Eine UNICEF-Mitarbeiterin unterhält sich intensiv mit einem Jungen.

Spenden für den Libanon: Helfen Sie Kindern in Beirut

Nach Explosionen: Kinder brauchen weiter Hilfsgüter und psychosoziale Betreuung

Am 4. August haben zwei Explosionen in der libanesischen Hauptstadt Beirut enorme Zerstörung angerichtet. Häuser stürzten in sich zusammen, die Druckwelle der Detonation ließ Fensterscheiben bersten. Der Hafen und weitere Stadtviertel lagen in Trümmern. Unsere UNICEF-Kollegen vor Ort schätzen, dass 300.000 Menschen obdachlos geworden sind, darunter 100.000 Kinder.

Auch mehrere Monate nach der Explosion brauchen die Kinder weiter dringend Hilfe. "Die Kinder und ihre Eltern psychosozial zu unterstützen, ist der entscheidende Schritt, um ihnen beim Wiederaufbau ihres zerstörten Lebens zu helfen", sagte Yukie Mokuo, Landeskoordinatorin für UNICEF im Libanon. "Wir müssen ihre Zukunft im Blick haben und sicherstellen, dass sie psychosoziale Hilfe bekommen, um die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Ebenso wichtig ist der Zugang zu Bildung."

So hilft UNICEF mit Ihrer Spende nach der Explosion in Beirut

"Unsere Nothilfe in Beirut während der ersten Zeit war schnell und hat viele Leben gerettet", sagte Mokuo. „Wir können uns jedoch nicht ausruhen, denn die Bedürfnisse der Kinder bleiben akut", sagte UNICEF-Repräsentantin Mokuo im November. Die Mädchen und Jungen brauchen weiter dringend Unterstützung.

Diese Hilfsmaßnahmen sind dank Ihrer Unterstützung möglich

UNICEF liefert Medikamente, medizinisches Gerät sowie Masken, Handschuhe und Schutzkleidung gegen das Coronavirus.

Wir haben Tetanus-Impfungen für Tausende Verletzte bereitgestellt. Zudem haben wir dabei geholfen, Impstoffe aus beschädigten Lagern zu bergen und sicher und kühl in neue Lager zu transportieren.

Mit Unterstützung unserer Partner betreuen speziell geschulte Helfer traumatisierte Kinder. Viele Kinder leiden unter Angst und können auch Monate nach der Katastrophe nicht ruhig schlafen.

Wir verteilen Trinkwasser an Familien und auch an die Helfer. Gemeinsam mit Partnern haben wir mehr als 1.000 Gebäude wieder an das öffentliche Wassersystem angeschlossen und fast 5.000 Wassertanks installiert. 

Wir verteilen Hygieneartikel an Mädchen. Eltern von Babys erhalten von uns Hygienesets und Pflegeartikel für ihre Kinder.

Wir analysieren die Schäden an Schulen und unterstützen die Reparatur oder den Wiederaufbau.

Wenige Stunden nach der Explosion hat unser Team zudem geholfen, eine stark beschädigte Kinderklinik zu evakuieren und Neugeborene in Sicherheit zu bringen.

Ein Mädchen im Libanon sitzt mit einer UNICEF-Helferin draußen an einem Arbeits- und Maltisch.
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Die körperlichen Wunden sind größtenteils verheilt, aber die seelischen Wunden bleiben. Psychosoziale Hilfe ist unser wichtigstes Mittel, um den Kindern zu helfen, ihre Traumata zu verarbeiten.

© UNICEF/UN0360084/Choufany
Libanon: Eine bei der Explosion in Beirut zerstörte Kinderklinik
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Das Karantina-Krankenhaus im Hafenviertel wurde bei der Explosion beschädigt. Das UNICEF-Team half, Neugeborene und Kleinkinder in andere Kliniken zu verlegen.

© UNICEF/UNI356606/Choufany
Libanon: Nach der Explosion in Beirut helfen Jugendliche beim Aufräumen
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Viele Jugendliche packten mit an und halfen beim Aufräumen in der Stadt. Auch Jugendliche aus UNICEF-Programmen waren dabei.

© UNICEF/UNI356995/Haidar
Libanon: Nach der Explosion in Beirut räumt ein UNICEF-Mitarbeiter Schutt von der Straße
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UNICEF-Mitarbeiter Viken war einer der vielen Helfer, die den Schutt von der Straße aufräumten.

© UNICEF/UNI357471/Gorriz/UN
Explosion im Libanon: Helfer installieren in Beirut Wassertanks
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Zwei Helfer installieren im Innenhof eines Hauses Trinkwassertanks. Die Explosion hat auch das Wasserversorgungssystem in Beirut stark beschädigt. Zahlreiche Häuser mussten neu angeschlossen werden.

© UNICEF/UNI362790/Kelly
Explosion in Beirut im Libanon: Ein UNICEF-Helfer verteilt Trinkwasser
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Unmittelbar nach der Katastrophe war sauberes Wasser knapp. UNICEF-Helfer lieferten deshalb ganze Lkw-Ladungen mit Trinkwasser an die Menschen.

© Twitter UNICEF Lebanon
Libanon: Nach der Explosion in Beirut werden Trinkwasser und Brot verteilt
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Auch Jugendliche halfen mit, Trinkwasser und Lebensmittel zu den betroffenen Familien zu bringen.

© UNICEF/UNI356920/Choufany
Explosion in Beirut: UNICEF-Helfer kümmern sich um einen sicheren Transport von Impfstoffen
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Nachdem Impfstoffe und Medikamente aus einem beschädigten Warenlager geborgen wurden, kümmerten sich UNICEF-Helfer um den sicheren Weitertransport. 

© UNICEF/UNI356604/Choufany

Zukunft für die Kinder in Beirut: Schulen mit Spenden wiederaufbauen

Auch über 160 Schulen wurden durch die Explosion zerstört oder beschädigt. Das betrifft rund 70.000 Schülerinnen und Schüler. Es ist eines unserer Schwerpunktziele, dass die Mädchen und Jungen weiter lernen können. Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir bereits einige der zerstörten Schulen wiederaufgebaut. Auch dafür werden die Spenden aus Deutschland eingesetzt. 

Die Schule ist nicht nur wichtig, um den Kindern eine Perspektive für die Zukunft zu sichern. Sie bedeutet auch ein Stück Normalität nach der Katastrophe sowie einen sicheren Ort für die Kinder.

Explosion im Libanon: Eine zerstörte Schule in Beirut

Tische und Stühle beschädigt, der Boden übersät von den Glassplittern der Fenster: So wie auf dem Bild sah es nach der Explosion in vielen Schulen in Beirut aus.

© UNICEF/UNI360039/Kelly

Wir arbeiten weiter daran, noch mehr Schulen instandzusetzen und die Klassenräume mit Möbeln auszustatten. Die Schule muss für die Kinder unbedingt weitergehen – entweder vor Ort in den Klassenräumen oder von zuhause aus. Auch die steigenden Covid-19-Fallzahlen spielen dabei eine Rolle. Dass viele Häuser zerstört sind, Kinder also kein Zuhause und auch keinen Zugang zum Internet oder zu einem Computer mehr haben, ist dabei eine große Herausforderung.

Explosion in Beirut: Katastrophe traf Libanon inmitten von Wirtschaftskrise und Corona

Die Explosion in Beirut und die Folgen trafen eine dreifach krisengeschüttelte Bevölkerung:

  • Das Coronavirus breitet sich aus. Die Fallzahlen von Covid-19 sind auch in Beirut phasenweise sehr hoch. Viele Krankenhäuser Beiruts sind überfüllt, das Personal ist erschöpft. 
  • Es gibt eine Wirtschaftskrise: Es herrscht eine hohe Inflation und viele Familien können sich das Nötigste nicht mehr leisten. Die Preise für Lebensmittel und Unterkünfte sind seit September 2019 um 169 Prozent gestiegen. 
  • Es gibt eine Flüchtlingskrise: Der Libanon hat in den vergangenen Jahren vielen Flüchtlingen aus dem Nachbarland Syrien Zuflucht gewährt. Über eine Million Syrerinnen und Syrer leben hier in Notunterkünften und Flüchtlingscamps. Viele von ihnen sind auf Spenden und humanitäre Hilfe angewiesen.
Explosion in Beirut im Libanon: Ein Mann trägt ein verletztes Kind durch die Trümmer

Direkt nach der Katastrophe: Ein Mann trägt ein verletztes Kind durch die Trümmer in Beirut.

© picture alliance/ZUMA Press

Helfen Sie mit Ihrer Spende den Kindern in Beirut

Dank der Unterstützung aus Deutschland konnten wir direkt nach der Explosion in Beirut die Hilfe für die Kinder und Familien starten. Doch mit der akuten Nothilfe unmittelbar nach der Katastrophe ist es nicht getan – die Kinder und ihre Familien werden noch über Monate Hilfe brauchen.

Und nicht nur die Mädchen und Jungen in Beirut brauchen Unterstützung, sondern auch Kinder im gesamten Libanon. Nur gemeinsam können wir eine Zukunft für sie schaffen. Wir von UNICEF müssen unsere Hilfsmaßnahmen weiter verstärken. Unterstützen Sie uns dabei mit Ihrer Spende. Jeder Beitrag macht einen Unterschied. Vielen Dank!

Explosion in Beirut: UNICEF-Helferin spricht im Krankenhaus mit Kindern

Viele Kinder sind nach der Explosion traumatisiert. Sie brauchen besondere Betreuung und Zuwendung. Diese UNICEF-Helferin nimmt sich viel Zeit.

© UNICEF/UNI363575/
INFO

Explosion in Beirut trifft auch UNICEF-Mitarbeiter

UNICEF arbeitet schon viele Jahre als Kinderhilfsorganisation im Libanon. Auch unser Team in Beirut ist von den Folgen der Explosion betroffen. Ein Kollege hat seine Partnerin verloren, eine Kollegin ihren Sohn. Acht Mitarbeiter wurden verletzt, und die Wohnungen dutzender Mitarbeiter wurden beschädigt. 

Eine der Kolleginnen vor Ort ist die Schweizerin Rahel Vetsch. "Ich kann noch immer nicht fassen, was hier passiert ist, und ich glaube, das geht vielen so", sagte sie, als wir sie in Beirut erreichten. 

Im Interview gab die Nothelferin eine Einschätzung der Lage in Beirut. Sie erklärte, welche Hilfe die Kinder in der Anfangszeit nach der Explosion besonders dringend brauchten und wie die Spenden vor Ort eingesetzt werden.