere Bezugspersonen der Kinder, zum Beispiel Erzieher oder Mitarbeiter im Gesundheitswesen.
  • Richtlinien entwickeln:
    Wir sind in Bolivien auch auf politischer Ebene aktiv und arbeiten beispielsweise mit dem Bildungsministerium zusammen. Gemeinsam entwickeln wir Richtlinien, um kleine Kinder in Bolivien besser zu fördern – damit Ärzte und Mitarbeiter in Behörden früh darauf achten, ob sich ein Kind gesund entwickelt oder ob es zum Beispiel speziellen Förderbedarf hat.
  • Vielfalt des Landes fördern: 
    In unseren Info- und Spiel-Materialien geht es auch um die sprachliche und kulturelle Vielfalt Boliviens. Wir machen den Kindern Mut, diese Vielfalt wertzuschätzen. Dazu gehört auch, dass Kinder aus indigenen Gruppen zweisprachig aufwachsen. Auch die Eltern bestärken wir darin, ihre indigenen Wurzeln zu bewahren.

Spenden für mehr Gerechtigkeit in der frühkindlichen Bildung

Wir möchten noch mehr Kinder in Bolivien mit unseren Angeboten erreichen – auch die besonders benachteiligten unter ihnen. Dafür bitten wir unsere Spender in Deutschland um Unterstützung. Mit jedem Beitrag helfen Sie mit, den Mädchen und Jungen eine gesunde und selbstbestimmte Zukunft zu bieten. Herzlichen Dank dafür!

Spenden Sie für gleiche Bildungschancen aller Kinder in Bolivien!

Die Kinder blühen sichtlich auf, wenn man sich liebevoll mit ihnen beschäftigt. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit in Bolivien mit einer Spende!
© UNICEF Bolivia/2017/Paz-Soldán

Bolivien: Allgemeine Infos

  • 11 Millionen Einwohner
  • Über 50 % der Bevölkerung gehören indigenen Völkern an
  • Ärmstes Land Südamerikas
  • Hohe Mütter- und Kindersterblichkeitsrate
  • Größtenteils sehr dünn besiedeltes Land
  • Große kulturelle und sprachliche Vielfalt: ca. 40 verschiedene indigene Gruppen und etwa 35 indigene Sprachen

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