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Fotoreportagen

Fotos: Überleben in der Dürre Madagaskars

Die UN warnen: Im Süden Madagaskars droht eine Hungersnot. Einer der Gründe für die katastrophale Situation ist die anhaltende Dürre. Unser Fotograf hat die vierjährige Anjaramee und ihre Familie besucht und die verheerenden Folgen der extremen Trockenheit auf ihr Leben festgehalten.  

Mittwoch, 30.06.2021, 09:11 Uhr

von Esther Addo  •  2 Kommentare

Anjaramee ist vier Jahre alt und sitzt auf dem Foto auf der rechten Seite ihrer Mutter Maho. Das Mädchen lebt mit neun Geschwistern in der ländlichen Gemeinde Maroalipoty im Süden Madagaskars. Es ist schwer mangelernährt und schwach. Denn es gibt nicht genug Nahrung und Trinkwasser.  

Anjaramee lebt zusammen mit ihren Geschwistern im Süden der Insel.
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In dieser Region Madagaskars hat es schon viel zu lange nicht mehr geregnet. Es herrscht Dürre. Verschärft wird die Situation durch das Wetterphänomen El Niño sowie den Südwind "Tiomena", der verheerende Auswirkungen auf die Landwirtschaft in diesem Teil der Insel hat. 

Madagaskar: Ausfallende Regenfälle führen zu großer Dürre.
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Mahos Maniokplantage wurde von dieser Mischung aus Wind und Sand zerstört. "Wir hatten seit einem Jahr keine Ernte und haben fast nichts mehr zu essen", sagt Maho, die mit ihrem elften Kind schwanger ist.

Seit einem Jahr konnte nicht mehr geerntet werden.
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Die Familie hat nur ein wenig Reis zu essen. Auch wenn sie das Wenige, was sie haben, teilen, gibt es nur eine Mahlzeit am Tag – das ist für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung eines Kindes nicht ausreichend.

>> Die UN warnen vor einer Hungersnot im Süden Madagaskars. Lesen Sie hier, was die Expert*innen befürchten.

Für die Familie gibt es nur wenig Reis.
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Dass es Anjaramee so schlecht geht liegt auch daran, dass es kein oder nicht genug sauberes Trinkwasser gibt. Wenn Kinder verschmutztes Wasser trinken, bekommen sie häufig Durchfallerkrankungen und Mangelernährung.

Sauberes Trinkwasser ist Mangelware.
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Die Familie muss sieben Kilometer weit gehen, um Wasser zu holen. Manchmal verkauft Maho das Wasser dann an Menschen in der Gegend, die nicht selbst zum Brunnen laufen können. So kann sie etwas Geld verdienen. 

Die Familie muss sieben Kilometer weit gehen, um Wasser zu holen.
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Wie Maho kommt die Mehrheit der Bevölkerung von Maroalipoty zu diesem Brunnen, um Wasser zu holen. Denn der Preis für einen 20-Liter-Wassercontainer liegt zwischen 500 und 2.000 Ariary. Das sind 0,10 – 0,50 US-Dollar. Ein Betrag, den die Menschen hier nur im alleräußersten Notfall ausgeben können. 

Die Mehrheit der Bevölkerung von Maroalipoty kommt zu diesem Brunnen.
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Menschen in anderen Gemeinden graben große Löcher, um an Wasser zu kommen. Doch das Wasser ist dreckig und sehr salzig. Es ist kaum trinkbar.

Menschen graben große Löcher um an Wasser zu gelangen.
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Jede Woche geht Maho mit ihrer Tochter Anjaramee zum Gesundheitszentrum in Maoralipoty. Dort wird das Mädchen gegen die Mangelernährung behandelt. Jeden Mittwoch gibt es hier außerdem eine Aufklärungsstunde zu gesunder Ernährung. Die Mitarbeiter*innen des Gesundheitszentrums erklären den Eltern, worauf sie achten müssen, damit ihre Kinder gesund werden und bleiben.

Im Gesundheitszentrum werden Kinder mit Mangelernährung behandelt.
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Anschließend werden Kinder wie Anjaramee gewogen und gemessen und auf Mangelernährung untersucht. Wird eine Mangelernährung festgestellt, wird das Kind sofort behandelt.

Die Kinder werden im Gesundheitszentrum gewogen und gemessen.
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Wir von UNICEF unterstützen das Gesundheitszentrum gemeinsam mit unserem Partner USAID. So bekommt Anjaramee therapeutische Spezialnahrung. "Wenn sie die Portionen so einnimmt, wie wir sie verschreiben, wird es ihr vermutlich bald besser gehen. Da bei ihr alles ohne Komplikationen verläuft, kann sie weiterhin zu Hause wohnen und nur zur Kontrolle ins Gesundheitszentrum kommen", erklärt Myriam, die Leiterin des Gesundheitszentrums. 

Dank der Spezialnahrung wird es Anjaramee bald wieder besser gehen.
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Wenn es medizinische Komplikationen gibt, werden die Kinder in das Krankenhaus der Hauptstadt der Region Ambovombe überwiesen, wo sie intensiver behandelt werden können.  

Im Krankenhaus werden Kinder behandelt, bei denen es zu Komplikationen kam.
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Hier bekommen sie Spezialmilch. Die Milch können auch Kinder zu sich nehmen, die zu schwach für feste Nahrung sind. 

Vaha Anakivoe arbeitet als freiwillige Krankenschwester in dem Krankenhaus. Sie passt auf, dass die kleinen Patienten die Spezialnahrung zu sich nehmen.

Vaha Anakivoe ist freiwillige Krankenschwester in diesem Krankenhaus.
© UNICEF/UN0406803/Andrian

Diese Hilfe ist nur möglich dank großzügiger Spenden, auch von Spenderinnen und Spendern aus Deutschland. Dank ihrer Untersützung können wir Tausende Kinder im Süden Madagaskars, deren Leben von Mangelernährung bedroht ist, behandeln. Und auch in anderen Regionen Afrikas sind wir im Einsatz, denn die Ernährungssituation ist derzeit vielerorts verheerend.

Dank der humanitären Hilfe können Tausende Kinder behandelt werden.
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Maho wird weiterhin jede Woche mit ihrer Tochter Anjaramee in das Gesundheitszentrum gehen, bis sich ihr Zustand verbessert und sie ein gesundes Gewicht erreicht hat. 

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