Kindersoldaten: Zweite Chance für Kinder im Südsudan

Südsudan: Zweite Chance für Kindersoldaten

"Mein Dorf hat so viel Leid erlebt...

... also schloss ich mich den Rebellen an."
Buret (Name geändert) klingt mit seinen elf Jahren wie ein kriegsmüder alter Mann, seine Augen wirken leer. Er hat im Bürgerkrieg in Südsudan Menschen sterben sehen und erschossen. Als die SSDA, eine militante Gruppe, die sich gegen Präsident Salva Kiir auflehnte, in sein Dorf kam, ging er mit ihnen. Er hoffte auf ein besseres Leben. Doch es ging ihm schlecht. Er musste weit laufen, kämpfen, wurde ausgebeutet.

"Jetzt will ich zur Schule gehen"

Kindersoldaten wie Buret werden mit Drogen und Gewalt gefügig gemacht oder durch Lügen und leere Versprechungen in die Armee gelockt. Ist ihr Wille erst einmal von roher Gewalt abgestumpft, töten und zerstören sie nahezu alles auf Befehl.

Mittlerweile ist Buret frei.
Im Übergangsheim in Gamuruk bekommt er Unterkunft und einfühlsame Beratung. Hier hat er mit Hilfe von UNICEF die Chance, dass sich sein Leben zum Guten wendet. "Ich möchte zur Schule gehen und danach denen helfen, die in einer ähnlichen Lage sind wie ich es damals war", sagt der Elfjährige über seine Zukunftswünsche.

Südsudan: Ein großer Tag – Kindersoldaten legen ihre Waffen nieder

Südsudan: Ein ehemaliger Kindersoldat bei seiner Freilassungszeremonie.
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Der 17. April 2018 war ein großer Tag für den 13-jährigen Jackson (Name zu seinem Schutz geändert). In einer feierlichen Zeremonie wurde er an diesem Tag offiziell aus der Soldaten-Gruppe entlassen, in der er als Kindersoldat missbraucht worden war.

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Auch Ganiko war Kindersoldat - jetzt hat er seine Waffe niedergelegt.
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Der zwölfjährige Ganiko (Name geändert) und Jackson hatten sich innerhalb der Rebellengruppe kennengelernt. Die Beiden waren schnell beste Freunde geworden. Jetzt machen Ganiko und Jackson einen großen Schritt in ein neues Leben.

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Niedergelegte Waffen von ehemaligen Kindersoldaten im Südsudan
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Kaum vorstellbar, dass diese brutalen Gewehre noch vor Kurzem von Kindern und Jugendlichen getragen und genutzt wurden. Im April 2018 haben über 200 Jungen und Mädchen im Südsudan diese Waffen gemeinsam niedergelegt.

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Kinder kehren Waffen den Rücken zu.
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UNICEF hat lange mit den Konfliktparteien verhandelt, um die Freilassung der Kinder zu ermöglichen. Mit einem umfassenden Reintegrations-Programm begleitet UNICEF die freigelassenen Mädchen und Jungen auch nach der Freilassung noch.

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Kinder im Südsudan tragen bunte UNICEF-Rucksäcke.
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Die Kinder und Jugendlichen erhalten von UNICEF zum Start in ihr neues Leben ein Paket mit lauter nützlichen Dingen: Kleidung, Decken, Besteck, Seife, ein Moskitonetz - und diese knalligen UNICEF-Rucksäcke.

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Ganiko und Jackson können bald wieder zur Schule gehen.
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UNICEF hilft den Kindern, in ihre Familien zurückzukehren, zur Schule zu gehen und eine Ausbildung zu machen. Mit jeder Spende tragen Sie dazu bei, dass Kinder wie Ganiko und Jackson eine neue Chance erhalten. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit!

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Gemeinsam haben wir mehrere Tausend Kinder befreit

Buret und 230 weitere Kindersoldaten waren im Jahr 2015 in Yonglei, Südsudan freigekommen. Manche von ihnen hatten seit vier Jahren gekämpft. Insgesamt wurden bis dahin rund 3.000 kämpfende Mädchen und Jungen befreit – das haben UNICEF und seine starken Partner erfolgreich verhandelt.

Auch 2018 sind dank der Arbeit von UNICEF bereits ca. 500 Kindersoldaten im Südsudan freigelassen worden. Während einer feierlichen Entlassungszeremonie legten sie ihre Waffen nieder und tauschten ihre Uniformen gegen Zivilkleidung. Unermüdlich arbeitet UNICEF weiter daran, die Freilassung weiterer Kindersoldaten zu ermöglichen.

Denn kein Kind sollte jemals eine Waffe tragen und kämpfen müssen!