
Kämpfe im Libanon bringen Kinder in Gefahr
Kinder brauchen Schutz und Hilfe
Hilfe für die Kinder im Libanon
Mit Ihrer Spende können wir die Kinder mit Hilfsgütern versorgen.
Anfang März 2026 sind die Kämpfe im Libanon erneut eskaliert. Es kommt zu heftigen Luftangriffen, bei denen Berichten zufolge durchschnittlich täglich zehn Kinder getötet und 36 verletzt werden (Stand: 9. März 2026).
Rund 700.000 Menschen sind auf der Flucht vor den Kämpfen, darunter 200.000 Kinder, und es werden stündlich mehr. Überall im Libanon wurden Notunterkünfte eingerichtet, die schon jetzt größtenteils voll belegt sind.
Durch den Krieg 2024 sind viele Häuser und wichtige Infrastruktur wie Krankenhäuser, Wassersysteme und Schulen beschädigt oder zerstört. Dies macht die Situation für die Kinder jetzt umso verzweifelter. Im ganzen Land wurden Schulen geschlossen. Eine Million Kinder können nicht mehr zur Schule gehen.
Unsere Teams sind im Einsatz, um betroffene Familien zu unterstützen. Wir versorgen Geflüchtete mit lebensrettenden Hilfsgütern und schauen vor Ort, was die Kinder in den Notunterkünften gerade am dringendsten brauchen.
Großer Bedarf an humanitärer Hilfe
In Folge der schweren Gewalt während des Konflikts 2024 hat sich die humanitäre Situation der Menschen im Libanon verschlechtert. Mehr als 4.000 Menschen sind in der Zeit ums Leben gekommen, darunter über 300 Kinder. Mehr als 1.500 Kinder wurden bei Angriffen teilweise schwer verletzt. Hunderttausende Kinder haben Angst, Gewalt und Unsicherheit erlebt und mussten mit ihren Familien flüchten. In Notunterkünften suchten sie Zuflucht vor der Gewalt.
Aufgrund der Eskalation der Gewalt konnten zwei Millionen Kinder nicht mehr zur Schule gehen. Im November 2024 wurde ein Waffenstillstand vereinbart, doch die Lage blieb fragil, und es kam immer wieder zu Verletzungen der Waffenruhe. 1,3 Millionen Kinder waren auch nach Inkrafttreten der Waffenruhe auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Bild 1 von 3 | Zeinab (12) musste schlagartig fliehen, als die Kämpfe in ihrer Heimat im südlichen Libanon im März 2026 wieder eskalierten. Jetzt ist sie in einer Schule untergekommen, die zur Notunterkunft umgewandelt wurde.
© UNICEF/UNI954889/Choufany
Bild 2 von 3 | Ali steht vor dem Haus seines Onkels, das 2024 im Krieg zerstört wurde. "Wir hörten die Bombenangriffe überall um uns herum. Mein Onkel wurde bei dem Angriff getötet", erzählt der 13-Jährige. "Früher habe ich hier in meiner Nachbarschaft schöne Tage verbracht und mit meinen Freunden gespielt."
© UNICEF/UNI753045/Ibarra Sánchez
Bild 3 von 3 | Der elfjährige Shadi steht vor einem zerstörten Haus im Süden des Libanon. Auch er hat sein Zuhause durch den Krieg 2024 im Libanon verloren.
© UNICEF/UNI753031/Ibarra Sánchez
Unsere Nothilfe für Kinder im Libanon
Gemeinsam mit unseren Partnern leisten wir Hilfe für Kinder im Libanon, die von der Gewalt und den Folgen des Krieges betroffen sind. Wir versorgen die Kinder mit lebenswichtigen Hilfsgütern. Und wir kümmern uns darum, dass Schulen wieder aufgebaut werden, Wassersysteme repariert werden und das Gesundheitssystem unterstützt wird. So helfen wir konkret:
Wasser: Die Kinder sind auf sauberes Wasser angewiesen, um gesund zu bleiben. Wir reparieren zum Beispiel beschädigte Wasserleitungen und installieren Solarpumpen und neue Wassersysteme.
Gesundheit: Unsere mobilen Gesundheitsteams stellen lebensrettende Medikamente und Impfungen für Geflüchtete bereit. Außerdem unterstützen wir die Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen.
Hygiene: Vertriebene Familien in Notunterkünften bekommen von uns Hygieneartikel wie Seife und Wassereimer.
Kleidung und Schutz vor Kälte: Wir verteilen Kleidung und Decken an die Geflüchteten und versorgen sie auch mit Schlafsäcken, Matratzen und Heizgeräten.
Psychosoziale Hilfe: In vielen Notunterkünften bietet UNICEF auch psychosoziale Unterstützung für Kinder an, damit diese ihre Erfahrungen von Flucht und Gewalt besser verarbeiten können.

Bild 1 von 4 | Die Eskalation der Kämpfe zwingt viele Familien aus dem Süden des Libanon zur Flucht. Sie suchen Zuflucht in öffentlichen Schulen, die zu Notunterkünften umgewandelt wurden. UNICEF-Teams kümmern sich dort um die geflüchteten Kinder.
© UNICEF/UNI954896/Choufany
Bild 2 von 4 | Die Geflüchteten brauchen in ihren Notunterkünften Decken, Matratzen, Wasser, Hygieneartikel und andere Hilfsgüter. UNICEF-Teams sind vor Ort und bringen die Hilfe direkt zu den Familien.
© UNICEF/UNI954882/Choufany
Bild 3 von 4 | Bei vielen Kindern führt der Krieg zu Depressionen und Angststörungen. Traumatisierte Kinder brauchen psychosoziale Hilfe durch Profis.
© UNICEF/UNI561632/Choufany
Bild 4 von 4 | UNICEF unterstützt Bildungsprogramme im Libanon und sorgt dafür, dass auch geflüchtete Kinder zur Schule gehen können. Hiyam (7) musste während der Kämpfe 2024 wochenlang zuhause bleiben. Jetzt freut sie sich, wieder zur Schule zu gehen.
© UNICEF/UNI678220/Choufany
Überblick: So hilft UNICEF Kindern im Nahen Osten
Im Libanon sind die UNICEF-Teams seit mehr als 70 Jahren im Einsatz für Kinder, unter anderem in den Bereichen Nothilfe, Bildung, Kinderschutz und psychosoziale Hilfe.
Mehr Informationen zur UNICEF-Hilfe für Kinder im Libanon erhalten Sie hier auf dieser Seite.
Seit vielen Jahren leistet UNICEF Hilfe für Kinder im Gazastreifen und im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem. UNICEF liefert unter anderem therapeutische Zusatznahrung, lebenswichtige Medikamente und Trinkwasser und stellt Bargeldhilfen für die bedürftigsten Familien bereit. Nothilfeteams leisten psychosoziale Hilfe.
Mehr über die UNICEF-Hilfe für Kinder in Gaza erfahren Sie hier.
In Israel ist UNICEF seit 2009 als eines von weltweit 33 UNICEF-Nationalkomitees aktiv. Das israelische Nationalkomitee wirbt um Unterstützung für die UNICEF-Arbeit weltweit und setzt sich für die Förderung und Sensibilisierung für Kinderrechte ein.
Mit Programmarbeit ist UNICEF in Israel aktuell nicht aktiv. Länder mit höherem Einkommen – wie Israel – sind in der Regel selbst in der Lage, die Kinder im Land angemessen zu versorgen. Aus diesem Grund gibt es keinen UNICEF-Spendenaufruf für die Kinder, die in Israel leben. UNICEF ist mit den zuständigen Stellen in Israel im Gespräch, wie UNICEF angesichts der weitreichenden Folgen des grausamen Angriffs vom 7. Oktober 2023 unterstützen kann.
UNICEF ist seit 1970 in Syrien präsent. Nach fast 14 Jahren Krieg ist die Not der Menschen dort groß. Während des Krieges in Syrien haben wir unsere Nothilfe für die Kinder ausgeweitet und sind auch nun weiter für sie im Einsatz.
Mehr über die UNICEF-Hilfe für Kinder in Syrien erfahren Sie hier.
Fest steht: Auf allen Seiten haben Kinder durch den eskalierenden Nahost-Konflikt Angst. Die Gewalt prägt ihren Alltag. Sie lässt kein Kind unberührt. Wenn Kinder Hilfe brauchen, ist UNICEF für sie da – ganz gleich wo.
Hintergrund: Krisen und Armut gefährden Kinder im Libanon
Der Krieg hat die Wirtschaftskrise im Libanon verschärft. Viele Kinder wachsen in Armut auf. Wegen der Inflation haben die meisten Eltern nicht genug Einkommen, um ihre Kinder ausreichend mit Essen zu versorgen. Das Haushaltseinkommen der meisten Familien liegt unterhalb der Armutsgrenze, viele Menschen sind arbeitslos.
Das Gesundheitssystem ist seit Jahren überlastet. In vielen Krankenhäusern gibt es nicht genug Personal und Medikamente, oft fehlt sogar der Strom. Einige Krankenhäuser mussten bereits ihren Betrieb einstellen.
Auch in Sachen Bildung steckt das Land in einer Krise. Schon vor dem aktuellen Konflikt gingen über 700.000 Kinder nicht zur Schule. Der jüngste Krieg hat die jahrelangen Rückschritte im Bildungssystem verstärkt. Während der schweren Kämpfe 2024 gingen über 65 Prozent der Kinder nicht zur Schule. Selbst während der Zeit des Waffenstillstands konnten viele Kinder nicht am Unterricht teilnehmen.
Der Libanon ist eines der Länder mit den meisten Vertriebenen weltweit. In den vergangenen Jahren hat das Land sehr vielen Geflüchteten aus dem Nachbarland Syrien Zuflucht gewährt, die vor dem dortigen Krieg geflohen sind: Hunderttausende Syrerinnen und Syrer leben im Libanon in Notunterkünften und Flüchtlingscamps. Seit Jahrzehnten ist der Libanon auch das Zuhause von mehr als 200.000 palästinensischen Flüchtlingen. Viele der Geflüchteten sind besonders auf Spenden und humanitäre Hilfe angewiesen.

Die Mehrheit der Menschen im Libanon lebt unterhalb der Armutsgrenze. Diese Familie, die aus Palästina stammt, lebt schon seit mehreren Jahren in einem Flüchtlingscamp. "Uns fehlt das Geld für Lebensmittel, Wasser, Medikamente", sagt der Vater.
© UNICEF/UN0482291UNICEF ist seit 1948 als Kinderhilfsorganisation im Libanon aktiv.
Zahlen und Fakten zum Libanon:
- Hauptstadt: Beirut
- Einwohnerzahl: ca. 5,5 Millionen
- Nachbarländer: Israel, Syrien
- Amtssprache: Arabisch
Aktuelle Herausforderungen im Land:
- immer wieder aufflammende Gewalt zwischen Libanon und Israel
- hohe Arbeitslosigkeit
- zunehmende Armut in der Bevölkerung
- starke Inflation
- anhaltende Wirtschaftskrise
- Bildungskrise
- hohe Zahl an Geflüchteten vor allem aus dem Bürgerkriegsland Syrien
- Zehntausende Vertriebene innerhalb des Landes
Außerdem wissenswert:
- Im August 2020 kam es in der libanesischen Hauptstadt Beirut zu zwei schweren Explosionen, die enorme Zerstörung anrichteten. 200 Menschen starben durch die Explosionen, ganze Stadtviertel wurden in Trümmer gelegt. Schätzungsweise 100.000 Kinder waren von den Folgen der Explosionen betroffen. UNICEF leistete unmittelbar nach der Katastrophe Nothilfe und unterstützte hilfsbedürftige Kinder auch langfristig.
- UNICEF-Dauerspende: Kindern regelmäßig helfenMit Ihren regelmäßigen Spenden können wir langfristige Hilfsprojekte planen und sofort auf Krisen reagieren. Ihre Spende wird dort eingesetzt, wo Hilfe dringend gebraucht wird.
- Unterstützen Sie UNICEF – auch ohne GeldspendeSie können uns auch ohne Geldspende unterstützen: zum Beispiel mit einem Ehrenamt oder Newsletter-Abo, indem Sie an Umfragen teilnehmen oder Inhalte in sozialen Medien teilen.
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